miniatur|Logo der Pekinger U-Bahn miniatur|U-Bahnhof auf der Linie 2

Die U-Bahn Peking () oder Beijing Subway ist die U-Bahn im Ballungsraum Peking, der Hauptstadt der Volksrepublik China. Im Januar 2022 maß das Pekinger U-Bahn-Netz 783 km. Im Dezember 2025 wurde eine Streckenlänge von 888 Kilometern mit 513 Stationen (Umsteigestationen mehrfach gezählt) erreicht.

Die U-Bahn verkehrt von 5:10 bis 23:40, wobei der Takt in der Hauptverkehrszeit drei bis vier Minuten beträgt, sonst acht Minuten. Die Pekinger U-Bahn ist dafür ausgelegt, 13 Millionen Menschen pro Tag zu befördern; der Fahrgastrekord vom 12. Juli 2019 mit 13,7538 Millionen Fahrgästen lag über der Kapazitätsgrenze. Der bisherige Fahrgastrekord pro Jahr wurde 2019 mit 3,96 Milliarden Personen erreicht. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie in der Volksrepublik China sank das Fahrgastaufkommen vorübergehend auf 2,29 Milliarden im Jahr 2020.

Geschichte miniatur|Ausbauplanungen (Stand 2015) Pekings U-Bahn-System war das erste der Volksrepublik China, der Bau dafür begann 1965. Die erste Strecke vom Hauptbahnhof nach Pingguoyuan wurde am 1. Oktober 1969 eröffnet. Die Strecke entspricht heute dem westlichen Teil der Linie 1 und dem südlichen Teil der Linie 2. Die U-Bahn durfte zuerst nur von Beamten benutzt werden, erst 1977 war die Benutzung durch die übrigen Einwohner Pekings erlaubt.

Am 20. September 1984 wurde der restliche Teil der Ringlinie eröffnet und damit der Betrieb auf zwei Linien aufgeteilt. Am 12. Dezember 1992 wurde die Linie 1 ostwärts von Fuxingmen nach Xidan verlängert. Eine weitere Verlängerung von Xidan nach Sihuidong fand am 28. September 1999 statt. Seit dem 24. Juni 2000 ist es möglich, dass Züge direkt von Pingguoyuan nach Sihuidong durchfahren können, vorher bestand keine direkte Gleisverbindung.

Eine weitere Linie wurde am 28. September 2002 (westlicher Teil bis Huoying) und am 28. Januar 2003 (östlicher Teil) eröffnet. Die Batong-Linie, die als Verlängerung der Linie 1 gebaut wurde, ist am 27. Dezember 2003 als separate Linie in Betrieb gegangen. Die Linie 5 wurde am 7. Oktober 2007 eröffnet.

Die Eröffnung der für die Olympischen Sommerspiele 2008 wichtigen U-Bahn-Linien 10 und Airport-Express fanden am 19. Juli 2008 statt. Der „olympische Zubringer“ zwischen den Stationen „Beitucheng“ und „Senlin Gongyuan Nanmen“, der offiziell schon als Linie 8 bezeichnet wird, durfte bis zum Ende der Olympischen Spiele aber nur mit Akkreditierung für die Olympischen Spiele oder mit einer Eintrittskarte für den entsprechenden Tag benutzt werden.

Seit 2008 ist die U-Bahn Teil des Benchmarking-Systems Community of Metros. Der Westbahnhof wurde am 30. Dezember 2012 ebenfalls an das Pekinger U-Bahn-Netz angeschlossen.

Netz Übersicht Linie FarbeFarbschema folgt der chinesischsprachigen Wikipedia. Siehe die Artikeldiskussionen in der englischsprachigen Wikipedia und chinesischsprachigen Wikipedia.Strecke EröffnungEröffnung des ersten TeilabschnittsLetzte Erweiterung Länge (km) Stationen Linie 1 und Batong-Linie Dunkelrot Pingguoyuan Universal Resort 1971 2021 50,9 36 Linie 2 Blau (innere Ringlinie) 1984 23,1 18 Linie 3 Dongbabei Dongsi Shitiao 2024 14,7 10 Linie 4 und Daxing-Linie Türkis Anheqiao Nord Tiangongyuan 2009 2010 49,4 35 Linie 5 Lila Tiantongyuan Nord Songjiazhuang 2007 27,6 23 Linie 6 Ocker Jinanqiao Luyang 2012 2025 55,7 35 Linie 7 Orange Peking Westbahnhof Universal Resort 2014 2021 40,3 30 Linie 8 Grün Zhuxinzhuang Yinghai 2008 2021 49,5 34 Linie 9 Hellgrün Guogongzhuang National­bibliothek 2011 2012 16,5 13 Linie 10 Hellblau (äußere Ringlinie) 2008 2013 57,1 45 Linie 11 (West) Lachsrot Moshikou Xinshougang 2021 2023 4,2 4Linie 12DongbabeiSijiqingqiao202426,8 Linie 13 Gelb Xizhimen Dongzhimen 2002 2003 40,9 17 Linie 14 Hellrosa Zhangguozhuang Shan'gezhuang 2013 2021 47,3 33 Linie 15 Braun Qinghua­donglu­xikou Fengbo 2010 2014 41,4 20 Linie 16 Olivgrün Beianhe Wanpingcheng 2016 2023 48,9 29 Linie 17 Tiffanyblau Future-Science-City-NordJiahuihu 2021 202548,919 Linie 18 Malianwa Tiantongyuandong 2025 19,8 11 Linie 19 Lila Mudanyuan Xingong 2021 20,9 10 Changping-Linie Rosa Xitucheng Changping Xishankou 2010 2024 44,2 20 Daxing-Flughafenlinie Blau Caoqiao Flughafen Peking-Daxing 2019 41,36 3 Fangshan-Linie Orange Yancun Ost Dongguantou Süd 2010 2020 31,8 16 Yanfang-Linie Orange Yancun Ost Yanshan 2017 14,4 9 Yizhuang-Linie Pink Songjiazhuang Yizhuang Bahnhof 2010 2018 23,3 14 Capital Airport Express Grau Beixinqiao Flughafen Peking 2008 2021 29,9 5 Linie S1 Ocker Pingguoyuan Shichang 2017 2021 10,2 8

U-Bahn-Linien miniatur|Zugtyp DKZ4 (Linie 1) miniatur|Zugtyp DKZ16 (Linie 2)

Die Linie 1 ist die älteste U-Bahn-Linie Pekings. Sie verläuft mitten unter dem Stadtzentrum Pekings und verbindet unter anderem den Tian’anmen-Platz (Platz am Tor des himmlischen Friedens) und den Kaiserpalast („Verbotene Stadt“) mit den Einkaufspassagen Wangfujing, Xidan, Dongdan und Xiushui Shichang („Seidengasse“) und führt im Westen bis in die Westberge Pekings und führt am Westbahnhof von Peking vorbei. Die Linie 1 stellt somit eine wichtige Ost-West-Verbindung dar, mit Anschluss zur Linie 2, 4, 5, 10. Die Batong-Linie verläuft oberirdisch zum Teil in der Mitte der Jingtong Schnellstraße von Sihui bis Tuqiao. Auf ihr verkehren klimatisierte Züge, die moderner, aber auch kürzer sind als die alten Züge auf den Linien 1 und 2. Sie verbindet den östlichen Teil der Stadt, vor allem den Stadtbezirk Chaoyang, in der einige Universitäten liegen, mit dem Zentrum. Die beiden Linien werden seit August 2021 durchgebunden, dies war lange Zeit aus technischen Gründen nicht möglich. Die Linie 1 wird im Westen verlängert. Ende Dezember 2021 war der Abschnitt Gucheng–Pingguoyuan fertiggestellt, aber die Station Pingguoyuan für die Linie 1 noch nicht in Betrieb.

Die Linie 2 verläuft als Ring um das Stadtzentrum Pekings, zum überwiegenden Teil unter der heutigen zweiten Ringstraße, der ehemaligen Stadtmauer. Die Linie 2 stellt die wichtigste Transitlinie im Zentrum dar, da sie das Zentrum und den Hauptbahnhof mit den äußeren Stadtteilen Pekings und dem Flughafen verbindet, u. a. über die Überlandbusbahnhöfe bei Dongzhimen und Xizhimen, sowie über Verbindungen zu den Linien 1, 4, 5, 13 und der Flughafenlinie.

mini|Vollautomatischer Typ A auf der Linie 3 miniatur|Zugtyp SFM05 (Linie 4) mini|Sechswagenzug des Typs B auf der Daxing-Linie

Der erste Abschnitt der Linie 3 wurde im Dezember 2024 eröffnet. Er ist rund 15 Kilometer lang und hat zehn Stationen. Die Linie 3 ist eine weitere Ost-West-Verbindung und bindet den Bahnhof Chaoyang im Osten der Stadt an. Sie ist vollautomatisch und wird mit Vierwagenzügen des Typs A betrieben. Die Stationen sind bereits für Achtwagenzüge ausgelegt.

Die Linie 4 verläuft von der nordwestlichen Station Anheqiao Nord über das Zentrum zur südlichen Station Gongyixiqiao, wo viele Züge auf die Daxing-Linie durchgebunden werden. Sie verbindet das Zentrum mit dem Universitätsbezirk Haidian sowie dem Alten und dem Neuen Sommerpalast. Gleichzeitig verbindet sie den 2008 eröffneten Südbahnhof mit dem U-Bahnsystem. Der Südbahnhof ist der größte Bahnhof Pekings. Die Daxing-Linie ist eine rund 22 Kilometer lange Verlängerung der Linie 4 nach Süden. Sie ist bis auf einen kleinen Abschnitt an der Hochstation Xihongmen unterirdisch trassiert und wurde im Dezember 2010 eröffnet. Beide Linien werden mit Sechswagenzügen des Typs B bedient, die von CRRC Sifang geliefert wurden.

Die Linie 5 verläuft von der nördlichen Station Taipingzhuangbei zu der südlichen Station Songjiazhuang. Sie bietet Anschluss an die Linien 1, 2, 10 und 13. 16,9 Kilometer der 27,6 Kilometer langen Linie 5 verlaufen unterirdisch. Es werden Sechswagenzüge des Typs B eingesetzt, die täglich rund eine Million Fahrgäste befördern. Die Linie wurde am 7. Oktober 2007 in Gänze eröffnet.

Die Linie 6 ist ebenfalls eine Ost-West Verbindung. Sie beginnt in Haidian Wuluju und endet bei Caofang. Sie wurde am 30. Dezember 2012 eröffnet. Ihre Länge beträgt im Augenblick 30,4 km und sie besitzt 20 Stationen. Der zweite Abschnitt der Linie bis Lucheng wurde am 28. Dezember 2014 in Betrieb genommen.Beijing Embraces Four More Subway Lines Sunday China Radio International 26. Dezember 2014, abgerufen am 26. Dezember 2014 Im Dezember 2025 wurde sie erneut im Osten verlängert, nun um eine Station nach Luyang. Es werden Züge mit acht Wagen eingesetzt.Beijing Opens Four New Subway Lines China Radio International 28. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014Beijing’s Subway System branches out bei China Radio International (CRI English) 4. Januar 2013, abgerufen am 4. Januar 2013

Die Line 7 ist eine Ost-West-Verbindung, die südlich der inneren Ringlinie 2 verläuft und die Linie 1 entlastet. Die Strecke wurde am 28. Dezember 2014 vom Bahnhof Peking West zur Station Jiaohuachang eröffnet und 2019 und 2021 weit nach Osten zum Universal Resort verlängert, wo auch die Batong-Linie endet. Die Linie 7 ist nun 40 Kilometer lang und hat 30 Stationen. Es werden Achtwagenzüge des Typs B eingesetzt, die über eine Stromschiene mit 1500 Volt Spannung versorgt werden.

Die Linie 8 verläuft von Zhuxinzhuang im Norden Pekings durch das Stadtzentrum in den Süden nach Yinghai. Ihr erster Abschnitt Beitucheng–Waldpark Südtor wurde offiziell am 19. Juli 2008 eröffnet und diente anfänglich nur den Olympischen Sommerspielen 2008. Der 6,4 km lange Abschnitt bildete zusammen mit der Linie 10 und der Flughafenlinie eine U-Bahn-Verbindung vom Flughafen zu den Sportstätten und dem olympischen Dorf. Er durfte bis zum Ende der Sommer-Paralympics 2008 ausschließlich von Personen mit olympischen Ausweisen und Zuschauern der Spiele benutzt werden. Nach mehreren Erweiterungen erreichte der Nordabschnitt Ende 2013 die Station Zhuxinzhuang an der Changping-Linie. Ende 2018 eröffnete der Südabschnitt Zhushikou–Yinghai, im Dezember 2021 wurde mit der Eröffnung des 4,3 km langen Abschnitts Chinesisches Kunstmuseum–Zhushikou der Nord- und Südabschnitt zu einer durchgehenden 48,5 km langen Linie verbunden.

Die Linie 9 verbindet die Fangshan Linie mit den Linien 1, 10, 6 und 4. Sie beginnt bei der Station Guogongzhuang und verläuft über den Westbahnhof zur Station National Library. Ihre Länge beträgt 16,5 km und hat 12 Stationen. Sie wurde am 30. Dezember 2012 eröffnet.

Die Linie 10 ist die zweite, äußere Ringlinie des Netzes und bietet daher Anschluss an alle städtischen Linien außer der inneren Ringlinie 2 sowie an die beiden Flughafenexpresslinien. Entsprechend kann an 24 von 45 Stationen umgestiegen werden. Die Linie 10 ist 57 Kilometer lang und verläuft komplett unterirdisch. Mit fast zwei Millionen Fahrgästen täglich gehört sie zu den fahrgaststärksten Linien der Welt. Der Bau der Strecke begann im Dezember 2003. Der erste Abschnitt von der nordwestlichen Station Bagou zur südöstlich gelegenen Station Jinsong wurde im Juli 2008 eröffnet. Die zweite Phase ging am 30. Dezember 2012 mit zwei Streckenverlängerungen teilweise in Betrieb und wurde mit dem Ringschluss im Mai 2013 fertiggestellt. Es werden über 100 Sechswagenzüge des Typs B eingesetzt, die über eine Stromschiene mit 750 Volt Gleichstrom versorgt werden. In der Hauptverkehrszeit fahren die Züge alle zwei Minuten. Eine Rundfahrt dauert rund 100 Minuten. Die Züge werden vom CBTC-System Trainguard gesteuert, das von Siemens entwickelt wurde.

Die Linie 11 ist nur 4,2 km lang. Sie liegt ganz im Westen des Großraums, beginnend in Moshikou und endend in Xinshougang. Die einzigen Zwischenhalte sind Beixin’an und Jin’anqiao, dem westlichen Endbahnhof der Linie 6. Die Eröffnung erfolgte Ende 2021 – rechtzeitig für die Bedienung der an der Strecke liegenden Stadien der Olympischen Winterspiele 2022.