mini|David Lozano Garbala mit der Trilogie Puerta Oscura und anderen Werken, 2018 Puerta Oscura (spanisch: La Puerta Oscura, „Die Dunkle Pforte“) ist eine Buchtrilogie des spanischen Autors David Lozano Garbala. Sie vereint Urban-Fantasy, Horrorgeschichte und Kriminalroman. Die Bücher erschienen von 2008 bis 2009 bei Grupo SM in Spanien, von 2010 bis 2012 in deutscher Übersetzung beim Loewe-Verlag.

Übersicht

Vorgeschichte Als vor 900 Jahren der venezianische Edelmann Fabrizio della Bellanza seine Frau Adriana Balici an den Tod verlor, war er verzweifelt. Adriana bat im Totenreich um eine Möglichkeit für ihren Mann, zu ihr zu gelangen, was schließlich gewährt wurde. Als Verbindung zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden wurde eine kostbare Truhe des Edelmanns, ein Geschenk des Dogens, ausgewählt; sie wurde daraufhin die Dunkle Pforte genannt.

Die Pforte öffnet sich alle 100 Jahre um Mitternacht am 1. November (Allerheiligen) und lässt einen Sterblichen ins Totenreich. Doch als Ausgleich dazu kann ein totes Wesen in die Welt der Lebenden gelangen (ein bekannter Fall der Vergangenheit war Jack the Ripper). Die Person, die ins Totenreich gelangt, wird Wanderer genannt und darf nach der ersten Wanderung öfter die Pforte benutzen; ein Aufenthalt im Totenreich darf jedoch nicht länger als sieben Tage dauern. Bis 2008, den Geschehnissen von Band 1, haben fünf Menschen die Schwelle zum Totenreich überschritten.

Als „Werkzeug des Guten“ gibt es den Wächterorden. Alle Mitglieder des Ordens (in jeder Generation nur einer) werden dazu ausgebildet, die Dunkle Pforte zu beschützen. Zum Zeitpunkt der Buchserie ist der Gerichtsmediziner Marcel Laville der Wächter der Pforte.

Band 1: Totenreise Allgemein Das Buch erschien 2008 in Spanien als El Viajero („Der Wanderer“) mit einer Startauflage von 65.000 Exemplaren. Es wurde von Susanna Mende ins Deutsche übersetzt und erschien 2010 im Loewe-Verlag.

Die deutsche Ausgabe umfasst 608 Seiten, eingeteilt in 55 Kapitel. Die Widmung lautet:

Als Einleitung findet man ein Zitat aus Edgar Allan Poes Das Spukschloss. Vor dem ersten Kapitel ist eine Buchstelle aus dem Mittelteil eingefügt.

Handlung Die fünfzehnjährigen Jungen Pascal Rivas und Dominique Herault besuchen in Paris die Wahrsagerin Daphne. Pascal möchte wissen, ob das Mädchen Michelle Tauzin eine Beziehung mit ihm eingehen will, aber Daphne kann nur eine unbestimmte dunkle Bedrohung erkennen. Zu Halloween gehen Pascal, Dominique und Michelle auf eine Gothic-Party im Haus von Jules Marceaux. Auf der Suche nach einer Verkleidung steigt Pascal in eine alte Truhe; als er wieder hinauswill, findet er sich in einer ihm völlig unbekannten Gegend wieder.

Pascal sieht sich genauer um und gelangt schließlich auf eine Nachbildung des Friedhofs von Montparnasse. Dort begegnet er dem Toten Capitaine Armand Runné, der ihm erklärt, dass er sich im „Zwischenreich“ befindet, wo Tote darauf warten, weiterzukommen. Pascal trifft weitere Friedhofsbewohner und erfährt die Geschichte der Dunklen Pforte. Unbeschadet kommt er anschließend wieder zurück ins Paris der Lebenden.

Im Marie-Curie-Gymnasium wird der Lehrer Henri Delaveau ermordet und die Polizei steht vor einem Rätsel, da dem Opfer das gesamte Blut abgesaugt wurde. Während die Kommissarin Marguerite Betancourt nach einer gewöhnlichen Lösung sucht, vermutet der Gerichtsmediziner Marcel Laville eine übernatürliche Bedrohung: Der einzige Fingerabdruck stammt vom Mörder und Vergewaltiger Luc Gautier, der aber bereits vor fünfzig Jahren verstorben ist.

