miniatur|Titelblatt des ersten Bandes von Blühende Kakteen (Iconographia Cactacearum) Blühende Kakteen (Iconographia Cactacearum) ist ein im Auftrag der Deutschen Kakteen-Gesellschaft von 1900 bis 1921 in 45 Heften mit je vier Tafeln herausgegebenes Werk mit Kakteenabbildungen und begleitenden Texten. Es erschien im Verlag J. Neumann in Neudamm und war als Ergänzung zu Karl Schumanns Gesamtbeschreibung der Kakteen konzipiert. Die Zeichnungen wurden von Toni Gürke, der Ehefrau von Max Gürke, angefertigt. Die Hefte 1 bis 12 wurden von Karl Schumann, die Hefte 13 bis 32 von Max Gürke und die übrigen Hefte von Friedrich Vaupel herausgegeben. Unter dem Titel Blühende Kakteen und andere sukkulente Pflanzen gab Erich Werdermann 1931 eine Fortsetzung mit weiteren 168 Tafeln heraus.
Entstehungsgeschichte Während der von 1897 bis 1899 erfolgten Veröffentlichung von Karl Schumanns Gesamtbeschreibung der Kakteen wurde von Mitgliedern der Deutschen Kakteen-Gesellschaft wiederholt der Wunsch nach einem farbigen Abbildungswerk mit Kakteen an den Vorstand herangetragen. Der Vorstand beauftragte Julius Neumann, der neben Schumanns Werk unter anderem die Monatsschrift für Kakteenkunde der Gesellschaft verlegte, die Kosten für ein derartiges Werk zu ermitteln. Am 23. März 1899 kam es im Berliner Vereinslokal „Hopfenblüte“ Unter den Linden Nr. 27 zu einer Zusammenkunft von 14 Mitgliedern und fünf Gästen auf der Neumann seine Überlegungen präsentierte. Eine chromolithografische Herstellung der Abbildungen wäre aufgrund der geringen Auflage zu teuer. Bei der Verwendung von handkolorierten Lithografien könnten jedoch jährlich vier Hefte mit vier Tafeln zu einem Preis von 3 Mark veröffentlicht werden, falls die Deutsche Kakteen-Gesellschaft diese mit einem jährlichen Zuschuss von etwa 250 Mark unterstützen würde. Auf der Jahreshauptversammlung am 4. Juni 1899 in Halberstadt wurde der Vorstand per einstimmigem Beschluss ermächtigt diesen Plan umzusetzen.Valentin Scholz, Hermann Stützel (Hrsg.): Chronik der Deutschen Kakteen-Gesellschaft e. V. Druckerei Bernd Wilhelm, Würzburg 1999 (Sonderheft der Deutschen Kakteen-Gesellschaft), S. 27–28.
Auf der Juni-Sitzung der Deutschen Kakteen-Gesellschaft wurde der Titel der Publikation festgelegt.Karl Hirscht: Juni-Sitzung der Deutschen Kakteen-Gesellschaft. In: K. Schumann (Hrsg.): Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 9, Nummer 7, J. Neumann, Neudamm 1899, S. 111 (online). Einen Monat später konnte der Vorstand die für das zweite Heft geplanten Aquarelle in Augenschein nehmen.Karl Hirscht: Juli-Sitzung der Deutschen Kakteen-Gesellschaft. In: K. Schumann (Hrsg.): Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 9, Nummer 8, J. Neumann, Neudamm 1899, S. 127 (online). Zu Beginn des Jahres 1900 zeigte sich der Vorstand optimistisch, dass einer baldigen Veröffentlichung der „Iconographie“ nichts mehr im Wege stände.Karl Hirscht: Was haben wir erreicht. In: K. Schumann (Hrsg.): Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 10, Nummer 1, J. Neumann, Neudamm 1900, S. 3–4 (online). Dennoch verzögerte sich die Herausgabe unter anderem auf Grund technischer Probleme immer wieder.Karl Hirscht: Siebenter Jahres-Hauptbericht der Deutschen Kakteen-Gesellschaft erstattet bei der Jahres-Hauptversammlung am 27. Mai 1900. In: K. Schumann (Hrsg.): Monatsschrift für Kakteenkunde. Band 10, Nummer 6, J. Neumann, Neudamm 1900, S. 90–91 (online). Der offizielle Ausgabetermin des ersten Heftes war schließlich der 16. Oktober 1900.
Abbildungen Die einzelnen Spalten haben folgende Bedeutung: Band: Band, in dem die Abbildung erschien Heft: Heft, in dem die Abbildung erschien Tafel: Nummer der Tafel Titel: Bezeichnung der Tafel Taxon: Bezeichnung der Art/Unterart nach heutiger Nomenklatur. Ein Fragezeichen (?) weist darauf hin, dass das Taxon nicht in Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005 (übersetzt von Urs Eggli), ISBN 3-8001-4573-1 verzeichnet ist. Abbildung: Ausschnitt aus der Tafel