mini|Kirchstraße in Aichstetten Aichstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg im Südosten Baden-Württembergs. Die Gemeinde bildet zusammen mit Aitrach und Leutkirch im Allgäu eine Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeindegliederung Zu Aichstetten gehören neben der Ortschaft Aichstetten der Ortsteil Altmannshofen und die Weiler bzw. Wohnplätze Altmannspeier, Bilger, Breitenbach, Einöde, Eschach, Häberlings, Hardsteig, Im Wasserstall, Kirchmann, Langensteig, Laubegg, Lauerbühl, Nestbaum, Rieden, Sommerstall, Stockbauren, Waizenhof und Ziegelbrunnen.

Geschichte Mittelalter Aichstetten wurde 797 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen als Eihsteti erstmals urkundlich erwähnt.Stiftsarchiv St. Gallen, Urk. I 134. e-chartae.ch abgerufen am 12. Juni 2020. Archäologische Funde wie eine keltische Ziehburg auf dem Buchkapf lassen jedoch auf eine weit frühere Besiedlung der Gegend schließen. Während der Zeit des Hochmittelalters lag der Ort im Herzogtum Schwaben. Im Jahre 983 kam der Ort in den Besitz des Klosters Petershausen, das ihn 1491 an das Haus Waldburg weiterverkaufte.

Neuzeit Nach der Mediatisierung des Hauses Waldburg 1806 war Aichstetten vier Jahre lang in seiner Zugehörigkeit umstritten. Das Königreich Bayern erhob zunächst ebenfalls Anspruch auf den Ort. 1810 kam Aichstetten jedoch an das Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Leutkirch zugeordnet. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Aichstetten 1938 zum Landkreis Wangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Am 1. Juli 1971 wurde Altmannshofen nach Aichstetten eingemeindet.

Seit der Kreisreform von 1973 ist Aichstetten Teil des Landkreises Ravensburg.

Immigration Bei der Volkszählung 2011 wurde ermittelt, dass 149 Menschen bzw. 5,5 % der Einwohner in Aichstetten keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Die größten Einwanderungsgruppen stammen aus der Türkei (45 Menschen), Italien (28) und Österreich (20).

Religionen mini|Pfarrhaus Aichstetten ist wie das gesamte Umland römisch-katholisch geprägt. Gemäß Zensus 2011 sind 73,3 % der Bewohner Aichstettens katholisch, 10,0 % evangelisch und der Rest gehört einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Die Gemeinde ist Sitz der Pfarrei St. Michael in Aichstetten und der Pfarrei St. Vitus in Altmannshofen. Beide Pfarreien gehören zum Dekanat Allgäu-Oberschwaben.

Die evangelischen Christen in Aichstetten sind Gemeindemitglieder der Kirchengemeinde Aitrach, die zum Kirchenbezirk Ravensburg gehört.

Politik Verwaltungsgemeinschaft Mit der Stadt Leutkirch im Allgäu und der Gemeinde Aitrach wurde eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeinderat Der Gemeinderat in Aichstetten besteht aus den 12 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag (Bürgerliste) eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,87 %.

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Aichstetten war seit 1990 Dietmar Lohmiller. Er wurde zuletzt im Dezember 2013 im Amt bestätigt, seine vierte Amtsperiode endete 2022. Am 28. November 2021 wurde Hubert Erath zu seinem Nachfolger gewählt.

Wappen

Städtepartnerschaften Seit 1993 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Aichstetten und Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|St.-Wolfgangs-Kapelle St.-Wolfgangs-Kapelle Rochuskapelle am Blutsberg, Besen- und Bergkapelle

Musik Musikkapelle Aichstetten, gegründet 1800Flottes Tempo, gell – Ein Augenschein im Epizentrum der deutschen Blasmusik. In: Der Spiegel Special; abgerufen am 17. Dezember 2010

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Heinrich Doser Maschinenbau Verkehr mini|Bahnhofsgebäude Die Gemeinde liegt direkt an der Bahnstrecke Leutkirch–Memmingen mit Abfahrten im Einstundentakt am Bahnhof Aichstetten in Richtung Memmingen/München Hbf. sowie Lindau-Insel/Lindau-Reutin. Sie ist mit einigen Buslinien u. a. mit Leutkirch verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Aichstetten liegt an der Bundesautobahn 96 von Lindau nach München. An der Anschlussstelle Aichstetten ist ein Autohof eingerichtet.

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Aichstetten über Aitrach Richtung Memmingen und eigentlich in der anderen Richtung über den Ortsteil Altmannshofen mit Leutkirch verbunden; hinter Altmannshofen besteht jedoch eine Netzlücke, da es dort an der stark befahrenen L260 keinen Radweg gibt.

Ansässige Unternehmen Die Unternehmensstruktur Aichstettens ist kleingewerblich und mittelständisch geprägt. An der Anschlussstelle Aichstetten der Bundesautobahn 96 ist ein Eurorastpark eingerichtet. An der Anschlussstelle besteht auch eine Mineralöllagerstätte der Shell, die zur strategischen Ölreserve der Bundesrepublik Deutschland gehört. Größere Unternehmen sind verschiedene Kies- und Baustoffwerke, wie die Gebhart und Söhne GmbH & Co., die das Baustoffsystem Gisoton entwickelt hat und in Süddeutschland vertreibt und die Firma Jamara, ein international tätiger Großhändler für RC-Modellbau. Kremer Pigmente, ein auf die Herstellung historischer Pigmente spezialisiertes Unternehmen, hat hier seinen Hauptsitz.

Persönlichkeiten Pfaff-Florian von Aichstetten (* 1490), eigentlich Florian Greisel Pfarrer in Aichstetten und später Anführer der Bauern im Bauernkrieg und Gegenspieler des Bauernjörgs Karl Knaupp (1915–2006), 1960–1981 Generalvikar des Bistums Rottenburg Franziska Kloos (1941–2025), Äbtissin des Klosters St. Walburg 1985–2018

Literatur

Weblinks

Aichstetten bei LEO-BW Internetseite der Gemeinde

Einzelnachweise

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