mini|hochkant=1.8|Wandteppich für Jagd- oder Sportzimmer. Das gefleckte Mittelteil aus Ozelotfellen (damals als „Tigerkatzenfelle“ bezeichnet, ca. Anfang 1900)Redaktion und Verlag Paul Larisch/Josef Schmid: Das Kürschner-Handwerk, 1. Jahrg., No. 12, 3. Teil, S. 69, Kapitel Mosaik, Paris Dezember 1903

Die Pelzmode interessierte sich erst recht spät für das Ozelotfell. In den 1920er-Jahren fand es noch kaum Beachtung. Erfüllte es anfangs bloß „als Wagendecke seinen Zweck“, hieß es 1934 bereits, dass es „allein wie auch in Kombination wie etwa Biber, Nutria oder Fuchs und Waschbär“ wirkt und jetzt „die Sehnsucht der Frau als schönstes Bekleidungsstück“ bildet. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Ozelot dann für Damenbekleidung derart gefragt, dass die Gefahr der Ausrottung bestand. Da eine Überwachung der Einhaltung von Schutzgesetzen in den unübersichtlichen Wildnissen Südamerikas fast unmöglich schien, entschloss man sich zum absoluten und offenbar erfolgreichen Handelsverbot, die Bedrohung geht heute nicht mehr von der Bejagung aus. Es ist „besonders geschützt nach BNatSchG seit 31. August 1980, Höchstschutz seit 18. Januar 1990“,Bundesamt für Naturschutz – Wisia-Online, WISIA Wissenschaftliches Informationssystem für den internationalen Artenschutz ebenso sind alle anderen gefleckten südamerikanischen Kleinkatzen geschützt.

Für das Fell der kleineren, sogenannten Ozelot- oder Tigerkatzenarten siehe unter → Ozelotkatzenfell. Sie sind vom Ozelot deutlich durch den nicht so flachen, weicheren und stumpferen Pelz und die fehlenden Genickwirbel zu unterscheiden, bis auf den Bergozelot, der nur einen Wirbel aufweist.

Merkmale, Handel mini|Ozelottasche der Hotï-Indianer, Venezuela Das Fell hat eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 72 bis 100 Zentimetern, der Schwanz 25 bis 41 Zentimeter. Die Grundfärbung des weichen und kurzhaarigen Fells variiert stark an der Oberseite von gräulich über gelblich-braun bis orange und ist je nach Lebensraum unterschiedlich: Felle aus Regenwäldern sind eher orange- oder ockerfarben, während die aus trockenen Regionen meist grau gefärbt sind. Die Unterseite ist stets heller, meist weißlich. Das Fell der Ozelots ist mit schwarzen, ring- bis rosettenartigen Flecken bedeckt, die streifenförmig angeordnet sind. Die Flecken und Streifen bilden Höfe, das Innere der Flecken ist etwas dunkler als die Grundfarbe des Fells. An Hals und Schultern gehen die Flecken in Streifen, an den Beinen und am Bauch in feine Tupfen über. Die weiße Fellseite ist quergemustert, wobei die in Querreihen angeordneten Bauchflecken manchmal zu Querstreifen verschmelzen wie auch die Fleckenreihen im Rücken. Das Rückenmuster verläuft in Längsrichtung. Der wie bei den meisten Katzenarten schlanke, in einer Spitze auslaufende Schwanz ist ebenfalls mit Flecken, manchmal auch mit ringförmigen und an der Unterseite unterbrochenen Streifen bedeckt. Auf der Oberseite ist der Schwanz gelb- bis rotbräunlich, auf der Unterseite dagegen gelblichweiß, im Oberteil mit großen dunklen Querflecken mit heller Mitte. Entlang des Gesichts erstrecken sich zwei schwarze Längsstreifen, um die Augen und die Schnauze ist das Fell sehr hell. An der Rückseite der Ohren befindet sich, wie bei anderen Katzenarten auch, jeweils ein einzelner, weißer Fleck. Die Ausprägung der Flecken am Körper ist bei jedem Fell unterschiedlich, oft unterscheidet sich auch die Anordnung der Flecken der linken und rechten Körperhälfte. Wie beispielsweise auch beim Leoparden (schwarzer Panther) treten melanotische Tiere (Schwärzlinge) auf.

