Olympische Spiele 1948Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 12 5 10 29 2 5 3 5 13 3 4 – 2 6 4 2 3 3 8 5 2 – 1 3 6 1 3 2 6 7 1 3 1 5 8 1 – – 1 9 1 2 – 3 1 2 – 3 11 1 1 – 2 1 1 – 2 13 1 – 1 2 1 – 1 2 15 – 6 1 7 16 – 1 1 2 17 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 20 – – 2 2 21 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 Bei den XIV. Olympischen Spielen 1948 in London fanden 33 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt.
Teilnehmer Wie schon nach dem Ersten Weltkrieg waren auch jetzt bei der ersten Austragung von Olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg einige Nationen von der Teilnahme ausgeschlossen. Dies betraf diesmal Deutschland und Japan. Außerdem nahm die Sowjetunion nicht teil – sie hatte damals noch kein eigenes Olympisches Komitee.
Stadion Austragungsort war das Londoner Wembley-Stadion, erbaut im Jahre 1923 im Hinblick auf die dort stattfindende British Empire Exhibition und später genutzt vor allem für Fußballveranstaltungen. Für die Austragung der Leichtathletikwettbewerbe bei diesen Olympischen Spielen hatte man eigens eine bisher nicht vorhandene Aschenbahn angelegt.
Insgesamt waren die Rahmenbedingungen in dem damals sehr von seiner Smogbelastung betroffenen London nicht gerade leistungsfördernd. Die schlechte Atemluft machte den Athleten zu schaffen und hatte auch Einfluss auf die Wettbewerbe. So konnte sich beispielsweise der schon einige Jahre in London lebende Jamaikaner Arthur Wint auf diese Bedingungen in seinem 400-Meter-Lauf sehr gut einstellen und schlug seinen hoch favorisierten Landsmann Herb McKenley.
Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot gab es gegenüber 1936 ein paar Erweiterungen. Bei den Männern kam mit dem 10.000-Meter-Gehen ein zweiter Gehwettbewerb hinzu. Damit war das Wettkampfprogramm der Männer abgesehen von der damals kürzeren Distanz des neu eingeführten Gehwettbewerbs gegenüber heute fast identisch. Bei den Frauen gab es eine Aufstockung um drei Disziplinen, hinzu kamen der 200-Meter-Lauf, der Weitsprung und das Kugelstoßen. Somit standen im Programm der Frauen nun neun Wettbewerbe: im Laufen der 100- und 200-Meter-Lauf, der 80-Meter-Hürdenlauf sowie die 4-mal-100-Meter-Staffel, im Springen der Hoch- und Weitsprung, im Werfen das Kugelstoßen, der Diskus- und Speerwurf. Hier fehlten noch zahlreiche Disziplinen, vor allem der Laufbereich war ohne jede Mittel- und Langstrecke noch äußerst eingeschränkt.
Sportliche Erfolge Angesichts des erst drei Jahre zurückliegenden Weltkriegs und all den Sorgen, Einschränkungen und Nöten waren die sportlichen Leistungen erstaunlich gut und standen auf einem hohen Niveau. Es gab zwar keinen Weltrekord, jedoch wurden 26 olympische Rekorde in den Vorläufen und Finals neu auf- oder eingestellt: 100-Meter-Lauf, Männer: 10,3 s (egalisiert) – Harrison Dillard (USA), Finale 400-Meter-Lauf, Männer: 46,2 s (egalisiert) – Arthur Wint (Jamaika), Finale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:49,2 min – Mal Whitfield (USA), Finale 5000-Meter-Lauf, Männer: 14:17,8 min – Gaston Reiff (Belgien), Finale 10.000-Meter-Lauf, Männer: 29:59,6 min – Emil Zátopek (Tschechoslowakei), Finale 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 14,1 s (egalisiert) – William Porter (USA), Halbfinale 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 13,9 s – William Porter (USA), Finale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 51,9 s – Rune Larsson (Schweden), Halbfinale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 51,9 s (egalisiert) – Roy Cochran (USA), Halbfinale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 51,1 s – Roy Cochran (USA), Finale 10.000-Meter-Bahngehen, Männer: 45:03,0 min – John Mikaelsson (Schweden), Vorrunde Kugelstoßen, Männer: 16,47 m – Wilbur Thompson (USA), Finale Kugelstoßen, Männer: 17,12 m – Wilbur Thompson (USA), Finale Diskuswurf, Männer: 51,08 m – Adolfo Consolini (Italien), Qualifikation Diskuswurf, Männer: 51,78 m – Giuseppe Tosi (Italien), Finale Diskuswurf, Männer: 52,78 m – Adolfo Consolini (Italien), Finale 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,9 s (egalisiert) – Fanny Blankers-Koen (Niederlande), Finale 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 11,2 s – Fanny Blankers-Koen (Niederlande), Finale 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 11,2 s – Maureen Gardner (Großbritannien), Finale Hochsprung, Frauen: 1,68 m – Alice Coachman (USA), Finale Hochsprung, Frauen: 1,68 m – Dorothy Tyler (Großbritannien), Finale Weitsprung, Frauen: 5,64 m – Yvonne Curtet (Frankreich), Qualifikation Weitsprung, Frauen: 5,695 m – Olga Gyarmati (Ungarn), Finale Kugelstoßen, Frauen: 13,14 m – Micheline Ostermeyer (Frankreich), Qualifikation Kugelstoßen, Frauen: 13,75 m – Micheline Ostermeyer (Frankreich), Finale Speerwurf, Frauen: 45,57 m – Herma Bauma (Österreich), Finale Streng genommen fehlt in der Auflistung oben ein olympischer Rekord. Im Weitsprung der Männer hatte der US-Amerikaner Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 mit 8,06 m den ersten Sprung über acht Meter erzielt. Dabei hatte er allerdings zu starke Windunterstützung, sodass diese Weite streng genommen nicht in Rekord- oder Bestenlisten aufgenommen werden konnte. Somit hätte vor den Spielen hier in London Robert LeGendres Weite von 7,765 m – erzielt bei den Olympischen Spielen 1924 im Fünfkampf – eigentlich Gültigkeit als olympischer Rekord haben müssen. Doch in allen zugrunde liegenden Veröffentlichungen wird Jesse Owens Weite als olympischer Rekord benannt. Mit seinem Siegessprung von 7,825 m erzielte Willie Steele bei den Spielen hier in London die streng genommen größte reguläre Weite, die bis hierher bei Olympischen Spielen erreicht wurde.Olympedia, 1948 Summer Olympics, Athletics Long Jump, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 30. Juli 2021Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969. S. 35
Erfolgreichste Nation waren wie bei allen Spielen in der Leichtathletik zuvor die Vereinigten Staaten mit zwölf Goldmedaillen. Mit deutlichem Abstand rangierte Schweden mit fünf Olympiasiegen auf dem zweiten Platz knapp vor den Niederlanden, die viermal ganz vorne lagen. Je zwei Goldmedaillen errangen Frankreich und Ungarn.
Herausragende Sportlerin dieser Spiele war die Niederländerin Fanny Blankers-Koen, die sämtliche Laufwettbewerbe (100, 200 Meter, 80 Meter Hürden, 4-mal-100-Meter-Staffel) für sich entschied. Sie war bereits 1936 als Hochsprungfünfte erfolgreich gewesen – damals noch unter dem Namen Fanny Koen.
Der Gewinn je zweier Gold- und einer Bronzemedaille gelang zwei Sportlern: Die Französin Micheline Ostermeyer wurde Olympiasiegerin im Kugelstoßen und Diskuswurf und belegte Rang drei im Hochsprung. Sie war über den Sport hinaus eine sehr bekannte und erfolgreiche Pianistin. Der US-Amerikaner Mal Whitfield gewann Gold über 800 Meter und mit der 4-mal-400-Meter-Staffel sowie Bronze über 400 Meter. Es gab drei weitere US-Amerikaner, die je zweimal Olympiasieger wurden: Harrison Dillard – 100 Meter und 4-mal-100-Meter-Staffel Roy Cochran – 400 Meter Hürden und 4-mal-400-Meter-Staffel Mel Patton – 200 Meter und 4-mal-100-Meter-Staffel
Aufgrund der kriegsbedingten Unterbrechung des Austragungsrhythmus der Olympischen Spiele gab es diesmal keine Sportler, die in den Jahren zuvor bereits einmal Gold errungen hatten.
Resultate Männer 100 m
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Harrison Dillard 10,3 s ORe 10,5 s 2 Barney Ewell 10,4 s 10,56 s 3 Lloyd LaBeach 10,6 s 10,59 s 4 Alastair McCorquodale k. A. 10,61 s 5 Mel Patton 10,67 s 6 McDonald Bailey 10,81 s Finale: 31. Juli Wind: +1,6 m/s
200 m mini|hochkant=0.9|
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Mel Patton 21,1 s 21,3 s 2 Barney Ewell 21,1 s 21,35 s 3 Lloyd LaBeach 21,2 s 21,50 s 4 Herb McKenley 21,3 s (g) 21,53 s 5 Cliff Bourland 21,4 s (g) 21,57 s 6 Leslie Laing 21,9 s (g) 22,02 s Finale: 3. August Wind: ±0,0 m/s
Anmerkung: (g) = geschätzt
400 m mini|hochkant=1.3|
