Der Große Preis von Frankreich 1951 (offiziell XXXVIII Grand prix de l’A.C.F. Grand Prix d’Europe) fand am 1. Juli auf dem Circuit de Reims-Gueux in Reims statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1951. Das Rennen hatte auch den FIA-Ehrentitel Großer Preis von Europa.
Berichte
Hintergrund
Nach dem Großen Preis von Belgien führte Giuseppe Farina in der Fahrerwertung mit zwei Punkten vor Juan Manuel Fangio und mit drei Punkten vor Lee Wallard.
Im Gegensatz zum belgischen Grand Prix wurden für den Grand Prix von Frankreich mit 24 wieder eine ordentliche Zahl von Nennungen abgegeben. Die angekündigten B.R.M. fehlten allerdings immer noch. Dafür hatte das Team von Tony Vandervell seinen ersten Auftritt auf der Grand-Prix-Bühne, allerdings noch nicht mit einem eigenen Fahrzeug, sondern mit einem 4,5-Liter-Ferrari, der von Reg Parnell gesteuert wurde. Alfa Romeo setzte wieder einen vierten Wagen für Luigi Fagioli ein. Dieser war technisch allerdings nicht ganz auf dem Stand der drei anderen Fahrzeuge. Die schnelle Strecke von Reims favorisierte die Alfa-Romeo wegen ihrer deutlich höheren Endgeschwindigkeit, die allerdings mit einem enorm hohen Verbrauch (ca. 1,5 l Methanol auf 1 km) und zwei zusätzlichen Boxenstopps erkauft wurde. Bei Ferrari ersetzte José Froilán González den erkrankten Piero Taruffi im Werks-Team. Im Gegensatz zu den 425 PS starken Alfa Romeo leisteten die Ferrari-Motoren nur 380 PS, kamen aber mit einem einzigen Tankstopp über die gesamte Renndistanz. Simca-Gordini entsendete zum Heim-Rennen vier Wagen, die aber aufgrund der geringen Motorleistung (150 PS) praktisch keine Chance auf einen vorderen Platz hatten. Das andere französische Team Talbot war nur durch die privaten Meldungen von Louis Rosier und Louis Chiron vertreten.
Mit Fangio (zweimal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training und Qualifying mini|Giuseppe Farina im Alfa Romeo 159 vor José Froilán González im Ferrari 375 mini|Guy Mairesse im Talbot T26C; auf dem Weg zum neunten Rang in der Gesamtwertung Das Training war erneut vom Duell der Alfa Romeo gegen Ferrari geprägt. Alberto Ascari war am ersten Trainingstag der Schnellste, Fangio sicherte sich im Alfa Romeo aber die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Farina und den Ferrari-Fahrern Ascari und Luigi Villoresi.
Rennen Am Renntag war es sehr heiß. Fangio erwischte den besten Start – ganz im Gegensatz zu Farina, der gleich am Start wegen durchdrehender Hinterräder auf den sechsten Rang zurückfiel. Aus der ersten Runde kehrte allerdings Ascari vor Fangio und Villoresi als Führender zurück. Den ersten Ausfall verzeichnete Peter Whitehead, der ebenso wie Emmanuel de Graffenried bereits in der zweiten Runde stehen blieb. Auch Onofre Marimón und Robert Manzon waren früh draußen. Consalvo Sanesi kam im Alfa Romeo in der fünften Runde an die Box und klagte über Fehlzündungen. Farina konnte sich bis zur neunten Runde wieder auf den dritten Platz vorarbeiten. Kurz darauf lag er in Führung, als Ascari in der zehnten Runde zurückfiel und an der Box seinen Ferrari mit Getriebeschaden abstellen musste und Fangio ebenfalls durch Fehlzündungen in Schwierigkeiten kam. Sein Boxenstopp zum Austausch des Zündverteilers dauerte zwölf Minuten. Farina hatte inzwischen einen Vorsprung von fast einer Minute, gerade genug, um die Führung durch den erforderlichen Extra-Boxenstopp zum Tanken nicht zu verlieren. Fagioli im vierten Alfa Romeo lag an dritter Position. Daraufhin wurde er an die Boxen gerufen, um Fangio seinen Wagen zu übergeben. Dieser startete damit eine Aufholjagd und überholte in der 34. Runde Villoresi und drei Runden später auch González, der seinen Wagen gleich darauf an Ascari übergeben musste. Durch einen weiteren Tankstopp der Alfa Romeo kam Ascari in González‘ Wagen wieder an Fangio vorbei und gelangte in Führung, als der nach wie vor vorn liegende Farina in der 44. Runde seinen zweiten Stopp einlegte.
