mini|Frauenaurach 1839 mini|Frauenaurach 1915

Frauenaurach (fränkisch: Fraan-araD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 15. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „frānara“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern). Der Statistische Bezirk 61 wird ebenfalls Frauenaurach genannt, ebenso gibt es eine Gemarkung Frauenaurach, die in der Fläche deckungsgleich ist mit der ehemaligen Gemeinde Frauenaurach.

Geographie Gemarkung Die Gemarkung Frauenaurach hat eine Fläche von 5,528 km². Sie ist in 2306 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2397,09 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Neuses und Schallershof.

Statistischer Bezirk Der Statistischen Bezirk 61 (Frauenaurach) hat eine Fläche von 3,101 km² und umfasst einen Großteil der Gemarkung Frauenaurach. Neuses zählt zum Statistischen Bezirk 60.

Geographische Lage Das Pfarrdorf liegt an der Mittleren Aurach. Unmittelbar östlich verläuft der Main-Donau-Kanal, unmittelbar südlich die Bundesautobahn 3 unmittelbar nördlich die Staatsstraße 2244, die nach Bruck zur Staatsstraße 2242 (1,8 km östlich) bzw. zur Anschlussstelle 82 der A 3 verläuft (1,4 km südwestlich). Die Kreisstraße ER 2 führt die A 3 unterquerend nach Kriegenbrunn (1 km südlich) bzw. die St 2244 unterquerend nach Schallershof (1,6 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen die St 2244 überbrückend nach Steudach (1,6 nordwestlich) und die A 3 unterquerend zur Kreisstraße ER 6 (1,1 km südwestlich).

Geschichte Der Name des Stadtteiles geht auf die Aurach und ein Nonnenkloster (Kloster Frauenaurach) zurück, das 1267 von Herdegen von Gründlach gestiftet und 1271 vom Dominikaner-Orden über Kloster Engelthal besetzt wurde.Archiv für bayreuthische Geschichte und Alterthumskunde: Bände 1–2, S. 227.

1548 kam das Kloster in den Besitz der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach und wurde bis 1796 von einem Klosteramt verwaltet. Ab 1616 wurde Frauenaurach eine kleine markgräfliche Nebenresidenz. Der Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg nahezu entvölkert. Die der Zerstörung entgangenen Reste der Klosteranlage wurden 1862 weitgehend abgetragen.Frauenaurach - christliche Heimstätte des weiblichen Adels, von Christine Riedl-Valder, Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 22. Oktober 2023

Von 1797 bis 1810 unterstand Frauenaurach dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Frauenaurach gebildet. Zu diesem gehörten Hüttendorf, Kriegenbrunn, Neuses und Schallershof. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden drei Ruralgemeinden: Frauenaurach mit Neuses und Schallershof; Hüttendorf; Kriegenbrunn. Die Ruralgemeinde Frauenaurach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (seit 1919 Finanzamt Erlangen).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 149. Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde an das Kreis- und Stadtgericht Erlangen abgetreten.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 140. Ab 1862 gehörte Frauenaurach zum Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,489 km². Am 1. Juli 1972 wurde Frauenaurach im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Erlangen eingemeindet.

Baudenkmäler In Frauenaurach gibt es 29 Baudenkmäler:

Einwohnerentwicklung Gemeinde Frauenaurach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 646 688 653 640 602 605 607 673 691 708 655 665 724 752 841 785 792 906 918 1465 1538 1570 2120 3285HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 100 104 107 115 121 122 180 162 291 Quelle Für die Gemeinde Frauenaurach inklusive Neuses (S. 64) und Schallershof (S. 80). Laut dem Historischen Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde im Jahr 1840 689 Einwohner.

Ort Frauenaurach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 521 590 498 518 575 613 657 1319 1833 3055 3168Häuser 83 88 96 98 150 130 240 655Quelle

Religion Frauenaurach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Matthäus. Die Katholiken sind nach St. Xystus (Büchenbach) gepfarrt.D. Fastnacht: Erlangen, S. 11.

Infrastruktur und Verkehr Frauenaurach verfügt über eine Grundschule und zwei Kindergärten. Außer regelmäßigen Busverbindungen nach Erlangen, Herzogenaurach und die umliegenden Ortschaften wurde bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1984 der Frauenauracher Bahnhof an der Bahnstrecke Erlangen-Bruck–Herzogenaurach bedient. Frauenaurach liegt am Main-Donau-Kanal und verfügt mit dem Erlanger Hafen und der Lände Frauenaurach über zwei trimodale Güterverkehrszentren. An der Lände Erlangen ist auch eine Anbindung zu der Personenschifffahrt möglich.

Veranstaltungen Im Museum im Amtshausschüpfla finden kulturhistorische Ausstellungen statt.

Töchter und Söhne Michael Alexander Lips (1779–1838), Staatswissenschaftler und Hochschullehrer Karl May (1884–1961), Bildhauer, Maler und Zeichner

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erlangen) Kategorie:Ersterwähnung 1271 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Mittleren Aurach Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Erlangen