mini|St. Josef mini|Ehemaliges Forsthaus mini|Nützel-Oberle-Hof mini|Einer der Wellesweiher bei Kosbach
KosbachDer Name wird mit kurzem O wie Kossbach ausgesprochen und nicht etwa wie Koosbach, was Ortsfremde oft vermuten. (fränkisch: KoschbaD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 178. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „kʰǫšbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern). Der Statistische Bezirk 70 wird ebenfalls Kosbach genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Kosbach, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Kosbach.
Geographie Gemarkung Die Gemarkung Kosbach hat eine Fläche von 5,286 km². Sie ist in 1141 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4633,03 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Häusling und Steudach.
Statistischer Bezirk Der Statistischen Bezirk 70 (Kosbach) hat eine Fläche von 1,842 km² und umfasst nur einen kleinen Teil der Gemarkung Kosbach.
Lage Das Kirchdorf ist von Weihern umgeben: im Westen der Petersweiher, im Norden der Kleinauweiher, im Nordosten die Welles- und Grossauweiher. Der Mönauweiher im Südwesten, sowie der Dorf- und der Deckersweiher im Süden und der Dummetsweiher im Westen werden vom Steinforstgraben, einem linken Zufluss der Regnitz gespeist. Etwas weiter nördlich befindet sich das Waldgebiet Mönau. Im Süden liegt das Flurgebiet Am Schleifweg.
Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Dechsendorf zur Staatsstraße 2240 (2,8 km nördlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Büchenbach (1,1 km südöstlich) und nach Häusling zur Kreisstraße ER 1 (1,3 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1348 als „Kospach“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamens bleibt unklar. Lehnsherr war das Hochstift Bamberg. Der Ort bestand zu dieser Zeit aus 22 Hofstätten mit Feldern von 11 Mansen und 1 Lehen (=11 Huben). Der Truchseß zu Nainsdorf erhielt Einkünfte, das bambergische Kastenamt Herzogenaurach Steuern und Getreideabgaben. 1387 wurden im Zinsregister der Bamberger Dompropstei 11 Gültpflichtige in „Cosbach“ verzeichnet. Laut dem dompropstischen Urbar von 1468 hatten sie in „Coßbach“ grundherrliche Ansprüche über 16 Hofstätten mit 11 Huben Feldern, es war also der ganze Ort in der Hand der Dompropstei.D. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 177ff. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Ort nieder.M. Meyer: Kosbach, in: Erlanger Stadtlexikon, S. 433. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Herzogenaurach mindestens bis 1730 inne. Laut dem Urbar des Dompropsteiamtes Büchenbach von 1747 übte das brandenburg-bayreuthische Oberamt Baiersdorf das Hochgericht aus. Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kosbach 13 Anwesen (3 Huben, 4 Höfe, 1 Dreiviertelhube, 1 Viertelhufe, 2 Häuslein, 1 Hirtenhaus, 1 Jägerhaus). Das Hochgericht übte das bambergische Dompropsteiamt Büchenbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Herzogenaurach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Dompropsteiamt Büchenbach.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 72.
Von 1803 bis 1810 unterstand Kosbach dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Büchenbach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Kosbach, zu der Alterlangen, Häusling und Steudach gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (ab 1. Oktober 1847 Rentamt Herzogenaurach).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 144. Ab 1862 gehörte Kosbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in Amtsgericht Herzogenaurach umbenannt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 9,240 km², Am 1. April 1920 wurde Alterlangen in die Stadt Erlangen eingegliedert. Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche auf 5,891 km².
Am 1. Januar 1967 wurde die Gemeinde Kosbach nach Erlangen eingemeindet. Nach der Eingemeindung erlebte der Ort einen regen Zuzug.
Baudenkmäler In Kosbach gibt es neun Baudenkmäler: Am Deckersweiher 4: Ehemaliges Forsthaus Am Deckersweiher 24: Nützel-Oberle-Hof Am Deckersweiher 26: Polstermarter Hechtweg 8: Marter auf dem Bergle Heginigstraße: Nützelmarter Hegenigstraße 8: Bildstock Hegenigstraße 16: Wegkreuz Reitersbergstraße 20: Fachwerkstadel Reitersbergstraße 21: Stadel, Hofeinfahrt und Marter
Einwohnerentwicklung Gemeinde Kosbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 Einwohner 370 448 456 442 464 459 489 489 489 508 495 513 591 640 694 726 312 333 322 520 493 477 402HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 56 79 83 100 97 57 62 75Quelle Für die Gemeinde Kosbach zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Alterlangen (S. 5), Häusling (S. 35) und Steudach (S. 88).
Ort Kosbach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2000 2021Einwohner 102 122 120 117 119 131 198 193 292 891 942 939Häuser 15 22 23 26 27 34 222 Quelle
Religion 44 % der Einwohner sind katholisch, 28 % evangelisch. Die Katholiken sind der Pfarrei St. Xystus in Büchenbach zugeordnet, die zum Seelsorgebereich Erlangen West im Dekanat Erlangen des Erzbistums Bamberg gehört. Am 15. März 1964 konnte die katholische St. Josephskapelle nach achtjähriger Bauzeit eingeweiht werden. In der Kapelle finden Werktagsgottesdienste statt.
Die Lutheraner in Kosbach gehören zur Gemeinde der Martin-Luther-Kirche in Büchenbach, die dem Dekanat Erlangen im Kirchenkreis Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern angehört. Für Reformierte gibt es die Hugenottenkirche in der Innenstadt, die dem Synodalverband XI der Evangelisch-reformierten Kirche angehört.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Erlangen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erlangen) Kategorie:Ersterwähnung 1348 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1966 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Erlangen