Kaj Tapio Rautavaara (* 8. März 1915 in Pirkkala; † 25. September 1979 in Helsinki) war ein finnischer Leichtathlet, Musiker und Schauspieler. Seine Spezialdisziplin war der Speerwurf.
Biografie Kindheit und Jugend Tapio Rautavaara wuchs in Tampere auf. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen; seine Mutter war alleinerziehend, sein Vater unbekannt. In der Schule wurde er zu einer Zeit, in der in Finnland die Spannungen zwischen Linken und Konservativen sehr stark waren, von seinen Schulkameraden höhnisch „Balg eines Roten“ gerufen, und er hatte als Arbeiterkind Probleme mit den konservativ eingestellten Lehrern. Mitunter musste er aus Hunger Lebensmittel stehlen. Im Alter von zehn Jahren verkaufte Tapio linke Zeitungen an die Arbeiter der Firma Finlayson. Seine Mutter plante, nach Oulunkylä nahe Helsinki zu ziehen. Sie reiste voraus, und Rautavaara lebte ein Jahr lang in einem Kinderheim, bis er folgen konnte. An seinem neuen Wohnort fühlte er sich wohler, da er dort nicht mehr gemobbt wurde. Wegen seines schlechten gesundheitlichen Zustands rieten ihm die Ärzte, Sport zu treiben. Da er schon immer gerne Steine um die Wette geworfen hatte, entschied er sich für Speerwurf und trat dem Arbeitersportverein Oulunkylän Tähti bei, dem er sein Leben lang treu blieb.
Mit 13 musste Rautavaara die Schule verlassen, um zu arbeiten. Er verkaufte Zeitungen und Bücher in Eisenbahnen, womit er gut verdiente. Es heißt, dass er die Bücher, die er verkaufte, vorher las. Von seinem verdienten Geld kaufte er sich Musikinstrumente und belegte einen Kurs für Geigenspiel am Konservatorium in Helsinki, wo er einen auf drei Jahre angelegten Kurs innerhalb eines Jahres abschloss.
Sportliche Laufbahn Tapio Rautavaara gewann bei den Europameisterschaften 1946 in Oslo mit 66,40 m die Bronzemedaille im Speerwurf hinter dem Schweden Lennart Attervall und seinem finnischen Landsmann Yrjo Nikkanen. Zwei Jahre später, bei den Olympischen Spielen 1948 in London wurde er mit 69,77 m Olympiasieger. 1950 belegte er den fünften Platz bei den Europameisterschaften in Brüssel. Rautavaara war 1944 und 1945 sowie von 1947 bis 1949 finnischer Meister im Speerwurf. In den 1950ern wandte er sich dem Bogenschießen zu und gewann bei den Weltmeisterschaften 1955 in Helsinki Silber mit der Mannschaft, ehe er mit der finnischen Mannschaft 1958 Weltmeister wurde.
Schauspieler und Musiker Rautavaara war auch als Schauspieler und Musiker erfolgreich. Seine mehr als 300, meist ruhigen, sentimentalen Popsongs sind in Finnland heute noch populär. Seine Adaption des Johnny-Cash-Hits I Walk the Line (finnisch: Yölinjalla) gehört zu den meistgespielten Liedern am späten Abend. Rautavaara spielte in zahlreichen finnischen Filmen und war angeblich für die Rolle des Tarzan vorgesehen, nachdem Johnny Weissmüller seine Karriere beendet hatte.
Erinnerung Sein Denkmal steht in Oulunkylä, dem Helsinkier Stadtteil, in dem Rautavaara den größten Teil seines Lebens verbracht hatte.
Filmografie 1945: Vain sinulle 1946: Synnin jäljet 1947: Kuudes käsky 1947: Kultamitalivaimo 1949: Sinut minä tahdon 1951: Aila, Pohjolan tytär 1951: Rion yö 1952: Salakuljettajan laulu 1953: Pekka Puupää 1953: 2 hauskaa vekkulia 1953: Me tulemme taas 1954: Kummituskievari 1955: Veteraanin voitto 1955: Villi Pohjola 1955: Kaunis Kaarina 1958: Kahden ladun poikki 1960: Molskis, sanoi Eemeli, molskis! 1961: Tähtisumua 1964: X-paroni 1970: Anna
Diskografie Päivänsäde ja menninkäinen, 1949/1965 Reissumies ja kissa, 1949 (FI: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: FI Kulkuri ja joutsen, 1950 Isoisän olkihattu, 1951/1964 Ontuva Eriksson, 1951 Sininen uni, 1952 Juokse sinä humma, 1953 Huutolaispojan laulu, 1956 Kulkuriveljeni Jan, 1956 Yölinjalla, 1962 Tuopin jäljet, 1963 Häävalssi, 1969 (Single, FI: ) Isoisän olkihattu, 1969 (Single, FI: ) Vain merimies voi tietää, 1969 (Single, FI: ) Korttipakka, 1976 Kulkurin taival 1946-1979, 1979 (FI: ) Reissumiehen taival, 1980 (FI: ) Reissumiehen taival 2, 1983 (FI: ) En päivääkään vaihtaisi pois (FI: )
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