Die auffällige Unterscheidung des Ozelots zu dem sehr ähnlichen, aber kleineren und meist etwas wolligeren Bergozelot- bzw. Peludofell sind die zwei nebeneinander liegenden Nackenwirbel, gegenüber nur einem beim Peludo. Hier scheitelt sich das Haar, ein Teil der Kopfbehaarung läuft nach vorn. Insbesondere nach der Verarbeitung auffallend sind die neben den Vorderpfoten befindlichen großen Rosetten (sie bilden sich erst durch das Nebeneinandersetzen von zwei Fellen), vom Kürschner auch „Blumen“ oder „Augen“ genannt.

Die sehr markante Fleckenzeichnung variiert so stark, so dass sie nicht sicher als Unterscheidungsmerkmal der Unterarten verwendet werden kann. Die Farbvariation innerhalb eines Reviers ist größer, als die sehr bestimmten Fellbezeichnungen im Handel es vermuten ließen („Mexikaner“, „Brasilianer“, „Argentinier“).

Als am wertvollsten galten die in der Pelzbranche als „blau“ bezeichneten Felle. Ein sonst sehr nüchternes Fachbuch beschreibt diese fachliche Farbbezeichnung im Zusammenhang mit Ozelot so: „Es sind die Felle, die einen bläulichen Schimmer haben, wie von der Sonne beleuchteter Schnee“. Die blauesten, am größten und klarsten gezeichneten Felle waren die aus dem Herkommen Mexiko. Im Gegensatz zu anderen Pelzarten wurden möglichst kurzhaarige Sorten mit straff anliegendem Haar bevorzugt.Max Bachrach: Fur. A Practical Treatise. Verlag Prentice-Hall, Inc., New York 1936. S. 201–204 (englisch)

Das Vorkommen des Ozelots erstreckt sich von Arkansas, Texas und Arizona (südliche USA) und dem nördlichen Mexiko, südwärts über Ecuador, Peru und Bolivien bis nach dem nördlichen Argentinien (Corrientes) und dem südlichen Brasilien; im Osten bis zur Atlantik-, im Westen bis zur Pazifikküste.

Argentinische Felle sind groß, ziemlich rauch und sehr seidig, bläulich bis hellgrau.

Auch die Felle aus Paraguay sind groß bis sehr groß, sehr rauch, gräulich, die Zeichnung verschwommen.

Von den brasilianischen Ozelots ist die Bahiaware selten groß, aber mit feinen Farben und guter Zeichnung. Bahia war nach den Mexikanern die am zweithöchsten bewertete Ware. Die Felle aus dem Nordosten sind teils sehr ausdrucksvoll gezeichnet, recht groß und etwas flach im Haar. Die westlichen Felle sind ebenfalls recht groß, die Zeichnung ist jedoch etwas verwaschener. Bei Fellen aus Ost-Zentralbrasilien sind die Streifen schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen.

Bolivien lieferte große, etwas rauche Felle, die oft schlecht vorbehandelt waren.

Aus Peru und Ecuador kamen bräunliche und gräuliche Felle mit ausdrucksvoller Zeichnung.

Kolumbien und Venezuela-Provenienzen sind flach, etwa 40 Prozent gräulich und gelblich, 60 Prozent braun bis rot, mit kleinerer bis mittelgroßer Zeichnung.

Mexikanische Felle sind groß, mittelrauch mit großer dunkler eiförmiger eindrucksvoller Zeichnung. Sie sind meist (fachsprachlich) blau, mitunter dazu leicht grüngelblich. Die dunkle, stark ausgeprägte Zeichnung ist eiförmig. Mexikanische Ozelotfelle wurden am höchsten bewertet.

Am höchsten bezahlt wurden so genannte „blaue“ Felle, die schönsten findet man unter den „Mexikanern“. Das mengenmäßig größte Angebot kam als „Brasilianer“ in den Handel.

Die Anlieferung der Felle erfolgte offen, also nicht rund abgezogen.

Beginnend Ende der 1960er Jahre hat es erfolgreiche Zuchtversuche von Ozelots in Farmen gegeben, eine Zucht wurde von einer schwedischen Futtermittelfabrik betrieben. Über die endgültigen Ergebnisse scheint wenig bekannt.Ohne Autorenangabe: Ozelot-Zuchtversuche auf Smedsmora. In: Die Pelzwirtschaft Heft 11, 1970, S. 44–45 (Futtermittel-Firma Harald Fors & Co AB, Versuchsfarm Smedsmora bei Rimbo, Nähe Stockholm). Jedoch hat der Ozelot, auch verglichen mit anderen Arten vergleichbarer Größe, eine relativ lange Tragzeit bei gleichzeitig niedriger Geburtenrate, was eine wirtschaftlich sinnvolle Zucht unwahrscheinlich erscheinen lässt. Ozelotweibchen gebären wahrscheinlich nur alle zwei Jahre.„Breeding“. In: M.E. Sunquist, F.C. Sunquist: Family Felidae (Cats) In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009, ISBN 978-84-96553-49-1, S. 91–98.

Ozelotfell ist ein dauerhafter Pelz, der Haltbarkeitskoeffizient wird mit 50 bis 60 Prozent angegeben.Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender Prüfung durch Kürschner und Rauchwarenhändler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig, zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Gerbung und Veredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die Einteilung erfolgte in Stufen von jeweils 10 Prozent. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 Prozent gesetzt.Paul Schöps; H. Brauckhoff, Stuttgart; K. Häse, Leipzig, Richard König, Frankfurt/Main; W. Straube-Daiber, Stuttgart: Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle in Das Pelzgewerbe, Jahrgang XV, Neue Folge, 1964, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig, Wien, S. 56–58

Schutzstatus: Leopardus pardalis, geschützt gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen Anhang I; nach der Verordnung (EU) 750/2013 und streng geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Detaillierte Schutzdaten: Erstlistung seit dem 20. Juni 1976. Besonders geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz seit dem 31. August 1980, Höchstschutz seit dem 18. Januar 1990. Die Unterarten Leopardus pardalis mearnsi und Leopardus pardalis mitis wurden bereits seit dem 20. Juni 1976 in Anhang I WA geschützt. Für Leopardus wurde damals das Synonym Felis genutzt.

Verarbeitung mini|hochkant=1.8|Ozelotmantel, Rumpfteil (Kürschnerarbeit ca. vor 1980) Ozelotfelle wurden zu Konfektion jeder Art verarbeitet, insbesondere zu Damenmänteln und Damenjacken, häufig auch zu Besätzen und Kopfbedeckungen. Auch wenn es in den Kollektionen gelegentlich Herrenpelze aus Ozelot gab, so wurde das auffällige Material doch nahezu ausschließlich für Damenkleidung verwendet.Anna Municchi: Ladies in Furs 1900–1940. Zanfi Editori, Modena 1992, S. 138 (englisch) ISBN 88-85168-86-8 Anmerkung: In Abb. 137 zeigt Municchi in ihrem Buch einen Herrn mit Ozelotmantel, hier allerdings fälschlicherweise als Leopard bezeichnet.

Die kürschnerische Verarbeitung weicht wegen der ausgeprägten Fellzeichnung in Teilen wesentlich von der anderer Fellarten ab und erfordert viel Einfühlungsvermögen. Ein Fachbuch aus dem Jahr 1956 veranschlagt für einen, mit 135 Zentimeter üppig langen Mantel als Beispiel 16 Felle. Für den Rumpf wurden 7 Fellbahnen vorgesehen, für die jeweils 1 ½ Felle ineinander geschnitten wurden (Einschneiden). An den vom Kürschner festgelegten Verbindungspunkten wurde das erste der sortierten Fell in einer Zacken-, von anderen Kürschnern in einer Wellenlinie, entweder nach einer Schablone oder vom Haar aus nach der Fellzeichnung aufgeschnitten. Mit Stecknadeln wurde das Fellteil auf das zweite Fell so aufgeheftet, dass die Fellzeichnung von einem Fell in das andere überging. Mit dem Kopierrad und mit Stecknadeln wurde die Zackenlinie auf das darunter liegende Fell übertragen, mit dem Stift nachgezeichnet, geschnitten und noch einmal nachgearbeitet. Das Einschneiden wurde so lange an den geeigneten Stellen wiederholt, bis der Fellstreifen die benötigte Länge hatte. Mit der übrig gebliebenen Fellhälfte wurde das nächstähnliche Rumpffell auf die gleiche Weise verlängert. Nach dem Zusammennähen mit der Pelznähmaschine wurden die Einschnitte überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Die Kopfpartien einschließlich der Rosetten blieben meist unverlängert, hier waren jedoch häufig größere Reparaturarbeiten der Schusslöcher nötig. Auch sollten die Rosetten, die möglichst in einer Höhe angeordnet wurden, nicht zu tief sitzen, da sonst im Vorderteil diese auffällige, runde Zeichnung die Brust der Damen optisch unvorteilhaft nach unten rutschen ließe.