mini|Der Garten der Gerechten unter den Völkern Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus der Schweiz enthält Schweizer und Schweizerinnen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden. Seit 2007 erfolgten weitere Ehrungen.
Hintergrund Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden.
Zum 1. Januar 2024 betrug die Zahl der Gerechten insgesamt 28.707, darunter befinden sich 49 Schweizer. Anderen Quellen zufolge umfasste die Liste der Schweizer Gerechten bereits 2007 mehr als 60 Personen.François Wisard: Les Justes suisses. Des actes de Courage méconnus au temps de la Shoah. Genève 2007 (CICAD) Weitere Ehrungen erfolgten ab 2007.
Aufgrund der großen Anzahl an Personen ist die Gesamtliste nach Nationalitäten aufgeteilt. Zu anderen Nationen siehe Liste der Gerechten unter den Völkern.
Liste Die Liste ist alphabetisch nach Nachnamen geordnet. Hinter dem Namen ist – soweit bekannt – das Geburts- und das Sterbedatum angegeben sowie der Ort der Rettung, der Grund und das Jahr der Ehrung. Quelle der Informationen ist die Righteous Among the Nations Database der Gedenkstätte Yad Vashem. Name Geboren Gestorben Ort Grund der Ehrung Jahr BesanconGeorges Allenbach und seine Frau Juliette Allenbach waren Protestanten schweizerischer Herkunft, die während der Besatzung in Besançon unweit der Schweizer Grenze lebten. Das Ehepaar, das selbst vier jugendliche Kinder hatte, nahm im Oktober 1943 zunächst die jüngste Tochter der jüdischen Familie Farhi aus Paris, Francoise Farhi, bei sich auf und etwas später ihren zweijährigen Bruder Daniel Farhi.Bei Yad Vashem in der Liste der Gerechten aus Frankreich geführt1989 Sohn eines Schweizer Vaters, der auf das Schweizer Bürgerrecht verzichtet hatte. Aarau Prag Organisierte 1939 in Prag, gemeinsam mit Nicholas Winton, den Transport von mehr als 660 Kindern nach Großbritannien. 1993 Avry-devant-Pont Viry, Haute-Savoie Französisch-schweizerischer Doppelbürger. Er half alliierten Militärangehörigen und jüdischen Kindern über die Grenze von Savoyen in die Schweiz. Mitarbeiter von Marianne Cohn, die gefoltert und ermordet wurde. 1995 Douvaine, Haute-Savoie Der Landwirt nahm vorübergehend mehrere jüdische Familien vor ihrer Passage in die Schweiz und ein jüdisches Mädchen auf. 1987 Douvaine, Haute-Savoie Zusammen mit ihrem Mann nahm sie mehrere jüdische Verfolgte auf. 1987 Bremgarten AGThonon-les-Bains, Haute-Savoie Eintritt in die Herz-Jesu Ordensgemeinschaft (1924); versteckte bis zum Ende des Krieges drei Juden aus Wien im Kloster der Gemeinschaft in Thonon-les-Bains. 1991 Le Chambon-sur-Lignon Er war Mitbegründer und Leiter der Häuser Abric, Faidoli, Atelier Cévenol und Ferme Ecole in Le Chambon-sur-Lignon, wo er mit Pfarrer André Trocmé und einheimischen Flüchtlingshelfern zahlreiche Kinder vor Razzien und Deportationen retten half. 1990 Camp de Rivesaltes/Le Chambon-sur-Lignon Sie arbeitete mit ihrem Mann August Bohny für das Kinderheim Le Chambon-sur-Lignon, arbeitete mit Emma Ott, Elsa Lüthi-Ruth und Elisabeth Eidenbenz von der Maternité suisse d’Elne zusammen und konnte zahlreiche Internierte vor der Deportation in das KZ Auschwitz-Birkenau retten. 1990 Langenthal Budapest Als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Budapest richtete er Krankenhäuser, Kinder- und Waisenheime sowie Volksküchen für die ungarischen Juden ein; in diesen Schutzhäusern und durch Borns Einsatz entgingen tausende Juden der Deportation. 1987 Villaz-Saint-Pierre Dijon Archamps, Haute-Savoie Katholischer Priester. Versteckte mindestens einen jüdischen Verfolgten im Pfarrhaus, bis zur Flucht in die Schweiz. 1989 NovelDas französische Ehepaar Ernest Bronze und Germaine Brouze, das in Novel in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze lebte, ermöglichte ungefähr fünfzig jüdischen Flüchtlingen den illegalen Transfer aus der Schweiz nach Frankreich. 