mini|Georg Mörsch (1997) Georg Mörsch (* 15. März 1940 in Aachen) ist ein deutscher, von 1980 bis 2005 an der ETH Zürich lehrender Kunsthistoriker und Denkmalpfleger.

Leben und Wirken Der aus dem Rheinland stammende Mörsch war zunächst beim dortigen Landeskonservator tätig und als Referent für Köln zuständig. Siehe Hiltrud Kier: Rekonstruktionen – ein neuer Baustil? Das Komische in der Kunstgeschichte und Denkmalpflege. In: Roland Kanz (Hrsg.): Das Komische in der Kunst. Böhlau-Verlag, Köln 2007, S. 281ff, S. 286. Danach wurde er Professor für Denkmalpflege an der ETH Zürich. Auch während seiner langjährigen Tätigkeit in Zürich blieb er stets in intensivem Kontakt mit den deutschen Institutionen der Denkmalpflege, engagierte sich als Direktor des Instituts für Denkmalpflege der ETH aber auch leidenschaftlich in der Schweizer Denkmalpflege. So war er als Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege wesentlich an der Ausarbeitung der Leitsätze der Denkmalpflege in der Schweiz beteiligt doi.org/10.3929/ethz-a-010113545, begleitete wissenschaftlich die Restaurierung der Kathedrale von Chur, war in zahlreichen Jurys aktiv und verfasste Fachgutachten, die unter anderem zum Erhalt des Gebäudes des Kino Küchlins in Basel beitrugen.

Er erhielt im November 2005 den vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz verliehenen Karl-Friedrich-Schinkel-Ring, den höchsten deutschen Preis für Denkmalschutz. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde von Hans-Rudolf Meier und Ingrid Scheurmann die Festschrift Denkmalwerte Beiträge zur Theorie und Aktualität der Denkmalpflege herausgegeben. Hans-Rudolf Meier und Ingrid Scheurmann (Hrsg.): DENKmalWERTE. Beiträge zur Theorie und Aktualität der Denkmalpflege. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2010.

Mörsch hat sich als konsequenter Verfechter selbstbewussten zeitgenössischen Bauens auch im historischen Ambiente und als Kritiker von Rekonstruktionen und harmonisierender Anpassungsarchitektur positioniert. Vgl. dazu auch seine Abschiedsvorlesung: Vom Nutzen der Denkmäler für die Architektur. Abschiedsvorlesung an der ETH Zürich, 10. November 2005, Video 44:17 min (abgerufen am 13. Juni 2021).

Beispielsweise favorisierte er ein Neubauprojekt für das Stadtmuseum Rapperswil, das zwischen dem Breny-Turm aus dem 13. Jahrhundert und dem spätgotischen Breny-Haus von 1492 geplant war:

Veröffentlichungen (Auswahl) Aufgeklärter Widerstand. Das Denkmal als Frage und Aufgabe. Birkhäuser, Basel 1989. Denkmalverständnis. Vorträge und Aufsätze 1990–2002. VdF, Zürich 2005, ISBN 978-3-7281-2962-8 mit Adrian von Buttlar, Gabi Dolff-Bonekämper, Michael S. Falser, Achim Hubel (Hrsg.): Denkmalpflege statt Attrappenkult. Gegen die Rekonstruktion von Baudenkmälern – eine Anthologie. Bauverlag, Birkhäuser, Gütersloh,/Berlin/Basel 2010, ISBN 978-3-0346-0705-6. (Bauwelt Fundamente, 146)

Weblinks

Georg Mörsch: Verluste durch Denkmalpflege im 19. Jahrhundert. Einführungsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 9. Dezember 1980 (Audio). Georg Mörsch: Vom Nutzen der Denkmäler für die Architektur. Abschiedsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 10. November 2005.

Einzelnachweise

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