Die Communist Party USA (CPUSA) ist die bedeutendste marxistisch-leninistische Partei der USA. Während die CPUSA eine Rolle bei der Organisation von Industriegewerkschaften und bei der Verteidigung der Rechte von Afroamerikanern in den 1930er und 1940er Jahren spielte, geriet sie infolge der durch den Kalten Krieg verursachten antikommunistischen Hysterie der „Roten Angst“ während der McCarthy-Ära Anfang der 1950er Jahre in die politische Bedeutungslosigkeit. Sie wurde viele Jahre von Gus Hall geleitet. Eines der bekanntesten ehemaligen Mitglieder der CPUSA ist Angela Davis.

Vorsitzende sind seit 2019 Rossana Cambron und Joe Sims, davor war es John Bachtell.

Geschichte Parteigründungen und Vereinigung (1919–1921) Vorgänger der CPUSA waren die Communist Party of America (CPA) (am 1. September 1919 u. a. von Charles Ruthenberg gegründet) und die Communist Labor Party (CLP) (u. a. von John Reed und Alfred Wagenknecht am 31. August 1919 gegründet).

Beide Parteien setzten sich aus Mitgliedern zusammen, welche von der 1901 gegründeten Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) als Bolschewisten ausgeschlossen worden waren.

Beide Parteien bezogen sich positiv auf die Oktoberrevolution und schlossen sich der Komintern an. Da diese jedoch für jedes Land nur eine Mitgliedsorganisation anerkannte gab sie im Januar 1920 die Weisung, dass sich die beiden Parteien unter dem Namen Vereinigte Kommunistische Partei zusammenzuschließen sollten. Ein Teil der CPA folgten der Weisung, aber eine Splittergruppe blieb weiterhin unabhängig. Einer abermaligen Direktive der Komintern folgend vereinigten sich beide Parteien im Mai 1921 endgültig unter dem Namen Communist Party of America.

In der Illegalität (1921–1930) Seit ihrer Gründung wurde die CPUSA von Staats- und Bundesregierungen und später auch vom FBI angegriffen. Ein Grund dafür war der Eindruck, den die Oktoberrevolution und der Bürgerkrieg in Russland seit 1917 und die damit verbundenen Ereignisse in Deutschland und Ungarn seit 1918 in den USA hinterließen. Das führte zu den Palmer Raids (Palmersche Razzien), welche auch als Red Scare (zu dt.: Rote Angst) bezeichnet wurden, als im Winter 1919 und im Januar 1920 der Generalstaatsanwalt Alexander Mitchell Palmer, gemäß dem Gesetz gegen Aufruhr von 1918 tausende Parteimitglieder festnehmen ließ.

Um einem vollständigen Verbot zu entgehen, nannte sie sich daher Ende 1921 in Workers Party of America (WPA) um. Dennoch arbeitete während der frühen 1920er der Parteiapparat fast vollständig aus dem Untergrund heraus. Dieser unterhielt die Kontakte zur KI, was durch die US-Behörden als illegal angesehen wurde.

Von ihr gelenkte Massenorganisationen waren u. a. eine amerikanisch-sowjetische Freundschaftsgesellschaft (Friends of Soviet Russia) und der US-amerikanische Ableger der Internationalen Arbeiterhilfe.

Die WPA rekrutierte den Großteil ihrer Mitgliedschaft aus mit der Politik der Sozialistischen Partei der USA unzufriedenen Mitgliedern und Sympathisanten selbiger sowie der African Blood Brotherhood, einer afroamerikanischen Organisation der USA.

1928 übernahm die WPA die Sozialfaschismusthese der KI. Die Mitgliederzahl fiel von 28.000 Mitgliedern bis auf 6.000 im Jahre 1932.

Fraktionskämpfe Mit dem legalen Auftreten als WPA wurde es von den amerikanischen Kommunisten als Hauptziel angesehen, dieser mehr Einfluss in der Arbeiterklasse zu sichern. Das Ziel einer unmittelbar vorzubereitenden Revolution wurde daher zugunsten der Gewinnung von Mitgliedern und Einfluss zurückgestellt. Der V. Kongresses der Komintern 1925 bestätigte diese Haltung, da er die Zeit zwischen 1917 und 1924 als eine revolutionäre Situation einschätzte, mit der zeitweiligen Stabilisierung des Kapitalismus Mitte der 20er Jahre diese Situation jedoch vergangen sei und entsprechend andere Prioritäten die Politik der KI-Mitgliedsparteien bestimmen sollte.

Diese Verschiebung der Generallinie der Partei wurde durch innerparteiliche Kämpfe begleitet. Es entwickelten sich so innerhalb der Partei schnell eine Anzahl verschiedener innerparteilicher Gruppen mit unterschiedlichen Standpunkten, die sich auch in der Parteispitze widerspiegelten. Eine Gruppierung bildete sich um den Parteivorsitzenden Charles Ruthenberg, die größtenteils von seinem Unterstützer Jay Lovestone organisiert wurde. Diese hatte vor allem unter den fremdsprachigen Verbänden der Partei Einfluss. Eine weitere Gruppierung war die Foster-Cannon-Gruppe mit William Z. Foster und James P. Cannon. Diese hatte aufgrund der gewerkschaftlichen Funktionen von Foster und Cannon vor allem unter der in der Partei organisierten Arbeiterschaft ihre Unterstützer. Foster, der stark in den Stahlstreik von 1919 verwickelt und ein langjähriger Gewerkschaftssozialist war, hatte enge Verbindungen zu den Gewerkschaften und anderen Arbeiterparteien. Unter dem Druck der Komintern brach die WPA jedoch die Beziehungen zu beiden Gruppen 1924 ab.

1925 ordnete der Repräsentant der Komintern Sergei Gussew zur Beendigung der parteiinternen Auseinandersetzungen an, dass sich die Gruppe um Foster und Cannon der Führung unter Ruthenberg unterordnen sollte. Foster stimmte dem zu, die innerparteilichen Kämpfe endeten jedoch nicht damit.

1927 starb Ruthenberg und sein Parteifreund Jay Lovestone folgte ihm als Generalsekretär der Partei. Cannon nahm am Sechsten Kongress der Komintern 1928 teil, verbunden mit der Hoffnung, seine eigenen Kontakte in den Führungsgremien zu benutzen, um den Vorteil gegenüber der Parteigruppe von Lovestone zurückzugewinnen. In Verbindung mit den Standpunkten von Trotzkis Schrift Critique of the Draft Program of the Comintern in die USA zurückgekehrt warb Cannon für diese Ansichten und Positionen unter seinen engen Vertrauten und fand unter anderem in Max Shachtman einen bekannten Unterstützer. Als bekannt wurde, dass sie darauf aufbauend eine Linke Opposition gründen wollten wurden sie aus der WPA ausgeschlossen. Cannon und seine Gefolgsleute organisierten sich ab 1928 in der Communist League of America als eine Sektion von Trotzkis International Left Opposition. Zuvor hatte Lovestone sich ebenfalls als Unterstützer von Bucharins, dem Generalsekretär der Komintern, gezeigt. Als dieser Ende 1929 am Ende eines Streits mit Stalin von seinen Posten im Politbüro und als Vorsitzender der Komintern abgelöst wurde, wirkte dies ebenfalls als Argument zur Begründung des Ausschlusses aus der WPA.

Im Zusammenhang mit den nicht enden wollenden Auseinandersetzungen innerhalb der WPA wurde eine Delegation der Komintern in die Vereinigten Staaten geschickt, welche Lovestone aufforderte, sein Amt als Generalsekretär zugunsten William Z. Fosters niederzulegen. Dies geschah ungeachtet der Tatsache, dass Lovestone sich der Unterstützung der breiten Mehrheit der Mitglieder der WPA sicher sein konnte. Lovestone reiste daraufhin in die Sowjetunion und appellierte direkt an die Komintern, sich die Entscheidung noch einmal zu überlegen. Stalin informierte Lovestone, dass sein Rückhalt innerhalb der Partei vor allem darauf beruhte, dass er die Unterstützung der KI genossen hatte, was jedoch zukünftig nicht mehr der Fall sein sollte. Als Lovestone in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, wurden er und sein Parteifreund Benjamin Gitlow aus der Partei ausgeschlossen. Angeblich ging der Ausschluss aber nicht auf Lovestones Kampf gegen die Entscheidung der KI zu bekämpfen zurück, sondern auf die zu starke Fokussierung auf einen ausschließlich friedlichen Weg zu einer sozialistischen Entwicklung der USA.

Lovestone und Anhänger gründeten im November 1929 die Communist Party (Opposition), welche eine Sektion der an Bucharin ausgerichteten Opposition wurde. Dieser traten nur wenige hundert Mitglieder der WPA bei.

