mini|Robert Dölle (2024).
Robert Dölle (* 29. Oktober 1971 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben und künstlerische Karriere Dölles Eltern waren 1968 nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in die CSSR aus Prag nach Deutschland geflohen. Dölle kam in Frankfurt am Main zur Welt.
Nach einem Amerikanistik-Studium absolvierte Dölle von 1993 bis 1996 eine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Darauf folgte ein Engagement an den Münchner Kammerspielen. Dort arbeitete er vor allem mit Dieter Dorn und Peter Zadek. Zwischen 1999 und 2001 war er Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt. In diesen Jahren trat er hauptsächlich in Inszenierungen von Jens-Daniel Herzog und Amelie Niermeyer auf. Ab 2001 war er wieder an den Münchner Kammerspielen engagiert. Hier entstanden Arbeiten u. a. mit Karin Beier, Johan Simons und Jossi Wieler. Im Jahr 2006 spielte Dölle in Dieter Wedels Inszenierung Siegfrieds Frauen bei den Wormser Nibelungen-Festspielen den Siegfried.schauspielkoeln.de: Robert Dölle, abgerufen am 30. April 2012. Von 2009 bis 2019 war er am Schauspiel Köln engagiert. In diesen Jahren arbeitete er, neben Karin Beier, auch mit Alvis Hermanis, Nicolas Stemann, Herbert Fritsch und Schorsch Kamerun, hauptsächlich aber mit Stefan Bachmann und Rafael Sanchez zusammen. Ab der Spielzeit 2019/20 ist er im Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels in München tätig.Robert Dölle beim Bayerischen Staatsschauspiel (Residenztheater), abgerufen am 8. November 2023. 2021 wurde Dölle mit dem AZ-Stern des Jahres für seine Rolle in «Finsternis» ausgezeichnet. 2023 erhielt er den Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für «herausragende künstlerische Leistungen in verschiedensten Rollen». 2024 erhielt Dölle die Auszeichnung „Bayerischer Staatsschauspieler“.Robert Dölle, Michael Goldberg und Oliver Stokowski zu Bayerischen Staatsschauspielern ernannt, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vom 9. Juni 2024, abgerufen am 5. Februar 2025.
mini|Team von „Im Netz“ beim Festival Großes Fernsehen (2013) mit Dölle ganz rechts Seit 2002 arbeitet Dölle auch für Film und Fernsehen. 2004 spielte er in dem Film Schiller an der Seite von Matthias Schweighöfer den Schauspieler August Wilhelm Iffland. Wichtige Arbeiten waren u. a. TKKG - Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine von 2006, Mitte 30 von 2007 unter der Regie von Stefan Krohmer, Hotel Lux aus dem Jahr 2011 von Leander Haussmann, Die weiße Massai mit Nina Hoss aus dem Jahr 2005 und Im Netz mit Caroline Peters aus dem Jahr 2013. Seit 2015 spielt Dölle den Hauptkommissar Ralf Eisner in der Fernsehreihe Die Füchsin.
Dölle arbeitet auch als Sprecher für Funk und Fernsehen. Seit 2014 arbeitet er regelmäßig mit dem Hörspiel-Regisseur Walter Adler zusammen. So sprach er u. a. in der 13-stündigen WDR-Produktion über die Französische Revolution, Brüder nach Hilary Mantel, den Georges Jacques Danton. Weitere Arbeiten mit Adler waren Galveston, Dshan, Licht im August und Als ich im Sterben lag nach William Faulkner. In der japanischen Anime-Serie One Piece ist Dölle seit 2021 als Pirat Capone „Gang“ Bege zu hören.
Theater (Auswahl) Münchner Kammerspiele 1996: Ithaka (als Leiodes, der Leise). Von Botho Strauß. Inszenierung: Dieter Dorn 1997: Richard III. Von William Shakespeare, Inszenierung: Peter Zadek 1997: Die Möwe (als Konstantin). Von Anton Tschechow. Inszenierung:Jens-Daniel Herzog 2004: Die zehn Gebote. Nach Krzysztof Kieślowski.Inszenierung: Johan Simons
Schauspiel Frankfurt 1999: Don Karlos (als Herzog von Alba) von Friedrich Schiller. Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Schauspiel Köln 2011: Die Dreigroschenoper (als Mac/Brown). Von Bert Brecht. Inszenierung: Nicolas Stemann 2014: Helenes Fahrt in den Himmel (als Andreas). Von Jens Albinus. Inszenierung: Jens Albinus 2015: Geschichten aus dem Wiener Wald (als Alfred). Von Ödön von Horváth. Inszenierung: Stefan Bachmann 2016: Adams Äpfel (als Adam, Neonazi). Von K. D. Schmidt nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen. Inszenierung: Therese Willstedt 2018: Tyll (als Gaukler Pirmin). Von Julian Pörksen und Stefan Bachmann nach dem Roman von Daniel Kehlmann. Inszenierung: Stefan Bachmann
Theater Basel 2017: Wilhelm Tell (als Werner Stauffacher). Von Friedrich Schiller. Inszenierung: Stefan Bachmann (Koproduktion mit dem Schauspiel Köln)
