Leichtathletik bei denXVII. Olympischen Spielen Informationen Datum: 31. August bis 10. September Wettkampfort: Austragungsort: Stadio Olimpico Entscheidungen: Männer: 24/Frauen: 10Official Report, The XVII Olympiad Rome 1960, Volume two (englisch), S. 269, digital.la84.org (PDF; 31.903 KB), abgerufen am 2. September 2021 ← Melbourne 1956 Tokio 1964 →

Olympische Spiele 1960Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 12 8 6 26 2 11 5 5 21 3 2 8 3 13 4 2 2 3 7 5 2 – 1 3 6 1 3 4 8 7 1 2 1 4 8 1 – 2 3 9 1 – 1 2 10 1 – – 1 11 – 1 2 3 12 – 1 1 2 13 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 18 – – 2 2 19 – – 1 1 – – 1 1 Bei den XVII. Olympischen Spielen 1960 in Rom fanden 34 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt. 31 dieser Wettbewerbe wurden im Stadio Olimpico ausgetragen, das ein Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern hatte.

Olympianormen Erstmals in der Leichtathletik gab es sogenannte Olympianormen. Die Sportler mussten diese Normen erfüllen, wenn aus einem Land mehr als ein Sportler in einer Disziplin gemeldet werden sollte.

Teilnehmer Wie auch bei den letzten Olympischen Spielen gab es einige Probleme und Sonderfälle im Hinblick auf die Teilnahme bestimmter Nationen.

Die Volksrepublik China war nicht mehr Mitglied des IOC, sodass aus diesem Land keine Sportler in Rom teilnahmen. Die Sportler der kleineren Republik China traten unter der Bezeichnung Taiwan zu den Wettbewerben an.

Aus Korea nahm nach einigen politischen Querelen nur der südliche Teil der Halbinsel, also Südkorea teil.

Die Karibikinseln Jamaika, Barbados sowie Trinidad und Tobago traten gemeinsam als Westindische Föderation auf. Ägypten und Syrien entsandten ein gemeinsames Team unter der Bezeichnung Vereinigte Arabische Republik.

Wie bereits 1956 wurde Deutschland durch eine gesamtdeutsche Mannschaft, gebildet von Sportlern aus der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, vertreten. Verbunden war dieses Konstrukt mit vielen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zur Frage der Fahne, der Hymne, der offiziellen Bekleidung etc. Das IOC musste immer wieder vermitteln, bevor letzte Vereinbarungen getroffen waren. Wie in zahlreichen anderen Sportarten auch wurden Ausscheidungswettkämpfe zwischen den Sportlern aus Ost- und Westdeutschland ausgetragen, die über die Teilnahme an den Olympischen Spielen ausschlaggebend waren.Elke Brick, Die gesamtdeutschen Olympiamannschaften – eine Paradoxie der Sportgeschichte?, Dissertation der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft an der Universität Bielefeld, Mai 2013, S. 148–167 (PDF), abgerufen am 10. Oktober 2017 Natürlich mussten bei Meldung von mehr als einem Sportler in einer Disziplin alle betroffenen Athleten den neuen Regeln entsprechend die Olympianorm erfüllt haben, damit sie teilnahmeberechtigt waren.

Stadion mini|hochkant=1.9| Mit den Planungen für das spätere Stadio Olimpico, in dem fast alle Wettbewerbe der Leichtathletik stattfanden, wurde bereits in den 1920er Jahren begonnen. Der Bau zog sich mit zahlreichen Unterbrechungen über einen langen Zeitraum hin, bevor das Stadion im Jahre 1953 fertiggestellt war. Es hieß zu Anfang „Stadio dei Centomila“ – Stadion der Hunderttausend und wurde zur Austragung der Olympischen Spiele entsprechend umbenannt.

Für die Leichtathletikveranstaltungen stand eine ausgezeichnete Aschenbahn mit der üblichen Rundenlänge von vierhundert Metern zur Verfügung., FIFA.com 3. Oktober 2014, abgerufen am 10. Oktober 2017

Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot gab es eine Veränderung: Im Frauenbereich wurde der 800-Meter-Lauf, der nach einmaliger Austragung bei den Olympischen Spielen 1928 in der Versenkung verschwunden war, wieder mit ins Programm aufgenommen. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften, als die Disziplin bereits 1954 wieder angeboten worden war, hatte sich gezeigt, dass diese Laufstrecke keine Überforderung für Frauen darstellte und Teil des olympischen Leichtathletikprogramms auch für Frauen sein sollte.