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Arthur Wint 46,2 s ORe 46,3 s 2 Herb McKenley 46,4 s 46,56 s 3 Mal Whitfield 46,9 s 46,96 s 4 David Bolen 47,2 s 47,20 s 5 Morris Curotta 47,9 s 48,07 s 6 George Guida 50,2 s 50,80 s Finale: 5. August
800 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Mal Whitfield 1:49,2 OR 2 Arthur Wint 1:49,5 3 Marcel Hansenne 1:49,8 4 Herbert Barten 1:50,1 5 Ingvar Bengtsson 1:50,5 6 Robert Chambers 1:52,1 7 Robert Chef d’Hôtel 1:53,0 8 John Parlett 1:53,4 Finale: 2. August
1500 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Henry Eriksson 3:49,8 2 Lennart Strand 3:50,4 3 Willem Slijkhuis 3:50,4 4 Václav Čevona 3:51,2 5 Gösta Bergkvist 3:52,2 6 Bill Nankeville 3:52,6 7 Donald Gehrmann 3;54,4 8 Erik Jørgensen 3:54,5 Finale: 6. August
5000 m mini|hochkant=0.9|
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Gaston Reiff 14:17,6 OR 2 Emil Zátopek 14:17,8 3 Willem Slijkhuis 14:26,8 4 Erik Ahldén 14:28,6 5 Bertil Albertsson 14:39,0 6 Curtis Stone 14:39,4 7 Väinö Koskela 14:41,0 8 Väinö Mäkelä 14:43,0 Finale: 2. August
10.000 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Emil Zátopek 29:59,6 OR 2 Alain Mimoun 30:47,4 3 Bertil Albertsson 30:53,6 4 Martin Stokken 30:58,6 5 Severt Dennolf 31:05,0 6 Ben Saïd Abdallah 31:07,8 7 Stan Cox 31:08,0 8 Jim Peters 31:16,0 30. Juli
Marathon
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Delfo Cabrera 2:34:51,6 2 Tom Richards 2:35:07,6 3 Étienne Gailly 2:35:33,6 4 Johannes Coleman 2:36:06,0 5 Eusebio Guiñez 2:36:36,0 6 Syd Luyt 2:38:11,0 7 Gustav Östling 2:38:40,6 8 John Systad 2:38:41,0 7. August
110 m Hürden
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 William Porter 13,9 s OR 14,2 s 2 Clyde Scott 14,1 s 14,24 s 3 Craig Dixon 14,1 s 14,29 s 4 Alberto Triulzi 14,6 s 14,71 s 5 Peter Gardner 14,7 s (g) 14,79 s 6 Håkan Lidman 14,8 s (g) 14,86 s Finale: 4. August Wind: ±0,0 m/s
400 m Hürden
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Roy Cochran 51,1 s OR 51,3 s 2 Duncan White 51,8 s 52,06 s 3 Rune Larsson 52,2 s 52,30 s 4 Dick Ault 52,4 s 52,56 s 5 Yves Cros 53,3 s 53,48 s 6 Ottavio Missoni 54,0 s 54,15 s Finale: 31. Juli
3000 m Hindernis
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Tore Sjöstrand 9:04,6 2 Erik Elmsäter 9:08,2 3 Göte Hagström 9:11,8 4 Alex Guyodo 9:13,6 5 Pentti Siltaloppi 9:19,6 6 Petar Šegedin 9:20,4 7 Browning Ross 9;24,1 8 Constantino Miranda 9:26,6 Finale: 5. August
4 × 100 m Staffel
Pl. Land Athleten Offiz.handge-stop. Zeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Barney EwellLorenzo WrightHarrison DillardMel Patton 40,6 s 40,70 s 2 Jack ArcherJohn GregoryAlastair McCorquodaleKen Jones 41,3 s 41,41 s 3 Enrico PerucconiAntonio SiddiCarlo MontiMichele Tito 41,5 s 41,71 s 4 Ferenc TimaLászló BarthaGyörgy CsányiBéla Goldoványi 41,6 s 41,90 s 5 Don McFarlaneJames O’BrienDonald PettieEdward Haggis 41,9 s 41,92 s 6 Jan LammersJan MeijerGabe ScholtenJo Zwaan 41,9 s 41,97 s Finale: 7. August
4 × 400 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Arthur HarndenCliff BourlandRoy CochranMal Whitfield 3:10,4 2 Jean KerebelFrancis SchewettaRobert Chef d’HôtelJacques Lunis 3:14,8 3 Kurt LundquistLars-Erik WolfbrandtFolke AlnevikRune Larsson 3:16,0 4 Tauno SuvantoOlavi TaljaRunar HolmbergBertel Storskrubb 3:24,8 George RhodenLeslie LaingArthur WintHerb McKenley DNF Gianni RoccaOttavio MissoniLuigi PaterliniAntonio Siddi Finale: 7. August
10.000 m Gehen mini|hochkant=0.7|
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 John Mikaelsson 45:13,2 2 Ingemar Johansson 45:43,8 3 Fritz Schwab 46:00,2 4 Charles Morris 46:04,0 5 Harry Churcher 46:28,0 6 Émile Maggi 47:02,8 7 Ronald West k. A. 8 Gianni Corsaro Finale: 7. August
50 km Gehen mini|hochkant=1.7|
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 John Ljunggren 4:41:52 2 Gaston Godel 4:48:17 3 Tebbs Lloyd Johnson 4:48:31 4 Edgar Bruun 4:53:18 5 Herbert Martineau 4:53:58 6 Rune Bjurström 4:56:43 7 Pierre Mazille 5:01:40 8 Claude Hubert 5:03:12 31. Juli
Hochsprung mini|hochkant=1.1|