Salzburger Festspiele 2023: The Greek Passion (als Ladas). Oper von Bohuslav Martinů nach dem Roman Christus wird wieder gekreuzigt (Griechische Passion) von Nikos Kazantzakis. Inszenierung: Simon Stone. Musikalische Leitung: Maxime Pascal
Residenztheater München 2019: Sommergäste, (als Bassow, Sergej Wassiljewitsch, Rechtsanwalt). Von Maxim Gorki Inszenierung: Joe Hill-Gibbins 2020: Der starke Stamm, (als Leonhardt Bitterwolf, Sattlermeister). Nach Marieluise Fleißer. Inszenierung: Julia Hölscher 2021: Resi zoomt: Finsternis. Von Davide Enia. Inszenierung: Nora Schlocker 2021: Dekalog (Ensemble). Nach dem gleichnamigen Drehbuch von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz Inszenierung: Calixto Bieito 2021: Die Träume der Abwesenden (als Zwart, Nicos Vater). Nach Judith Herzberg. Inszenierung: Stephan Kimmig 2021: Finsternis.(Solo-Abend). Von Davide Enia. Inszenierung: Nora Schlocker 2021: Gott, (als Sperling, medizinischer Sachverständiger).Von Ferdinand von Schirach. Inszenierung: Max Färberböck 2022: Spiel des Lebens – Die Kareno-Trilogie: «An des Reiches Pforten» – «Spiel des Lebens» – «Abendröte» (als Endre Bondesen, Journalist). Nach Knut Hamsun. Inszenierung: Stephan Kimmig 2022: Der Entrepeneur (div. Rollen). Von Kevin Rittberger. Inszenierung: Nora Schlocker 2023: Anne-Marie die Schönheit (Solo-Abend). Inszenierung: Nora Schlocker 2023: Buddenbrooks, (als Konsul Johann / Jean Buddenbrook). Inszenierung: Bastian Kraft 2024: Pygmalion, (als Higgins). Nach George Bernard Shaw. Inszenierung: Amir Reza Koohestani und Mahin Sadri 2024: Und oder oder oder oder und und beziehungsweise und oder beziehungsweise oder und beziehungsweise einfach und. Von Nele Stuhler. Inszenierung: Nele Stuhler / FX Mayr 2024: Der Sturm - Shakespeare für Kinder. Inszenierung Demjan Duran 2025: Life continues to be incredibly beautiful, Szenische Lesungsperformance aus John Cages Briefen. Inszenierung: FX Mayr 2025: Kasimir und Karoline (als Speer). Von Ödön von Horváth. Inszenierung: Barbara Frey 2025: Wer lebt, stört - Zum 100. Geburtstag von Tankred Dorst. Inszenierung: Cornelia Maschner 2025: Cabaret (als Herr Schultz). Musical von Joe Masteroff, John Kander und Fred Ebb nach dem Stück «Ich bin eine Kamera» von John Van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood. Inszenierung: Claus Guth 2026: Ödipus (als Kreon). Von Robert Icke nach Sophokles. Inszenierung: Robert Icke 2026: Deepika Arwind: Good Arguments. Lesung im Rahmen der Reihe Buch trifft Bühne von Isabell Antonia Höckel und Lea Maria Unterseer (Im Rahmen der Welt Bühne 2026 - Das Festival für Internationale Gegenwartsdramatik) 2026: Bertold und Agnes - Neue Stücke aus Israel (als Bertold). Szenische Lesung nach dem Stück von Noa Lazar-Keinan. Inszenierung: Nora Schlocker (Im Rahmen der Welt Bühne 2026 - Das Festival für Internationale Gegenwartsdramatik)
Filmografie (Auswahl)
Hörspiele und Features 2006: Esmahan Aykol: Hotel Bosporus, Bearbeitung und Regie: Judith Lorentz (Hörspiel – SWR) 2013: Lothar Trolle: Judith, Regie: Walter Adler (Hörspiel – DLF/HR) 2014: Simone Hamm: Beyond Privacy (Überwachungsalltag in den USA), Regie: Thomas Wolfertz (Feature – WDR) 2015: Dshan von Lothar Trolle, Bearbeitung und Regie: Walter Adler Südwestrundfunk SWR Baden-Baden 2015: Stirb für mich von Robert Wilson, Bearbeitung und Regie: Walter Adler Westdeutscher Rundfunk 2015 2015: "Herz der Finsternis" von Orson Welles, Bearbeitung und Regie: Walter Adler, Westdeutscher Runsfunk 2015 2016: Galveston von Nic Pizzolatto, Bearbeitung und Regie: Walter Adler WDR 2017: Licht im August von William Faulkner, Bearbeitung und Regie: Walter Adler SWR 2018: Brüder nach Hilary Mantel, Bearbeitung und Regie: Walter Adler WDR 2019: Als ich im Sterben lag von William Faulkner, Bearbeitung und Regie: Walter Adler SWR 2024: Schall und Wahn von William Faulkner, Bearbeitung und Regie: Walter Adler SWR
Szenische Lesungen 2025: Draußen vor der Tür. Von Wolfgang Borchert (Kulturhaus Milbertshofen)
Ehrungen und Auszeichnungen 2021: AZ-Stern des Jahres 2023: Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für herausragende künstlerische Leistung 2024: Ernennung zum Bayerischen Staatsschauspieler
Weblinks
Robert Dölle bei der Agentur Fischer & Partner Presseheft des BR zu Mitte 30 imperia/pressehefte/2008/mitte30.pdf: eine ganze Seite (S. 10)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann