Lanouaille (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Einwohner werden Lanouaillais und Lanouaillaises genannt.
Die Gemeinde erhielt 2025 die Auszeichnung „Drei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.
Geografie
Das Gemeindegebiet von Lanouaille erstreckt sich über ein Plateau zwischen der oberen Loue, die die westliche Grenze der Gemeinde bildet, und dem Tal der Auvézère, etwa 40 Kilometer ostsüdöstlich von Nontron und etwa 39 Kilometer nordöstlich von Périgueux im Nordosten des Départements in der Landschaft des Nontronnais im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Lanouaille wird von folgenden acht Nachbargemeinden umgeben:
Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften, Schlössern und Mühlen: Beaulieu, Bellegarde, Bois de la Tuilière, Bois Noirs, Bordas, Bouquet de Paulhiac, Chanteranne, Gué Durand, Jalussagne, La Basse Merlie, La Beyssouillie, La Bourdaleychie, La Cotte, La Cour, La Crouzille, La Daleyrie, La Durantie, La Forêt, La Gare, La Gautherie, La Lande du Courant, La Merlie, La Planche, La Vergne, Lafon, Laujardie, Laurière, Las Fargeas, Le Bocage, Le Bocage de Plagne, Le Bois Brousset, Le Chapelou, Le Châtenet, Le Courant, Le Fonzaud, Le Gabaret, Le Moulin du Bac, Le Pey, Le Pont, Le Puy, Le Terrier du Caillou, Le Verger de Plagne, Les Borderies de Plagne, Les Cheyroux, Les Côtes, Les Garennes, Les Grizoux, Les Gouleys, Les Landisses, Montmy, Moulin de Beaulieu, Peyre Noire, Plagne, Plaisance und Rezonzac.
Der topografisch tiefste Punkt befindet sich auf Höhe in der Südwestecke am Zusammenfluss von der Haute-Loue mit der Loue. Der höchste Punkt liegt auf Höhe an der Ostgrenze zu Savignac-Lédrier südöstlich vom Weiler Chapelou. Das Rathaus kommt auf zu liegen.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in der Gemeinde Lanouaille
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Lanouaille schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 38,1 % Wälder – 26,6 % Grünland – 20,1 % Kulturboden – 10,2 % baulich beansprucht – 1,9 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 1,7 % Bergwerke, Deponien und Baustellen – 1,2 % Dauerkulturen – 0,2 %.
Die landwirtschaftliche Nutzung steht eindeutig im Vordergrund. Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist von 68,0 % im Jahr 1990 auf 68,6 % im Jahr 2018 leicht angestiegen.
Klima Lanouaille besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
Jahresmittel: 11,7 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,5 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 5,5 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,0 °C Jahresniederschlag: 1036 mm Niederschlagstage im Januar: 13,1 Niederschlagstage im Juli: 7,5
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 40 Kilometer entfernten Wetterstation in Brive das langjährige Jahresmittel von 12,7 °C für 1971–2000 über 12,7 °C für 1981–2010 auf 13,0 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,3 °C innerhalb von 20 Jahren. mini|300px|Hydrographische Karte von Lanouaille Hydrografie Die Nordwestgrenze der Gemeinde Lanouaille zu Sarlande und Dussac wird auf etwa sieben Kilometer von der Loue gebildet, welche dann in südsüdwestlicher Richtung nach Saint-Médard-d’Excideuil weiterfließt. Ihr linker Nebenfluss, die Haute-Loue, durchquert auf etwa acht Kilometer in etwa mittig die Gemeinde in westsüdwestlicher Richtung. Auf ihren letzten 2,5 Kilometern stellt sie die Gemeindegrenze zu Saint-Médard-d’Excideuil. Die Haute-Loue besitzt zwei rechte und vier linke Seitenarme. Die rechten Seitenarme entwässern in südlicher Richtung, die linken nach Nordwest.
Die Loue und ihre Nebenflüsse gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in der Gemeinde Lanouaille beträgt 34 Kilometer.
Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte von Lanouaille Die Gemeinde Lanouaille liegt vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Zentralmassivs. Die Gesteine des Anstehenden gehören zur Thiviers-Payzac-Einheit.
Thiviers-Payzac-Einheit Im äußersten Nordzipfel erscheint der Payzac-Quarzit (tfρ3Χ), eine höher metamorphe Fazies des rhyodazitischen Thiviers-Sandsteins. Der Payzac-Quarzit wird dann 500 Meter weiter südlich von der linksverschiebenden, nordoststreichenden Dussac-Störung jäh abgeschnitten. Es folgen sodann am Nordostrand der Gemeinde die Serizitschiefer des Donzenac-Schiefers (S1-2), die aus Peliten und Areniten hervorgegangen sein dürften und auch Grauwackenlagen enthalten. Eingeschaltet in den Donzenac-Schiefer findet sich ein langgezogener Graphitzug (gra) beim Weiler Peyre Noire. Praktisch der gesamte Rest des Gemeindegebietes wird dann vom eigentlichen Thiviers-Sandstein (tfρ3) eingenommen, nur am Südzipfel erscheint noch einmal kurz der Donzenac-Schiefer. Der Thiviers-Sandstein ist überaus reich an Diabasgängen (δΣβ), die ostsüdost bis südost streichen. Die Gänge sind meist um 500 Meter lang, können aber stellenweise über einen Kilometer Länge erreichen. Sie konzentrieren sich vor allem entlang den Flussläufen der Loue und der Haute-Loue.
