mini|Blick über Wenighösbach mini|Blick vom Münchberg mini|Abendstimmung über dem Unterdorf in Blickrichtung Unterafferbach
Wenighösbach (umgangssprachlich meist Joch genannt) ist ein Gemeindeteil des Marktes Hösbach im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in Bayern.
Geographie Lage Das Pfarrdorf Wenighösbach liegt nördlich des Kernortes an dem den Ort durchfließenden Hösbach. Der topographisch höchste Punkt der Dorfgemarkung befindet sich nordwestlich des Ortes mit , der niedrigste liegt am Hösbach auf . Nordöstlich von Wenighösbach verläuft die Staatsstraße 2307.
Gemarkung Die Gemarkung Wenighösbach hat eine Fläche von 4,402 km². Sie ist in 1874 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2348,75 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Münchhof und Wenighösbach.
Folgende Gemarkungen grenzen an das Ortsgebiet von Wenighösbach:
Name Etymologie Wie auch der Name Hösbach leitet sich Wenighösbach vom gleichnamigen Bach ab, Der Namenszusatz „Wenig“ oder „minori“ (klein) wurde verwendet, um den Ort von „Hösbach majori“ („Großhösbach“, heute Hösbach) zu unterscheiden. Im lokalen Dialekt wird der Ort „Winhäisbisch“ oder Joch genannt. Die Bewohner heißen umgangssprachlich „Jöcher“.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025
Der Name „Joch“ stammt vom Joch-Geschirr der Zugtiere und ging nach alter Erzählung auf den Ort und seine Bewohner über, nachdem diese bei einer Prügelei mit den Jochen (umgangssprachlich Jöchern) der Zugtiere auf die Hösbacher Bauern einschlugen.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025
Aufgrund seiner naturnahen und schönen Lage wird der Ort auch als „Bad Joch“ bezeichnet, was eine Anspielung auf einen Kurortcharakter sein soll.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1248 minori Hostebach 1626 Hospach minus 1806 Wenighösbach
Geschichte Erstmals wurde der Ort im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts als „minori Hostebach“ in der Mainzer Heberolle erwähnt. Während der Napoleonischen Kriege (1792–1815) wurden in Wenighösbach 1814 durchziehende russische Truppen einquartiert, für deren Verpflegung im Wert von 1600 Gulden die Gemeinde aufkommen musste. Die Restschuld aus dieser Forderung konnte erst im Jahr 1872 getilgt werden.
Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Wenighösbach lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Wenighösbach war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.
Die Pfarrkirche St. Barbara wurde am 28. September 1930 eingeweiht. Am 1. Januar 1972 wurde Wenighösbach nach Hösbach eingemeindet und gab damit seine politische Selbständigkeit auf. Letzter Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Wenighösbach war Jakob Sauer. mini|Jakob Sauer, letzter Bürgermeister der Gemeinde von 1960 bis 1972
Letzter Flur- und Waldschütze der Gemeinde war Johann „Hannes“ Sauer, der diesen Dienst von 1947 bis 1972 ausübte.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025 mini|Johann „Hannes“ Sauer, letzter Flur- und Waldschütze in Joch.
Hofnamen In Wenighösbach hat sich die Tradition der Hofnamen erhalten, bei der die Häuser eigene Namen tragen, die als Spitzname auf die Hausbewohner übergehen.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025
+Übersichtstabelle der Hofnamen und der Straße/HausnummerHofnameHausnummerStäffesFriedhofstraße 4Michels Dorfstraße 6InnerhoannesseDorfstraße 8FroanzeDorfstraße 12KneiselsDorfstraße 14BäckerDorfstraße 7UnnerwättsDorfstraße 18KnaufsDorfstraße 13HennricheDorfstraße 20OberschmiedsDorfstraße 22SchmiedsDorfstraße 15SchmiedsfroanzeDorfstraße 24SchwindeDorfstraße 19KleärschDorfstraße 21FäthsDorfstraße 23StuffelsDorfstraße 25Eiserts Dorfstraße 34VorstehersDorfstraße 29FörstersDorfstraße 38Schul-/RathausDorfstraße 31PeirichesDorfstraße 33DielsDorfstraße 35HöflersDorfstraße 37PfarrhausDorfstraße 48JörchsDorfstraße 41SchussmichelsKahlgrundstraße 2SchustersKahlgrundstraße 8KoordsKahlgrundstraße 11BormannsKahlgrundstraße 9BaronKahlgrundstraße 17BajertsKahlgrundstraße 7SchäferKahlgrundstraße 5HallesKahlgrundstraße 1BergmoannsDorfstraße 43Bajerts-MichelsKahlgrundstraße 3RasiererDorfstraße 45OberwättsDorfstraße 54BasteDorfstraße 47VronersDorfstraße 56KaspäschDorfstraße 60BoamäschhoannesseDorfstraße 62NazeDorfstraße 53SchneidersDorfstraße 66SchmiddsDorfstraße 55ScholzehoannesseDorfstraße 57SchneidersKarl-Seitz-Straße 2MattlehnersKarl-Seitz-Straße 8ReutersKarl-Seitz-Straße 16Elsa-HoannesseKarl-Seitz-Straße 20GeiseKarl-Seitz-Straße 5SchwarzchesDorfstraße 68Becks-HäuscheDorfstraße 70Hoans-PeiräsDorfstraße 59Naze-PeiräsBreunsberger Straße 3SchneidersWickgasse 2 BoannertsWickgasse 4Armenhaus/alter KindergartenWickgasse 1Hoans-KiljesWickgasse 6FäthshoannesseWickgasse 8SchustersWickgasse 10MünchhofMünchhof 14FonsMünchhof 5
Kirchen mini|Die alte St. Barbara-Kirche in der Dorfmitte. mini|Das Model der alten St. Barbara-Kirche mini|St. Barbara Kirche in der Dämmerung mini|Die neue und alte St. Barbara-Kirche. Die heutige St. Barbara-Kirche hatte einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1755, welcher auch der heiligen Barbara geweiht war.
Die Kirche stand verkehrsungünstig im Zentrum des Ortes und wurde in den 1930er Jahren abgerissen, nachdem die neue St. Barbara-Kirche über dem Ort errichtet wurde. Die ehemalige Sakristei der alten Kirche wurde bis in die 70er Jahre als Milchküche verwendet, letztendlich jedoch auch abgerissen.
Im Sommer werden die Gottesdienste auch in der Lourdes-Grotte in der Flurlage Weingrube abgehalten.
mini|Die Jöcher Lourdes-Grotte. mini|Die Lourdes-Grotte mit Blumenschmuck
Münchhof Der Münchhof, ein Dorf, liegt auf der Gemarkung von Wenighösbach südöstlich des Ortes. Der Name stammt von der lateinischen Bezeichnung „curia monialis“ und bedeutet mönchisches klösterliches Hofgut. Er gehörte von 1308 bis 1803 zum Kloster Schmerlenbach. Danach fiel der Besitz an das Fürstentum Aschaffenburg unter Karl Theodor von Dalberg, der ihn am 20. Januar 1807 dem von ihm ins Leben gerufenen Aschaffenburger Seelsorgerseminar schenkte. Am 31. Oktober 1887 ging der Hof mit einer Gesamtfläche von 64,5 ha in den Besitz einer Genossenschaft von 50 Grundbesitzern aus der Gemeinde Wenighösbach für den Preis von 70.000 Mark über. Die Hofgebäude wurden von den Söhnen des letzten Münchhofpächters Georg Anton Völker (1816–1893) 1888 erworben und aufgeteilt.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025 1987 hatte das Dorf 57 Einwohner.
Sonstiges Zum Ehrenbürger von Wenighösbach wurde 1958 Pfarrer Karl Seitz (1886–1967) ernannt; 2007 erhielt diese Auszeichnung Siegmund Simon, Kuratus von Joch (1935–2017).Ehrenbürger des Ortsteils Wenighösbach, aufgerufen am 19. November 2022 mini|Kuratus Simon von Wenighösbach
In der Kahlgrundstraße befindet sich ein denkmalgeschützter Fels, der „Groostoa“, also „grauer Stein“, genannt wird. Bei diesem Felsen handelt es sich um einen Granat-Plagioklas-Gneis, der durch Verwitterung frei gelegt wurde. Besonders erwähnenswert ist der nach seinem Fundort benannte Hösbachit, der fast ausschließlich in der Gemarkung von Wenighösbach vorkommt und während der Bronzezeit als begehrtes Gussform-Material überregional gehandelt wurde.Wenighösbacher Chronik, aufgerufen am 20. April 2025 miniatur|Groostoa in Wenighösbach
Als bemerkenswertes Naturdenkmal ist im Gemeindegebiet eine 50 bis 100 Jahre alte Vogel-Kirsche ausgewiesen. Sie gehört zu den regional bedeutenden Bäumen Unterfrankens. mini|Vogel-Kirsche in Wenighösbach
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Aschaffenburg Kategorie:Geographie (Hösbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Aschaffenburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Aschaffenburg