Hausen im Wiesental (alemannisch: Huuse) ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Lörrach. Sie liegt im mittleren Wiesental und ist als Heimatort des badischen Dichters Johann Peter Hebel bekannt. Eine erste gesicherte und ausführliche Erwähnung des Dorfes erfolgte 1362.K. Schubring: Was der Name Hausen besagt-oder: Wie alt ist Hausen i.W.? In: Hausen im Wiesental – Gegenwart und Geschichte. Vom 17. bis 19. Jahrhundert beherbergte Hausen eines der wichtigsten Eisenwerke der Markgrafschaft und später des Großherzogtums Baden, ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Textilindustrie für das Dorf prägend. Die Gemeinde Hausen zählt Einwohner () und erstreckt sich über eine 514 Hektar große Gemarkung; zu ihr gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geografie Lage mini|links|Blick auf Hausen (Mittel- und Oberdorf) von Osten aus Hausen im Wiesental liegt etwa in der Mitte des Tals der Wiese, eines rechten Nebenflusses des Rheins im Süden des Naturparks Südschwarzwald. Das Wiesental war eine der am frühesten industrialisierten Gegenden im damaligen Großherzogtum Baden. Die Gemeinde Hausen ist etwa 15 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Die Gemarkung des Ortes erstreckt sich über 514 Hektar, die höchste Erhebung liegt auf dem Tannenbühl (), am tiefsten ist es an der Grenze zu Schopfheim ().

Hausen ist im Westen und Osten von Hügeln und Bergrücken umgeben. Im Nordwesten Richtung Gresgen liegen der Knobel und der Tannenbühl, im Westen erstrecken sich der Kölsberg, der Maiberg und der Bergrücken des Entegasts mit dem Hausener Köpfle. Östlich der Wiese liegen der Glaskopf, der Blaßberg, der Alzenbühl, im Südosten die Langenfirst und etwas weiter im Hintergrund die Hohe Möhr. Östlich der Wiese liegt außerdem der Staatsforst Hausener Hau, der jedoch trotz seines Namens nicht mehr zum Ort gehört. Nachbargemeinden von Hausen sind die Stadt Zell im Wiesental mit dem Ortsteil Gresgen im Norden und Nordosten sowie Schopfheim, dessen Gemeindegebiet Hausen im Westen mit der Kernstadt und dem Ortsteil Enkenstein, im Osten mit dem Ortsteil Raitbach und im Süden mit dem Ortsteil Fahrnau kragenförmig umschließt.

Geologie Die bei Kandern einsetzende und, OSO verlaufend, in das Bruchschollenfeld von Hasel übergehende Schwarzwaldsüdrand-Verwerfung quert Hausens Gemarkung etwa auf der Höhe der Ortsmitte und bewirkt, dass das Gemeindegebiet Anteil an zwei ganz unterschiedlichen Landschaften hat: einmal am kristallinen Grundgebirgsschwarzwald im N und an der Perm-Buntsandsteinlandschaft des Weitenauer Berglands mit dem breiten Talraum der Wiese im Süden.

An der genannten Verwerfung wird das Kristallin des Schwarzwaldes weit in die Tiefe versenkt. Das Deckgebirge, das einst auch den Schwarzwald bedeckte, dort mit dessen Aufsteigen in der Tertiärzeit aber der Abtragung anheimfiel, konnte in der geschützten Tieflage südlich der Südrandverwerfung überdauern. Allerdings sind im östlichen Teil des Weitenauer Berglands (hier auf dem Entegast) alle Schichten – Jura, Keuper, Muschelkalk – bis auf den Buntsandstein bereits abgeräumt. Der Entegast mit dem Hausener Köpfle ist dementsprechend eine Buntsandsteintafel, welche auf einem Sockel von Rotliegend- und Zechstein-Schichten ruht, die schon im Erdaltertum (im Perm) entstanden.

Beim Rotliegend (genauer: der Weitenau-Formation) und Zechstein (Wiesental-Formation) – Alter etwa 250 bis 275 Mio. Jahre – handelt es sich um angeschwemmtes Abtragungsmaterial (Sandsteine und Ton/Schluff) am Fuße eines Schwarzwald-Vorläufers. Der Buntsandstein ist ebenfalls ein Schwemmlandsediment. Alter etwa 240–250 Mio. Jahre.

Der Talraum der Wiese verbreitert sich südlich der Schwarzwaldsüdrand-Verwerfung auf etwa 1,5 km. Die Wiese konnte hier im Deckgebirge kräftiger seitwärts erodieren als im widerständigeren Schwarzwaldgranit. In den von ihr geschaffenen Talraum deponierte sie in den Kaltzeiten des Eiszeitalters ihre Schotter. Die heutige Talfüllung ist die Hinterlassenschaft der letzten (Würm-)Kaltzeit. Nacheiszeitlich wurden Schotter zum Teil umgelagert oder abgeräumt, weshalb der Talboden um Hausen mehrere Niveaus aufweist. Die sich eintiefende Wiese hat schließlich die Aue, das tiefste Niveau, geschaffen, in welcher sich der Fluss bis zur Wiese-Korrektion ganz ungeregelt bewegte.

Nördlich der Schwarzwaldsüdrandverwerfung erheben sich die Schwarzwaldberge Knobel, Ubholz und Kölsberg. Man ist hier im Gebiet des Malsburg-Granits, eines mittel- bis grobkörnigen (z. T. rötlich-)grauen Biotitgranits, in dem auch große Feldspatkristalle vorkommen (Biotit: schwarzer Glimmer). Die Granitmassen gehören zu einem einst in den älteren Gneis aufgedrungenen, später durch die Abtragung freigelegten Pluton der Karbonzeit (Alter etwa 330 Mio. Jahre). An der Maibergstraße ist der leicht vergrusende Malsburggranit mehrfach aufgeschlossen.

Auf der Maiberg-Passhöhe lassen sich bereits beim Wanderparkplatz und am Birchbühl Gerölle beobachten, die ein altpleistozäner (aus dem älteren Eiszeitalter) Fluss hinterlassen hat. Anhand weiterer Schotterreste (unter anderem beim Wirtenberg oder den Klosterhöfen) lässt sich sein Lauf in etwa weiter westlich verfolgen. Unmittelbar westlich des Maibergpasses setzt mit dem Brodenloch-Tälchen die Ausräumungszone in den weichen Rotliegend-Tonen zwischen Schwarzwald und den Buntsandstein-Tafelbergen ein.

Klima Hausen verfügt über keine eigene Station zur Messung von Wetterdaten. Eine solche besteht allerdings im Schopfheimer Ortsteil Eichen, nur wenige Kilometer von Hausen entfernt und nahezu auf gleicher Höhe. Die in Eichen gemessenen Temperatur- und Niederschlagswerte sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben:

Naturlandschaft In der naturräumlichen Gliederung liegt Hausen im Schwarzwald und dort in der Hauptregion 4. Ordnung „Hochschwarzwald“ (Nummer 155).Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (2010): Naturräume Baden-Württembergs. PDF Durch die Gemarkung verläuft dabei die Grenze zwischen den Teillandschaften Südlicher Kammschwarzwald im Norden (Mittleres Wiesebergland) und Weitenauer Bergland im Süden (Unteres Wiesetal und Schlächtenhaus-Weitenauer Talung). Das gesamte Gemeindegebiet Hausens ist Teil des Naturparks Südschwarzwald.Datenauswertebogen NP 6 – Südschwarzwald vom 62,93 Hektar der Hausener Gemarkung gehören außerdem zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Röttler Wald“. Es handelt sich dabei um ein über mehrere Gemeinden verteiltes, mehr als 2500 Hektar großes, strukturreiches Wald- und Wiesengebiet mit Buchenaltbeständen. Zu den darin heimischen Arten gehören die Gelbbauchunke, der Hirschkäfer, die Helm-Azurjungfer, das Grüne Gabelzahnmoos, die Bechstein- und die Wimperfledermaus sowie das Große Mausohr.Datenauswertebogen FFH 8312341 – Röttler Wald vom

Geschichte Erste Zeugnisse mini|Karte des Markgräflerlands, die Hausens Lage direkt an der Grenze zu Vorderösterreich illustriert Die frühe Geschichte Hausens, seine Gründung und territoriale Zugehörigkeit lassen sich nicht genau bestimmen. Aufgrund der Besiedelung des Wiesentals, der ersten Erwähnung umliegender Orte und des Ortsnamens kann allerdings vermutet werden, dass der Ort um 800 gegründet wurde.K. Schubring: Was der Name Hausen besagt-oder: Wie alt ist Hausen i.W.? In: Hausen im Wiesental – Gegenwart und Geschichte. S. 100. Politisch und territorial war Hausen vermutlich eng mit dem benachbarten Schopfheim verknüpft, das lange Zeit zur Herrschaft Rötteln gehörte. Johann Georg Behringer und Reinhold Zumtobel: Hausen im Wiesental., S. 75. (zur Herrschaftsentwicklung im Wiesental siehe auch Geschichte des Wiesentals)