Pascal weiht Dominique in das Geheimnis der Dunklen Pforte ein, nachdem die Wahrsagerin Daphne, die Erscheinungen hatte, ihn vor dem Bösen gewarnt hat. Es stellt sich heraus, dass Pascal beim Betreten des Zwischenreichs einen Vampir befreit hat, der nun in Paris sein Unwesen treibt. Auch Jules wird eingeweiht, als Daphne herausfindet, dass der Vampir Michelle entführt hat und sie durch ein dunkles Ritual in die Hölle schicken will: Dadurch soll der Wanderer ins Totenreich gelockt werden, wo er, wenn der Vampir die Dunkle Pforte zerstören würde, für immer gefangen wäre.

Die Polizei stößt auf die Leichen der Jugendlichen Melanie und Raoul, die nach Jules’ Party verschwunden waren und auf die gleiche Weise wie Delaveau starben. Kommissarin Betancourt und Marcel Laville suchen daraufhin ohne Erlaubnis in der Gruft der Gautiers nach Spuren: Das Grab von Luc Gautier ist leer und Marguerite wird von jemandem angegriffen, den Marcel als den Lehrer Delaveau identifiziert. Später findet Marguerite heraus, dass ein gewisser Albert Varney die Stelle Delaveaus übernommen hat, und hat nun diesen in Verdacht, der Mörder zu sein. Daphne findet heraus, dass der echte Varney wohl vom Vampir aus dem Weg geräumt wurde; Gautier schlüpfte selbst in die Rolle des Lehrers. Daraufhin versucht die Wahrsagerin, das Grab des Vampirs zu finden, um ihn unschädlich zu machen.

Pascal macht sich auf den Weg, um Michelle zu befreien. Dabei wird er von der umherirrenden Seele Beatrice begleitet und von anderen Bewohnern des Zwischenreichs unterstützt. Die beiden müssen auf dem Weg in das Reich des Bösen den Kronosfelsen überwinden, indem sie Zeitreisen in zwei dunkle Abschnitte der Geschichte machen, die Zeit der Pest und der Heiligen Inquisition. Sie überwinden die Gefahren des Bösen und erreichen Michelle, die mit einem anderen Gefangenen, dem kleinen Jungen Marc, von Skeletten in die Hölle gebracht werden soll. Die Befreiung gelingt und die vier treten den Rückweg an.

Luc Gautier hat den Standort der Dunklen Pforte ausgemacht. Ihm gelingt es mit einer List, ins Haus zu kommen. Daphne, Jules und Dominique verteidigen sich nach Kräften, drohen aber dennoch zu unterliegen. Aufgrund zweier Morde in Jules’ Nachbarschaft werden Marguerite und Marcel auf den Plan gerufen. Der Gerichtsmediziner begibt sich allein zu Jules, wo er sich als geheimer „Wächter der Pforte“ zu erkennen gibt und den Kampf gegen den Vampir aufnimmt. Beinahe besiegt Gautier auch Marcel, doch in letzter Sekunde erreicht Marguerite den Schauplatz und erschießt den Vampir, der in seiner Form als Albert Varney auftritt, mit ihrer Pistole, in die sie trotz aller Vorbehalte gegen Marcels Theorien Silberkugeln gegeben hat. Die Polizei betrachtet den Fall für abgeschlossen und Varney als den Schuldigen. Die Dunkle Pforte ist außer Gefahr; Marcel, der Wächter, hat seine Identität weiterhin vor der Kommissarin geheim gehalten und erholt sich wieder vom Kampf, ebenso Dominique und Daphne. Nur Jules hat eine Wunde vom Kampf mit Gautier zurückbehalten.

Pascal, Michelle, Beatrice und Marc gelangen wohlbehalten zurück ins Zwischenreich. Dort verschwindet Marc plötzlich und Beatrice findet heraus, dass der vermeintliche kleine Junge in Wirklichkeit ein Verdammter war, den sie nun befreit haben und der auf Böses sinnt …

Band 2: Totengelächter Allgemein Das Buch erschien 2009 in Spanien als El Mal („Das Böse“). Es wurde von Kristin Bleiel und Catalina Rojas Hauser ins Deutsche übersetzt und erschien 2011 im Loewe-Verlag.

Die deutsche Ausgabe umfasst 592 Seiten, eingeteilt in 58 Kapitel. Die Widmung lautet:

Als Einleitung findet man Zitate aus Luis Duráns El Martín Pescador und aus José Emilio Pachecos Novela de terror. Vor dem ersten Kapitel ist eine im Präsens geschriebene Einleitung eingefügt.

Handlung Die Dunkle Pforte wird vom Wächter Marcel Laville in das geheime Hauptquartier des Wächterordens im Palais Le Marais gebracht. Doch im Februar wird Pascal in seinem Zimmer plötzlich von einem unbekannten Wesen angegriffen und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Nach weiteren Vorfällen, wird die Gemeinschaft der Dunkle Pforte wieder aktiv. Sie besteht nun aus Daphne, Marcel, Pascal, Michelle, Dominique, Jules, Mathieu (Mitschüler von Pascal und Dominique) und Edouard (Lehrling von Daphne).

Der Dämon Marc tötet kurz nacheinander zwei Köpfe des Europäischen Dreiecks, die Londoner Wahrsagerin Agatha La Serena und den Madrider Wahrsager Fernando Guillén. Dann setzt er sich mit dem Pariser Magier André Verger in Verbindung, den er zu seinem Diener macht. Verger setzt daraufhin seine Leute auf die Dunkle Pforte und den Wanderer an.

Pascal hilft im Auftrag der Toten, den Mörder Goubert zu verhaften und den Betrüger Daniel Lebowitz zu entlarven, der seinem Vater einen Mord in die Schuhe geschoben hat und nach der Konfrontation mit dem Wanderer Selbstmord begeht. Bei einer kurzen Reise ins Totenreich sucht er nach Spuren von Marc und begegnet Beatrice wieder.

Marc gelingt es nicht, auch den italienischen Seher Francesco Girardelli zu töten, da dieser von Daphne gewarnt wird. Doch Verger sucht Girardelli persönlich auf und schneidet ihm die Kehle durch. Als einer von Vergers Männern den Standort der Dunklen Pforte ausmacht, wird er von Marcel aus dem Weg geschafft. Ein weiterer wird von Pascal getötet.

Die Putzfrau Sophie Renard stirbt im Marie-Curie-Gymnasium und Kommissarin Marguerite Betancourt vermutet einen Mord, da das Schließfach von Pascal Rivas offensichtlich durchsucht wurde. Marcel bewegt die Kommissarin dazu, Pascal zu bewachen, worauf sie tatsächlich einen von Vergers Männern stellt, der aber Suizid begeht. Zusammen mit Marcel gerät sie in eine Schießerei mit zwei weiteren Männern, die dabei den Tod finden.

Pascal fühlt sich hin- und hergerissen zwischen Michelle und Beatrice. Zu seinem Erstaunen sucht ihn Beatrice in der Welt der Lebenden auf; sie erklärt ihm, durch ein besonderes Ritual wieder lebendig geworden zu sein. Der Wanderer sieht sich außerstande, eine Entscheidung zwischen den Mädchen zu fällen.

Kurz hintereinander ereignen sich in Paris zwei seltsame Morde: an Guillaume Cardinet, einem Obdachlosen, und an Bertrand Lagarde, einem Hausbesetzer. Ihnen wurde die Kehle durchgeschnitten, doch es fehlt das Blut. Jules muss derweil feststellen, dass es Luc Gautier während ihres Kampfes gelungen ist, ihn am Hals zu verletzen. Ohne dass er etwas dagegen tun kann, verwandelt er sich langsam in einen Vampir. Als er von den Morden erfährt, ist er überzeugt, der Schuldige zu sein, da er sich nicht an die Nächte erinnern kann und am Morgen Blut erbricht.

Bei seiner nächsten Reise ins Jenseits begibt sich Pascal ins Reich der Hausgeister, wo sich Marc aufhält. Er begegnet dem jungen Selbstmörder Ralph Buxter, der zu seinem Begleiter wird. Pascal wird jedoch von einem Hausgeist angegriffen, der Marc treu ist und kehrt schnell zurück.

Bei Recherchen über die wahre Natur des Dämons findet Dominique heraus, dass es sich um den dreifachen Kindesvergewaltiger und -mörder Marc Vicente handelt. Als er auf dem Friedhof von Montparnasse das Grab des Dämons aufsucht, wird er von Verger überrascht und von dessen Auto überfahren; er schwebt in Lebensgefahr.

Jules will, um weiteren Schaden zu verhindern, Selbstmord begehen. Dabei trifft er auf Beatrice, die sagt, dass sie ihn bei den Morden beobachtet hat. Da kommen Michelle und Mathieu dazu und finden heraus, dass in Wahrheit Beatrice die Morde begangen hat: Um lebendig zu erscheinen, musste sie menschliches Blut zu sich nehmen; darauf versuchte sie, ihre Taten Jules anzuhängen.

Inzwischen hat sich André Verger Zugang zum Palais Le Marais verschafft, wobei er Marguerite Betancourt als Geisel nimmt. Der Hexer kämpft gegen Daphne und den Wächter Marcel. Als Marguerite versucht, ihn zu stoppen, lässt er eine Glasscheibe über ihr zerbrechen, die sie tötet. Verger droht, zu siegen, doch da erscheint Beatrice und stürzt sich mit ihm aus dem Fenster.