In der nächsten Runde war Farina mit einer abgelösten Lauffläche seines Reifens schon wieder an der Box, fuhr jedoch an seinem Standplatz vorbei. Es dauerte drei Minuten, bis er wieder auf die Strecke zurückkonnte, jetzt auf den dritten Platz zurückgefallen. Fangio jagte weiterhin den an der Spitze liegenden Ascari und konnte in der 50. Runde die Führung übernehmen, als Ascari die Boxen anlief, um seine Bremsen kontrollieren zu lassen. Fangio fuhr in der Folge einen so großen Vorsprung heraus, dass er auch durch den zusätzlichen Tankstopp die Führung nicht verlor und das Rennen mit fast einer Minute Vorsprung gewann. Den sicher geglaubten dritten Platz verlor Farina in den letzten Runden noch an Villoresi durch Probleme mit der Zündanlage. Er fiel dabei auch noch hinter Parnell zurück und lief lediglich auf Platz fünf ein. Parnell hatte das Glück, das Rennen trotz einer unmittelbar vor dem Zieleinlauf gebrochenen Achse beenden zu können.
Obwohl Fagioli 1951 keine einzige Runde in Führung gelegen war, trug er sich hier zum ersten und einzigen Mal in die Siegerliste eines Formel-1-Weltmeisterschaftslaufes ein. Der 1898 geborene Italiener ist damit bis heute der älteste Formel-1-Sieger.
In der Fahrerwertung übernahm Fangio die Führung vor Farina und Ascari.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen2 Alfa Romeo 159Alfa Romeo 4 6 8 10 Ferrari 375Ferrari 12 14 18 Maserati 4CLTMaserati 20 24 Ferrari 125 Ferrari 26 Ferrari 375Ferrari 26 28 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 30 Gordini Type 15Gordini 32 34 36 38 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 40 Talbot-Lago T26C-DATalbot 42 Talbot-Lago T26C 44 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 46 Talbot-Lago T26C Talbot 48 Talbot-Lago T26C Talbot 50 Maserati Milano Maserati
Klassifikation
Startaufstellung
Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Startreihe1 2:25,71 R2 2:27,41 M3 2:28,11 L4 2:28,52 R5 2:28,92 L6 2:30,83 R7 2:33,13 M8 2:43,73 L9 2:44,04 R10 2:44,84 L11 2:45,75 R12 2:46,65 M13 2:48,05 L14 2:49,66 R15 2:49,86 L16 2:50,17 R17 2:50,37 M18 2:50,37 L19 2:58,48 R20 2:59,08 L21 2:59,59 R22 3:02,09 M23 3:06,09 L
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start Schnellste Runde1 773:22:11,07 2:27,8 (32.)2 77 + 58,263 74 + 3 Runden 44 73 + 4 Runden 95 73 + 4 Runden 26 71 + 6 Runden 8 2:46,4 (18.)7 71 + 6 Runden 11 2:49,7 (24.)8 69 + 8 Runden 14 2:50,2 (40.)9 66 + 11 Runden 19 2:57,5 (10.)10 57 + 19 Runden 511 55 + 22 Runden1– 54 DNF12 2:50,5 (36.)– 43 DNF13 2:48,0 (34.)– 37 DNF10 2:49,1 (35.)– 27 DNF17– 23 DNF22– 11 DNF18– 9 DNF3– 6 DNF21– 3 DNF23– 2 DNF15– 1 DNF16– 1 DNF20
WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte1 Alfa Romeo 15 2 Alfa Romeo 143 Ferrari94 Kurtis Kraft 95 Ferrari 86 Ferrari 67 Kurtis Kraft 68 Alfa Romeo 49 Ferrari 310 Talbot-Lago 311 Talbot-Lago 312 Alfa Romeo313 Sherman 3 14 Maserati / Alfa Romeo 215 Talbot-Lago 216 Kurtis Kraft217 Kurtis Kraft 218 Schroeder 219 Talbot-Lago 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte20 Talbot-Lago / Maserati 021 Talbot-Lago 022 HWM 023 Talbot-Lago 024 Talbot-Lago 025 Ferrari 026 Maserati 027 Talbot-Lago 028 Talbot-Lago 0– Ferrari 0– Talbot-Lago 0– HWM 0– Veritas-Meteor 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Maserati 0
Literatur Lang, Mike: Grand Prix! 1950 - 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 (englisch), ISBN 978-0-85429-276-9.
Weblinks
Ergebnisse
Einzelnachweise
#1951 Frankreich #1951 Kategorie:Sportveranstaltung im Département Marne