Ansonsten war das Angebot identisch mit dem der letzten Spiele in Melbourne. Es gab 24 Disziplinen im Männerbereich und zehn für die Frauen, die nun vier Einzellaufdisziplinen – 100 Meter, 200 Meter sowie 80 Meter Hürden und als Mittelstrecke erstmals 800 Meter – im Programm vorfanden. Im Laufbereich wurde darüber hinaus nur noch die 4-mal-100-Meter-Staffel ausgetragen. Mit Hoch- und Weitsprung gab es weiterhin zwei Sprungdisziplinen sowie mit Kugelstoßen, Diskuswurf und Speerwurf drei Stoß- und Wurfwettbewerbe. Bis heute – Stand August 2021 – hat sich im Bereich der olympischen Männerdisziplinen nichts mehr verändert. Bei den Frauen dagegen standen noch zahlreiche Ergänzungen für die Zukunft an.

Sportliche Erfolge Das Leistungsniveau war auch bei dieser Großveranstaltung hoch. In acht Disziplinen gab es elf neue oder eingestellte Weltrekorde, in einem weiteren Wettbewerb wurde eine neue Weltbestleistung erzielt. In 23 Disziplinen wurde darüber hinaus der olympische Rekord 48 Mal verbessert oder egalisiert. Weltrekorde im Einzelnen: 200-Meter-Lauf, Männer: 20,5 s (egalisiert) – Livio Berruti (Italien), Halbfinale 200-Meter-Lauf, Männer: 20,5 s (egalisiert) – Livio Berruti (Italien), Finale 400-Meter-Lauf, Männer: 44,9 s – Otis Davis (USA), Finale 400-Meter-Lauf, Männer: 44,9 s – Carl Kaufmann (Deutschland), Finale 1500-Meter-Lauf, Männer: 3:35,6 min – Herb Elliott (Australien), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer: 39,5 s (egalisiert) – Deutschland (Bernd Cullmann, Armin Hary, Walter Mahlendorf, Martin Lauer), Vorlauf 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer: 39,5 s (egalisiert) – Deutschland (Bernd Cullmann, Armin Hary, Walter Mahlendorf, Martin Lauer), Finale 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer: 3:02,2 min – USA (Jack Yerman, Earl Young, Glenn Davis, Otis Davis), Finale 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,3 s (egalisiert) – Wilma Rudolph (USA), Halbfinale bei einem Rückenwind von 0,8 m/s 800-Meter-Lauf, Frauen: 2:04,3 min (egalisiert) – Ljudmila Schewzowa (Sowjetunion), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 44,4 s – USA (Martha Hudson, Lucinda Williams, Barbara Jones, Wilma Rudolph), Vorlauf Weltbestleistung: Marathonlauf, Männer: 2:15:16,2 h – Abebe Bikila (Äthiopien) Olympische Rekorde im Einzelnen: 100-Meter-Lauf, Männer: 10,2 s – Armin Hary (Deutschland), Viertelfinale bei einem Gegenwind von 0,3 m/s 100-Meter-Lauf, Männer: 10,2 s (egalisiert) – Armin Hary (Deutschland), Finale bei Windstille 100-Meter-Lauf, Männer: 10,2 s (egalisiert) – Dave Sime (USA), Finale bei Windstille 400-Meter-Lauf, Männer: 45,9 s (egalisiert) – Otis Davis (USA), Viertelfinale 400-Meter-Lauf, Männer: 45,5 s – Otis Davis (USA), Halbfinale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:47,1 min – George Kerr (Westindische Föderation), Halbfinale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:46,3 min – Peter Snell (Neuseeland), Finale 10.000-Meter-Lauf, Männer: 28:32,2 min – Pjotr Bolotnikow (Sowjetunion), Finale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 49,3 s – Glenn Davis (USA), Finale 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:34,2 min – Zdzisław Krzyszkowiak (Polen), Finale 50-km-Gehen, Männer: 4:25:30,0 h – Don Thompson (Großbritannien) Hochsprung, Männer: 2,12 m (egalisiert) – Robert Schawlakadse (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,12 m (egalisiert) – Wiktor Bolschow (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,12 m (egalisiert) – Waleri Brumel (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,14 m – Robert Schawlakadse (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,14 m (egalisiert) – Waleri Brumel (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,14 m (egalisiert) – John Thomas (USA), Finale Hochsprung, Männer: 2,14 m (egalisiert) – Wiktor Bolschow (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,16 m – Robert Schawlakadse (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,16 m (egalisiert) – Waleri Brumel (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,60 m – Don Bragg (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,60 m (egalisiert) – Ron Morris (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,70 m – Don Bragg (USA), Finale Weitsprung, Männer: 8,12 m – Ralph Boston (USA), Finale Dreisprung, Männer: 16,44 m – Józef Szmidt (Polen), Qualifikation Dreisprung, Männer: 16,78 m – Józef Szmidt (Polen), Finale Dreisprung, Männer: 16,81 m – Józef Szmidt (Polen), Finale Kugelstoßen, Männer: 18,77 m – Parry O’Brien (USA), Finale Kugelstoßen, Männer: 19,11 m – Parry O’Brien (USA), Finale Kugelstoßen, Männer: 19,68 m – Bill Nieder (USA), Finale Diskuswurf, Männer: 58,43 m – Al Oerter (USA), Qualifikation Diskuswurf, Männer: 59,18 m – Al Oerter (USA), Finale Hammerwurf, Männer: 67,03 m – Wassili Rudenkow (Sowjetunion), Qualifikation Hammerwurf, Männer: 67,10 m – Wassili Rudenkow (Sowjetunion), Finale Zehnkampf, Männer: 8391 P (1952er Wertung)/7901 P (1985er Wertung) – Rafer Johnson (USA) 200-Meter-Lauf, Frauen: 23,2 s – Wilma Rudolph (USA), Vorlauf 800-Meter-Lauf, Frauen: 2:10,9 min – Antje Gleichfeld (Deutschland), Vorlauf 800-Meter-Lauf, Frauen: 2:07,8 min – Ursula Donath (Deutschland), Vorlauf 800-Meter-Lauf, Frauen: 2:05,9 min – Dixie Willis (Australien), Vorlauf 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 10,7 s – Irina Press (Sowjetunion), Vorlauf bei einem Gegenwind von 0,4 m/s 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 10,6 s – Irina Press (Sowjetunion), Halbfinale bei Windstille Hochsprung, Frauen: 1,77 m – Iolanda Balaș (Rumänien), Finale Hochsprung, Frauen: 1,81 m – Iolanda Balaș (Rumänien), Finale Hochsprung, Frauen: 1,85 m – Iolanda Balaș (Rumänien), Finale Weitsprung, Frauen: 6,37 m – Wera Krepkina (Sowjetunion), Finale Kugelstoßen, Frauen: 17,32 m – Tamara Press (Sowjetunion), Finale Diskuswurf, Frauen: 55,10 m – Nina Ponomarjowa (Sowjetunion), Finale Speerwurf, Frauen: 55,98 m – Elvīra Ozoliņa (Sowjetunion), Finale

Erfolgreichste Nation waren wie bei allen Spielen in der Leichtathletik zuvor die Vereinigten Staaten mit zwölf Goldmedaillen. Aber der Abstand zum Zweiten in dieser Rangliste, der Sowjetunion, die elf Olympiasiege zu verzeichnen hatte, war knapp geworden. Dahinter folgten drei Nationen mit je zwei Goldmedaillen: Deutschland, Polen und Neuseeland, wobei die deutsche Mannschaft deutlich mehr Silbermedaillen errang als die beiden anderen Länder. Alle weiteren Nationen errangen in der Leichtathletik höchstens einen Olympiasieg.

Herausragende Leichtathletin dieser Spiele war die US-amerikanische Sprinterin Wilma Rudolph die dreimal Olympiasiegerin wurde: über 100 Meter, 200 Meter und in der 4-mal-100-Meter-Staffel.

Drei weitere Sportler errangen je zwei Goldmedaillen in der Leichtathletik bei diesen Spielen: Armin Hary (Deutschland): 100-Meter-Lauf und 4-mal-100-Meter-Staffel Otis Davis (USA): 400-Meter-Lauf und 4-mal-400-Meter-Staffel Glenn Davis (USA): 400-Meter-Hürdenlauf und 4-mal-400-Meter-Staffel Folgende hier siegreiche Leichtathleten hatten bereits bei früher ausgetragenen Olympischen Spielen Goldmedaillen errungen: Glenn Davis, (USA) – 400-Meter-Hürdenlauf, Wiederholung seines Erfolgs von 1956, außerdem hier in Rom siegreich mit der 4-mal-400-Meter-Staffel, damit jetzt dreifacher Olympiasieger Lee Calhoun, (USA) – 110-Meter-Hürdenlauf, Wiederholung seines Erfolgs von 1956, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Al Oerter, (USA) – Diskuswurf, Wiederholung seines Erfolgs von 1956, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Nina Ponomarjowa, (Sowjetunion) – Diskuswurf, Wiederholung ihres Erfolgs von 1952, damit jetzt zweifache Olympiasiegerin

Resultate Männer 100 m mini|hochkant=0.8|

Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Armin Hary 10,2 s ORe 10,32 s 2 Dave Sime 10,2 s ORe 10,35 3 Peter Radford 10,3 s 10,42 s 4 Enrique Figuerola 10,3 s 10,44 s 5 Frank Budd 10,3 s 10,46 s 6 Ray Norton 10,4 s 10,50 s Finale am 1. September, 17:30 Uhr Wind: ±0,0 m/s