Friedrich Leybold (span: Frederico Leybold; * 29. September 1827 in Großköllnbach, Königreich Bayern; † 31. Dezember 1879 in Santiago de Chile) war ein bayerischer, deutscher Botaniker, Naturforscher und Apotheker. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Am 1. Januar 1856 wurde Leybold für seine wissenschaftlichen Arbeiten als Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.Unbekannter Autor, S. 149. 1871 schickte er dem Allgemeinen Österreichischen Apotheker-Verein ein Geschenk mit verschiedenen Wirkstoffen aus verschiedenen südamerikanischen Ländern. Im Gegenzug wurde er vom Verein als korrespondierendes Mitglied geführt.Droguen aus Chile, Mendoza, Costa Rica und Bolivien, S. 370 f. & S. 706

Nach seiner Zeit in Bozen und später in Hamburg kam Leybold schließlich im Jahr 1856 in Chile an. Er lebte zunächst in Valparaíso.Flora, 1856, S. 287. In einem Brief an den damaligen amtierenden Präsidenten der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Wilhelm Behn, schrieb Leybold:

In dieser Zeit betrieb er in Santiago de Chile eine Apotheke, die den Namen Drogueria i Botica Alemana de Frederico Leybold trug.

Als es ihm wirtschaftlich besser ging, brach er seiner Passion folgend zu Forschungszwecken zu zahlreichen Reisen in die chilenischen und argentinischen Kordilleren auf. Diese Aktivitäten brachten ihn erneut in schwere Geldnöte. Deshalb setzte er zu Beginn des Salpeterkrieges seine ganze Hoffnung in Verhandlungen mit der chilenischen Regierung. Für den Krieg zwischen Chile, Peru und Bolivien wollte er eine feste Fleischbrühe in Konserven für das Heer liefern, doch die Verhandlungen und das Geschäft platzten. Diese auswegslose Situation führte bei Leybold zur Lebensmüdigkeit und schließlich im Jahr 1879 zum Suizid.Unbekannter Autor, S. 209.

Friedrich Leybold der Wissenschaftler Sehr oft wird Friedrich Leybold in der Literatur mit dem Kieler Gärtner und Pflanzensammler Friedrich Ernst Leibold (1804–1864) verwechselt.Leibold, Friedrich Ernst (1804–1864) bei Jstore Plant Science

In seiner Zeit in Deutschland und Europa beschränkten sich seine Publikationen auf die Flora und Fauna Südtirols. So erschienen seine Publikationen überwiegend in der Fachzeitschrift Flora oder allgemeine Botanische Zeitung. Zunächst pflegte Leybold ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Bozener Botaniker Franz Freiherr von Hausmann (1810–1878), dem er 1852 das lateinische Artepitheton des Dolomiten-Mannsschilds widmete.Leybold, Flora, 1852, S. 401 Als ihm der Bozener Maler Gottfried Seelos (1829–1900) Dolomit-Streifenfarn zur Analyse nach Hamburg schickte, kam es zum endgültigen Bruch zwischen Hausmann und ihm. Leybold fühlte sich vom Handeln des ehrgeizigen Hausmann hintergangen.Leybold, Flora, 1855, S. 414 f.

Bereits im Jahre 1854 schaltete Leybold eine Anzeige in der Flora und bot seine gesamte Sammlung mit vielen Raritäten zum Verkauf an. Als Grund für den Verkauf gab er seine geplante Abreise nach Chile an.Leybold, Flora, 1854, S. 416. In Chile führten ihn seine Exkursionen zunächst in die Umgebung des 5748 Meter hohen Cerro Colorado, wo er die zu den Rosettenveilchen gehörende neue Art Viola atropurpurea entdeckt. Im Jahr 1865 schickt er eine Expedition in die argentinische Provinz Mendoza, die ihm einige Vogelbälge zurückbrachte. Diese übergab er Louis Landböck, dem Kurator des Museums, der die angeblich neuen Arten für Leybold im Journal für Ornithologie beschrieb. Später stellen sich jedoch alle Neubeschreibungen als bereits bekannte Arten heraus.

Im Februar 1871 machte Leybold sich schließlich selbst auf den Weg in die argentinische Pampa. Als Resultat entstand sein beachtenswerter Reisebericht, der unter dem Namen Escursion a las pampas arjentinas : hojas de mi diario, febrero de 1871: seguido de tablas de observaciones barométricas i un boceto de la ruta tomada publiziert wurde. Für den Vulkanologen Alfons Stübel (1835–1904) übersetzte er 1878 einen kleinen Artikel ins Spanische, der unter dem Namen Antigua erupcion volcanica en la vecindad de los baños de Cauquenes, situados en el Valle del Cachapual, al lado austrae de este rio erschien.

Dedikationsnamen mini|hochkant|Die Leybold von John Gould gewidmete Unterart des Juan-Fernandez-Kolibris Eustephanus leyboldi Der britische Ornithologe John Gould (1804–1881) widmete Leybold 1870 eine Unterart des Juan-Fernandez-Kolibris und benannte diese Eustephanus leyboldi bzw. Sephanoides fernandensis leyboldi. In seiner Begründung für die Namenswahl schrieb er:

Der spanische Zoologe Marcos Jiménez de la Espada (1831–1898) widmete seinem Freund Leybold 1875 die heute taxonomisch unter incertae sedis geführte Amphibienart Pyxicephalus leyboldi.Marcos Jiménez de la Espada, S. 19.

Erstbeschreibungen von Friedrich Leybold Friedrich Leybold hat einige Arten und Unterarten als Erstautor beschrieben.

Arten Zu den Arten die Leybold beschrieben hat gehören chronologisch: Felsen-Seidelbast (Daphne petraea) Dolomiten-Mannsschild (Androsace hausmannii) Dolomit-Streifenfarn (Asplenium seelosii) Patagonien-Lanzenotter Bothrops ammodytoides , 1873 Pseudotomodon trigonatus (, 1873)

Unterarten Zu den Unterarten die Leybold beschrieben hat gehören chronologisch: Unterart des Atacamakolibris Rhodopis vesper atacamensis (, 1869) Unterart des Grünbindenspechts Colaptes melanochloros leucofrenatus , 1873

Werke Jahr 1852

Jahr 1853

Jahr 1854

Jahr 1855

Jahr 1858

Jahr 1859

Jahr 1862

Jahr 1863

Jahr 1864

Jahr 1865

Jahr 1866

Jahr 1869

Jahr 1873

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Botaniker (19. Jahrhundert) Kategorie:Apotheker (19. Jahrhundert) Kategorie:Naturforscher Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Emigrant in Chile Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1827 Kategorie:Gestorben 1879 Kategorie:Mann