Der Landkreis Dieburg war ein Landkreis im Volksstaat Hessen und im deutschen Bundesland Hessen. Er ging 1977 zusammen mit dem Landkreis Darmstadt im heutigen Landkreis Darmstadt-Dieburg auf.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1976, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an den hessischen Landkreis Offenbach, den bayerischen Landkreis Aschaffenburg sowie an den Odenwaldkreis und den Landkreis Darmstadt (beide wiederum in Hessen).

Geschichte Der Landkreis Dieburg entstand am 1. November 1938 im Zuge einer Verwaltungsreform im Volksstaat Hessen aus dem Kreis Dieburg unter der Abgabe der Gemeinden Allertshofen, Brandau, Ernsthofen, Frankenhausen, Herchenrode, Hoxhohl, Lützelbach, Neunkirchen, Neutsch, Nieder-Modau, Ober-Modau, Rohrbach und Wembach an den Landkreis Darmstadt.

Der Landkreis umfasste zunächst 57 Gemeinden. Am 1. April 1952 wechselten die drei Gemeinden Asbach, Klein-Bieberau und Webern aus dem Landkreis Dieburg in den Landkreis Darmstadt. Die nunmehr 54 Gemeinden des Landkreises wurden im Rahmen der Gebietsreform in Hessen bis Ende 1976 auf 26 verringert. Die Gemeinden Brensbach und Fränkisch-Crumbach wurden am 1. August 1972 dem Odenwaldkreis zugeschlagen.

Am 1. Januar 1977 wurde der größte Teil des Landkreises Dieburg mit dem Landkreis Darmstadt zum Landkreis Darmstadt-Dieburg zusammengeschlossen. Der nördliche Teil des Landkreises mit den Gemeinden Nieder-Roden, Ober-Roden und Urberach kam zum Landkreis Offenbach. Gleichzeitig fanden zum 1. Januar 1977 noch weitere Eingemeindungen statt, sodass aus dem Altkreis Dieburg schließlich elf Gemeinden in den Landkreis Darmstadt-Dieburg eintraten.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerStatistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977 1939 65.865 1950 89.964 1960 95.600 1970 128.400 1976 137.900

Politik Landräte Hermann Schneider (1940er Jahre) Adolph Anton von Gemmingen (1945–1946), eingesetzt von der US-amerikanischen Besatzungsmacht Franz Gruber (SPD) (1951–1957) Ludwig Pfeifer (SPD) (1958–1970) Heinrich Klein (SPD) (1970–1976)

Wappen Im April 1951 wurde dem Landkreis Dieburg durch das hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.

Gemeinden Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Dieburg angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen und Kreiswechsel:

GemeindeeingemeindetnachDatum derEingemeindung Altheim Münster 31. Dezember 1971 Asbach zum Landkreis Darmstadt 1. April 1952 Babenhausen, Stadt Billings Fischbachtal 31. Dezember 1971 Brensbach zum Odenwaldkreis 1. August 1972 Dieburg, Stadt Dorndiel Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Eppertshausen Fischbachtal Gründung 31. Dezember 1971 Fränkisch-Crumbach zum Odenwaldkreis 1. August 1972 Frau-Nauses Wiebelsbach 1. Januar 1961 Georgenhausen Reinheim 1. Januar 1977 Groß-Bieberau, Stadt Groß-Umstadt, Stadt Groß-Zimmern Gundernhausen Roßdorf 1. Januar 1977 Habitzheim Otzberg 31. Dezember 1971 Harpertshausen Babenhausen 31. Dezember 1971 Harreshausen Babenhausen 31. Dezember 1971 Hergershausen Babenhausen 1. Juli 1972 Hering Otzberg 31. Dezember 1971 Heubach Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Kleestadt Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Klein-Bieberau zum Landkreis Darmstadt 1. April 1952 Klein-Umstadt Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Klein-Zimmern Groß-Zimmern 1. Januar 1977 Langstadt Babenhausen 31. Dezember 1971 Lengfeld Otzberg 31. Dezember 1971 Lichtenberg Fischbachtal 31. Dezember 1971 Meßbach Fischbachtal 31. Dezember 1971 Messenhausen Ober-Roden 1. März 1958 Mosbach Schaafheim 1. Januar 1977 Münster Nieder-Klingen Otzberg 31. Dezember 1971 Niedernhausen Fischbachtal 31. Dezember 1971 Nieder-Roden Rodgau, Lkr. Offenbach 1. Januar 1977 Nonrod Fischbachtal 31. Dezember 1971 Ober-Klingen Otzberg 31. Dezember 1971 Ober-Nauses Otzberg 31. Dezember 1971 Ober-Roden Rödermark, Lkr. Offenbach 1. Januar 1977 Otzberg Gründung 31. Dezember 1971 Radheim Schaafheim 1. Januar 1977 Raibach Groß-Umstadt 1. April 1972 Reinheim, Stadt Richen Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Rodau Groß-Bieberau 31. Dezember 1971 Schaafheim Schlierbach Schaafheim 31. Dezember 1971 Schloß-Nauses Ober-Nauses 1. April 1954 Semd Groß-Umstadt 1. Januar 1977 Sickenhofen Babenhausen 1. Januar 1977 Spachbrücken Reinheim 31. Dezember 1971 Steinau Fischbachtal 31. Dezember 1971 Ueberau Reinheim 31. Dezember 1971 Urberach Rödermark, Lkr. Offenbach 1. Januar 1977 Webern zum Landkreis Darmstadt 1. April 1952 Wersau Brensbach 1. August 1972 Wiebelsbach Groß-Umstadt 31. Dezember 1971 Zeilhard Reinheim 31. Dezember 1971

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DI zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1976 ausgegeben. Seit dem 2. Januar 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Darmstadt-Dieburg erhältlich.

Einzelnachweise

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