Legalisierung und Aufschwung (1930–1945) 1930 benannte sich die WPA in Communist Party USA um.

Die dritte Periode war geprägt vom Beenden des Versuches der CPUSA, sich in der American Federation of Labor durch die Trade Union Educational League zu organisieren, und des Versuches, die Organisation von so genannten dual unions auf die Trade Union Unity League zu übertragen. Foster führte diese Versuche weiter, obwohl sie den Ansichten, für die er vorher gekämpft hatte, widersprachen. Er blieb jedoch nicht Vorsitzender der CPUSA: 1932 wurde er durch den Generalsekretär der Partei – Earl Browder – ersetzt.

Die Parteiparole in dieser Zeit lautete: „Die vereinigte Front von unten“. Die Partei verwendete während der Weltwirtschaftskrise ein Vielfaches ihrer Energie auf die Organisation der Arbeitslosen, den Versuch, „rote“ Gewerkschaften zu gründen, das Vorantreiben von Rechten für die Afro-Amerikaner sowie das Bekämpfen der Vertreibung von Bauern und Armen. Zur selben Zeit versuchte die Partei, ihre revolutionäre Politik mit der täglichen Verteidigung der Arbeiter zu verknüpfen, was jedoch nur wenig Erfolg hatte.

1932 veröffentlichte der spätere Vorsitzende der Kommunistischen Partei der USA, William Z. Foster, ein Buch mit dem Titel Toward Soviet America, welches die Pläne der CPUSA für eine Revolution und die Errichtung einer neuen sozialistischen Gesellschaft, basierend auf dem Modell der Sowjetunion, offenlegte.

Die Volksfront Die ideologische Starre der Dritten Periode begann jedoch mit zwei Ereignissen auseinanderzubrechen: die Wahl von Franklin D. Roosevelt zum amerikanischen Präsidenten im Jahr 1932 und Adolf Hitlers Machtergreifung 1933. Roosevelts Wahl und das Inkrafttreten des National Industrial Recovery Act 1933 verursachte gewaltige Veränderungen beim Organisieren der Gewerkschaftsarbeit in den Jahren 1933 und 1934. Während die Parteilinie immer noch vorsah, die Schaffung von eigenständigen revolutionären Gewerkschaften zu bevorzugen, entschieden sich Parteiaktivisten, auf diese Organisationen einzugehen und der Masse der Arbeiter in die AFL zu folgen, die sie vorher attackiert hatten.

Der Siebte Kongress der Komintern veränderte seine offizielle Haltung im Jahr 1935, als er erklärte, dass es den Bedarf einer Volksfront geben müsse, in der alle Gruppen, die gegen den Faschismus ankämpfen, vertreten wären. Die CPUSA gab ihren Widerstand auf und beschaffte viele Organisatoren für den Kongress der industriellen Organisationen.

Die Partei suchte auch Einigkeit mit Kräften, die politisch rechts von ihr standen. Earl Browder bot an, als Mitstreiter von Norman Thomas auf einer gemeinsamen Kandidatenliste der Sozialistischen Partei und der Kommunistischen Partei bei den Präsidentschaftswahlen von 1936 anzutreten, aber Thomas lehnte diesen Annäherungsversuch ab. Diese Geste bedeutete nicht sehr viel zu dieser Zeit, da die CPUSA ab 1936 Roosevelt effektiv bei seiner Gewerkschaftsarbeit unterstützte. Während die Kommunistische Partei damit weitermachte, ihre eigenen Kandidaten für das Amt des Präsidenten zu stellen, betrieb sie gleichzeitig eine Politik, welche die Demokratische Partei als das kleinere Übel in den Wahlen ansah.

Die Kommunistische Partei der USA unterstützte die republikanische Seite im Spanischen Bürgerkrieg. Viele ihrer Mitglieder traten der Lincoln Brigade (eine der ersten Internationalen Brigaden) bei. Neben ihren anderen Errungenschaften war die Lincoln Brigade die erste amerikanische Militäreinheit, in der schwarze und weiße Soldaten gleichberechtigt miteinander arbeiteten. Der Geist der Volksfront sah die Entwicklung eines starken kommunistischen Einflusses im intellektuellen und künstlerischen Leben vor. Dies wurde oftmals durch verschiedene Organisationen erreicht, die unter dem Einfluss oder der Kontrolle der Partei standen.

Der Hitler-Stalin-Pakt und der Zweite Weltkrieg