mini|Dernbach – Blick vom Neuscharfeneck Dernbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an.

Geographie Lage Dernbach befindet sich in der Pfalz im Pfälzerwald. Es liegt im Naturpark Pfälzerwald. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Ramberg (Pfalz), Flemlingen (Exklave), Böchingen (Exklave), Frankweiler, Albersweiler, Eußerthal, Gleisweiler (Exklave) und Böchingen (Exklave). Der Ort ist Bestandteil des Klettergebiets Südpfalz.

Erhebungen und Gewässer Der Ort wird in Nord-Süd-Richtung vom gleichnamigen Bach durchflossen, dem linken Quellbach des Queich-Zuflusses Eisbach. In Ortslage nimmt er von rechts den Pfalzbach und von links den Leinbach sowie den Sandbach auf. Markante Erhebungen auf Gemarkung sind die Südwestflanke des Harzofenberg (556 m) und der Hubberg (383 m).

Geschichte Dernbach wurde erstmals am 14. April 1189 in einer durch Kaiser Barbarossa in Hagenau ausgestellten Urkunde erwähnt. 1232 erlaubte König Heinrich VII. dem Ritter Heinrich von Scharfenberg die Errichtung von Burg Neuscharfeneck oberhalb des Ortes. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zur Herrschaft Scharfeneck des Fürsten von Löwenstein-Wertheim.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Dörrenbach – so der damalige Ortsname – in den Kanton Annweiler im Département Mont Tonnerre eingegliedert und unterstand der Mairie Albersweiler. Die Franzosen bauten eine moderne Verwaltung auf, die Vorbild für die Kommunalverwaltung wurde. 1815 hatte die Gemeinde 350 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte er wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Dörnbach“ dem Landkommissariat Bergzabern an; aus dem anschließend das Bezirksamt Bergzabern hervorging.

1906 wurde der Ort durch den Bau einer Wasserleitung ans Wassernetz angeschlossen und 1921 wurde er elektrifiziert. Ab 1939 war Dernbach Bestandteil des Landkreises Bergzabern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Dernbach am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde die Gemeinde der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels zugeordnet.

1979 und 1984 wurde Dernbach Landessieger des Wettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Dernbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Mehrheitswahl wurden drei Kandidaten der Wählergruppe Wadlinger und fünf von den Wählenden benannte Personen gewählt.

Bürgermeister Bernhard Dietrich (parteilos) wurde am 26. August 2025 Ortsbürgermeister von Dernbach. Bei der Direktwahl am 6. Juli 2025 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 65,4 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Dietrichs Vorgänger Dieter Broll hatte das Amt am 8. Oktober 2024 übernommen. Bei der Wiederholungswahl am 15. September 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 59,1 % für fünf Jahre gewählt worden. Diese Wahl war notwendig geworden, da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 der ursprünglich einzige Bewerber keine absolute Mehrheit erreicht hatte, weil er kurz nach der Zulassung seiner Kandidatur seinen Rückzug erklärte, der aus formalen Gründen aber nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Bereits nach 140 Tagen legte Broll jedoch am 24. Februar 2025 sein Amt vorzeitig nieder, wodurch eine erneute Wahl erforderlich wurde.

Der seit 2009 als Ortsbürgermeister amtierende Harald Jentzer war nach drei Amtszeiten bei der Wahl 2024 nicht erneut angetreten. Vor Jentzer hatte Edwin Gensheimer das Amt ebenfalls 15 Jahre ausgeübt.

Wappen

Bauwerke mini|Heilige Dreifaltigkeit mini|Gustav-Adolf-Kirche In Dernbach stehen sechs Objekte unter Denkmalschutz, darunter die katholische Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ in der Kirchstraße und die protestantische „Gustav-Adolf-Kirche“ in der Hauptstraße. Die übrigen Objekten sind ein Forsthaus, das Kriegerdenkmal, ein Schulhaus und ein Sühnekreuz.

Außerdem befindet sich östlich des Siedlungsgebiets der Wandergasthof Dernbacher Haus.

Infrastruktur Wirtschaft In Dernbach befanden sich bis ins 19. Jahrhundert mehrere sogenannte Aschenhäuser; entsprechend verdienten viele Bewohner ihr Geld als Aschenbrenner.

Verkehr Durch Dernbach verläuft die Landesstraße 506. Die Gemeinde ist über die Buslinie 521, die sie mit Landau in der Pfalz, Frankweiler, Albersweiler, Eußerthal und Ramberg verbindet, an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angeschlossen.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Lukas Grünenwald (1858–1937), Gymnasiallehrer und Heimatforscher.

Edwin Gensheimer, Altbürgermeister (1994–2009) wurde am 1. September 2013 in Würdigung seines jahrzehntelangen Einsatzes für die Gemeinde zum Ehrenbürger ernannt.

Söhne und Töchter der Gemeinde Heinrich Georg Rung (1854–1931), Pfarrer und Heimatforscher Lukas Grünenwald (1858–1937), Gymnasiallehrer und Heimatforscher Sonya Schönberger (* 1975), Künstlerin

Personen, die mit Dernbach verbunden sind Franz Schöberl (1845–1908), Architekt, entwarf 1897 die örtliche protestantische Pfarrkirche.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Dernbach Katholische Kirche im Internet Evangelische-kirche im Internet

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Südliche Weinstraße Kategorie:Geographie (Pfälzerwald) Kategorie:Ersterwähnung 1189