1997 NovelDas französische Ehepaar Ernest Bronze und Germaine Brouze, das in Novel in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze lebte, ermöglichte ungefähr fünfzig jüdischen Flüchtlingen den illegalen Transfer aus der Schweiz nach Frankreich. 1997 PannonhalmaEduard Benedikt Brunschweiler, ein Schweizer Geschäftsmann, der seit 1935 in Budapest tätig war, wurde 1944 von Friedrich Born, dem Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes in Ungarn zum Repräsentanten des Roten Kreuzes in der Erzabtei Martinsberg, einem großen Benediktinerkloster in Pannonhalma im Nordwesten Ungarns ernannt. Es gelang Brunschweiler das Gelände unter der Kontrolle des Roten Kreuzes für exterritorial erklären zu lassen und der Kontrolle des Horthy-Regimes und der Pfeilkreuzler zu entziehen. Dadurch fanden hunderte Juden, Flüchtlinge und Deserteure der Armee Schutz im Kloster, in der Schule und in anderen Gebäuden auf dem Gelände. Brunschweiler gründete ein Kinderheim, in dem mindestens 25 jüdische Kinder versteckt waren. Ihre Mütter wurden zusammen mit anderen Juden, die vor den Zwangsarbeitsbataillonen oder vor den Märschen zur österreichischen Grenze geflohen waren, in einem anderen Gebäude untergebracht. Auch nach dem Einmarsch der Roten Armee im März 1945 und seiner zeitweisen Verhaftung durch das russische Militär blieb Brunschweiler in der Abtei und kümmerte sich weiterhin um die vielen Flüchtlinge, die unter seiner Schirmherrschaft standen. 2007 Grenze Schweiz-Österreich Bündner Jurist, Beamter beim Departement für Justiz und Polizei des Kantons Graubünden. Er gewährte nach der Grenzschliessung zu Österreich einer Gruppe von Juden Einlass in die Schweiz. 2001 Brüssel May Calame-White lebte in Brüssel. Zusammen mit ihrem Mann beherbergte sie alliierte Flieger, zwei jüdische Familien und ein junges Mädchen bei sich zu Hause. 1998 Tavannes Brüssel Paul Calame lebte in Brüssel und war im belgischen Widerstand aktiv. Er beherbergte alliierte Flieger, zwei jüdische Familien und ein junges Mädchen bei sich zu Hause. 1998 RomJeanette Carmen (geb. Muller) und ihre Schwester Ida Muller versteckten in Rom eine jüdische Frau. 2016 Gebürtige Polin, ließ sich in den 1960er Jahren in der Schweiz nieder. Amerikanische Staatsangehörige. Warschau Ihre Mutter und sie versteckten in ihrer Wohnung in Warschau eine dreiköpfige jüdische Familie. 1982 Champéry Marguerite Constantin-Marclay und ihre Eltern nahmen im Jahre 1942 vierzehn Juden bei sich auf. 2000 Fay-sur-Lignon, Département Haute-Loire Pfarrerssohn, als Pfarrer in Fay-sur-Lignon tätig. Versteckte Flüchtlinge bei sich und brachte sie dann in der protestantischen Gemeinde von Le Chambon-sur-Lignon unter. Anderen Flüchtlingen half er über die Grenze in die Schweiz. 1987 Fay-sur-Lignon, Département Haute-Loire Ehefrau von Daniel Curtet. Beide nahmen Flüchtlinge bei sich zu Hause auf. 1987 Neuchâtel Lyon Unterstützte ihren Mann bei der Rettung von Juden. 1976 Genf Lyon Schweizer Pfarrer, der ab 1940 im Lyon des Vichy-Regimes Juden half, Frankreich Richtung Schweiz zu verlassen, predigte gegen die nationalsozialistische Rassenideologie und wurde während eines Gottesdienstes verhaftet. 1976 Biel Château de la Hille, Département Ariège Delegationsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK), der Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes und der Schweizer Spende in Südfrankreich. 1985 Le Pont de Senegats,
Département Tarn-et-GaronneDer Pastor Marcel Ducommun und seine Frau Hélène Ducommun beherbergten und ernährten die fünfköpfige jüdische Familie Grubstein von November 1942 bis Sommer 1944 in ihrem Wohnhaus und der Kirche. 2010 Le Pont de Senegats,