Lockersedimente Die Gesteine der Thiviers-Payzac-Einheit werden im Südosten und Süden von Lockersedimenten – pliozänen bis altpleistozänen Flussschottern der Formation Fs – überdeckt. In den Talungen der Loue, der Haute-Loue sowie im ersten und letzten linken Nebenarm der Haute-Loue haben sich rezente alluviale Sedimente (Formation K) abgesetzt.
Natürliche und technologische Risiken mini|hochkant=1.6|Risikokarte des Quellung/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Lanouaille
Natürliche Risiken manifestieren sich in Lanouaille neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Bodensetzungen Waldbrände Radonemanationen.
Trotz der spärlichen Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Lanouaille der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Im Jahr 1999 kam es zu größeren Bodenbewegungen und Rutschungen. Wie die Risikokarte zeigt, ist Lanouaille von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen – gering im Bereich des Donzenac-Schiefers. Die Dürreperioden in den Jahren 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde La Coquille der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich hierbei um ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist erst relativ spät als Nobilia in den Schriften erwähnt. Es scheint sich bei dieser Schreibweise um eine fehlerhafte Latinisierung zu handeln, da die folgenden Belege übereinstimmen, die sich stark von der ersten unterscheiden. Es gab La Nouaille im Jahr 1652, und La Noilie in 1742. Lanouaille, repräsentiert durch das Okzitanische wahrscheinlich das lateinische novalia (terra) (). Novalia ist abgeleitet von novus (). Es wurde vermutet, dass der Name mit dem okzitanischen Wort noalha ( und ) zusammenhängt, das seinen Ursprung im gallischen Wort °nauda hat. In dem Maße der Verwendung des Namens Lanouaille für gerodetes Land, scheint die erste Hypothese plausibler. Im Périgord gibt es mehrere Lieu-dits La Nouaille oder La Nouaillette.
Der Standort war während der Eisenzeit bewohnt, aber die Fundstätte von La Tuilière beweist eine Besiedelung in einer noch älteren Zeit.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 191–192
In Lanouaille sind keine historischen Bauwerke älter als 19. Jahrhundert erhalten. So ist beispielsweise die Ortskirche Saint-Pierre-ès-Liens neugotisch.
Am 28. Juni 1944 wurde eine deutsche Kolonne der Wilde-Gruppe aus südlicher Richtung in Richtung Lanouaille gesichtet. Zwei Einwohner des Ortes, der 32-jährige Gabriel Froidefond und der 38-jährige Edouard Grégoire, gingen voraus, um die Lage zu erkunden. Sie wurden in der Nähe gefangen genommen, ausgeraubt und am nächsten Tag ermordet. Ein weiterer Mann, Lucien Dubout, der offenbar die Straße entlang flüchtete, wurde ebenfalls von Maschinengewehrfeuer niedergestreckt und ausgeraubt. Henri Maleyre, ein Notar aus Lanouaille, der ebenfalls anwesend war, wurde geschlagen und gezwungen, die Soldaten zu Herrn Dubouts Haus zu begleiten, wo sie es durchsuchten und ausraubten.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in LanouailleJahrEinwohner 1962 1085 1968 1025 1975 1026 1982 1006 1990 976 1999 966 2005 988 2006 984 2010 990 2015 1015 2019 981
Quellen: EHESS bis 1999,, INSEE ab 2006
Verwaltung Bürgermeister in Lanouaille ist seit Juli 2017 der Produktionsleiter Jean-Christophe Boulanger, der im Mai 2020 wiedergewählt wurde.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Emmanuel MacronEn marche ! EM 165 28,30 % 279 54,49 % Marine Le Pen Front national FN 147 25,21 % 233 45,51 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 111 19,04 % Éric Zemmour Reconquête 30 5,15 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 35 6,00 % Jean Lassalle Résistons ! R 42 7,20 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 10 1,72 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 18 3,09 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 15 2,57 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 4 0,69 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 1 0,17 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 5 0,86 % Gesamt 583 100 % 512 100 % Gültige Stimmen 583 97,82 % 512 89,20 % Ungültige Stimmen 13 2,18 % 62 10,80 % Wahlbeteiligung 596 83,71 % 574 80,73 % Enthaltungen 116 16,29 % 137 19,27 % Registrierte Wähler 712 711Quelle: Ministère de l'Intérieur Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Lanouaille konnte Emmanuel Macron deutlich für sich entscheiden.
Sehenswürdigkeiten Neugotische Ortskirche Saint-Pierre-ès-Liens, Neubau aus dem 19. Jahrhundert auf mittelalterlichen Fundamenten Schloss Beaulieu aus dem 15. Jahrhundert Schloss La Durantie von 1845
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Bildung Lanouaille verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) und ein öffentliches Collège „Plaisance“.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit