Die Division 1 1980/81 war die 43. Austragung der professionellen französischen Fußballliga. Meister wurde zum zehnten Mal seit 1957 die AS Saint-Étienne.

Erster Spieltag war der 24. Juli 1980, letzter Spieltag der 2. Juni 1981. Es gab diesmal eine längere Winterpause zwischen 20. Dezember und 25. Januar.Pierre Minier: 1943-2003 – Football Club de Nantes, le doyen de l’élite. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-23-1, S. 317–319

Vereine Teilnahmeberechtigt waren die Vereine, die die Vorsaison nicht schlechter als auf dem 17. Platz abgeschlossen hatten, dazu zwei direkte Aufsteiger aus der zweiten Division und der Gewinner der Relegationsrunde. Somit spielten in dieser Saison folgende Mannschaften um den Meistertitel: drei Klubs aus dem äußersten Norden (OSC Lille, US Valenciennes-Anzin, Racing Lens), zwei aus Paris beziehungsweise der Bourgogne (Paris Saint-Germain, Aufsteiger AJ Auxerre), vier aus dem Nordosten (FC Metz, AS Nancy, Racing Strasbourg, FC Sochaux), vier aus dem Nordwesten (Titelverteidiger FC Nantes, Stade Laval, SCO Angers, Aufsteiger FC Tours), einer aus dem Südwesten (Girondins Bordeaux), fünf aus dem Südosten (AS Saint-Étienne, Relegationssieger Olympique Lyon, Olympique Nîmes, OGC Nizza, AS Monaco), einer aus Korsika (SEC Bastia).

Saisonverlauf Es galt die Zwei-Punkte-Regel; bei Punktgleichheit gab die Tordifferenz den Ausschlag für die Platzierung.

Von Saisonbeginn an entwickelte sich zwischen Saint-Étienne und Nantes ein Zweikampf um die Meisterschaft, in den, abgesehen von den ersten Wochen, auch kein anderer Titelaspirant mehr einzugreifen vermochte. Der Abstand zwischen Verts und Canaris – als „Grüne“ beziehungsweise „Kanarienvögel“ oder „Gelbe“ wurden und werden die Spieler der beiden Klubs aufgrund ihrer Dressfarben benannt – betrug dabei nie mehr als zwei Punkte, so dass die Entscheidung tatsächlich erst am 38. Spieltag fiel.Rethacker, S. 126 Die direkten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten endeten jeweils mit einem Unentschieden. Ausschlaggebend für die Tatsache, dass am Ende die ASSE die Oberhand behielt, war deren Auswärtsstärke; in den gegnerischen Stadien holten sie 26:12 Punkte und damit drei mehr als der FCN. Dazu kam eine nahezu „historische“ 0:1-Heimniederlage der Gelben gegen Aufsteiger Auxerre,Beaudet, S. 136 mit der die Mannen von Trainer Guy Roux Anfang April 1981 im Stade Marcel-Saupin eine beeindruckende Serie beendeten: erstmals nach 92 ungeschlagenen Spielen seit Mai 1976 verlor Nantes wieder ein Punktspiel vor eigenem Publikum.Guillet/Laforge, S. 181

Für Saint-Étienne bedeutete diese Spielzeit mit dem zehnten Titelgewinn aber zugleich das Ende einer gut anderthalb Jahrzehnte währenden Dominanz im französischen Fußball; Beaudet nennt dies „die letzte Krone vor dem Absturz“.Beaudet, S. 135 Im Frühjahr 1981 kamen in der Öffentlichkeit erstmals Gerüchte auf, dass Präsident Roger Rocher eine „schwarze Kasse“ führte – ein Verdacht, der sich bald zur Gewissheit verdichtete und im folgenden Jahr zu Rochers Rücktritt führen sollte. Und anders als der FC Nantes, der seit Mitte der 1960er Jahre beständig mit der ASSE um die Vorherrschaft in Frankreich gerungen und in dieser Zeit auch fünf Meisterschaften errungen hatte, gewann diese während über drei Jahrzehnten keinen einzigen nationalen Titel mehr.Rethacker, S. 107; Beaudet, S. 137

Im Tabellenkeller stand bereits nach 36 Runden der Abstieg von Angers und den „Krokodilen“ aus Nîmes fest. Um den Relegationsplatz allerdings stritten bis zum letzten Spieltag noch vier Teams, von denen dann drei sogar nur durch die Tordifferenz getrennt waren. Es war schließlich der Neuling aus Tours, der in die Barrages gegen den Zweitliga-Dritten gehen musste; der Mannschaft um Torschützenkönig Onnis gelang darin anschließend gegen den FC Toulouse aber der Klassenerhalt. Zur folgenden Spielzeit ergänzten aus der Division 2 Stade Brest und Montpellier La Paillade SC den Kreis der Erstligisten.

Abschlusstabelle

(M) amtierender französischer Meister (P) amtierender französischer Pokalsieger (N) Neuaufsteiger aus der Division 2 1979/80 (R) Relegationssieger

Kreuztabelle SCOAngAJAuxSECBasGi.BorSt.LavRCLenOSCLilOl.LyoFCMetASMonASNcyFCNtsOGCNizOl.NîmSGParASStÉFCSocRCStrFCTouUSVal SCO Angers4:11:00:32:01:23:21:30:01:12:00:31:11:21:11:11:20:02:21:1 AJ Auxerre2:20:01:21:01:12:22:24:20:00:20:03:14:20:10:21:11:13:21:1 SEC Bastia3:02:03:22:23:15:12:01:01:12:11:23:03:22:02:11:12:00:11:1 Girondins Bordeaux1:02:00:02:15:12:03:21:11:02:00:03:01:11:33:00:02:11:14:0 Stade Laval2:00:03:02:43:04:20:01:13:31:02:00:14:00:00:00:03:02:02:1 Racing Lens1:01:15:00:13:00:02:22:20:00:00:02:01:12:31:15:11:23:01:2 OSC Lille4:02:33:12:21:12:11:10:12:10:00:33:10:02:21:32:13:01:11:2 Olympique Lyon5:11:32:11:01:04:12:20:03:24:20:05:14:22:01:15:10:02:31:1 FC Metz1:02:21:01:13:20:23:00:21:12:02:20:12:10:00:04:24:12:34:2 AS Monaco2:02:13:00:03:01:01:22:12:11:02:11:02:14:01:22:13:11:15:1 AS Nancy2:03:03:02:03:01:22:03:12:02:31:03:22:02:20:02:22:01:37:1 FC Nantes3:10:12:11:04:12:04:12:11:05:03:04:11:11:11:12:11:14:33:0 OGC Nizza2:20:02:11:12:11:11:23:20:02:12:23:20:01:10:14:20:02:24:0 Olympique Nîmes0:00:03:20:22:21:12:11:23:31:31:22:31:32:10:10:04:22:11:1 Paris Saint-Germain2:22:33:14:03:23:04:11:11:10:02:10:23:13:21:13:21:04:13:2 AS Saint-Étienne5:02:03:02:11:00:03:13:23:05:14:10:03:20:00:23:03:01:24:0 FC Sochaux2:01:11:00:02:11:23:02:23:01:11:12:41:12:14:01:21:11:03:3 Racing Strasbourg2:01:01:11:10:01:03:22:13:30:02:01:22:11:01:00:22:04:13:0 FC Tours2:21:42:20:13:21:13:31:11:10:11:02:31:04:30:21:30:11:12:3 US Valenciennes-Anzin0:02:01:12:24:21:00:32:13:00:13:03:31:01:12:00:12:11:21:1

Relegation

Die Meistermannschaft AS Saint-Étienne 1. AS Saint-Étienne70px|zentriert Tor: Jean Castaneda (35/-), Ivan Ćurković (3/-) Abwehr: Patrick Battiston (38/4), Christian Lopez (38/1), Bernard Gardon (37/-), Gérard Janvion (37/-), Thierry Oleksiak (1/-) Mittelfeld: Michel Platini (35/20), Jean-François Larios (31/5), Jean-Louis Zanon (22/3), Jacques Santini (21/-), Jean-Marie Elie (15/-), Éric Bellus (5/-) Angriff: Laurent Roussey (36/12), Johnny Rep (32/14), Jacques Zimako (30/5), Laurent Paganelli (25/3) Trainer: Robert Herbin Dazu kam ein Eigentor.Guillet/Laforge, S. 181, ergänzt aus Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o. J.Guillet/Laforge, S. 180

Erfolgreichste Torschützen Pl.SpielerVereinTore1 Delio Onnis FC Tours 242 Uwe Krause Stade Laval 233 Simo Nikolić Olympique Lyon 214 Michel Platini AS Saint-Étienne 205 Bernard Lacombe Girondins Bordeaux 18 Victor Trossero AS Monaco 187 Dominique Rocheteau Paris Saint-Germain 16 Andrzej Szarmach AJ Auxerre 16 Bernard Zénier AS Nancy 1610 Albert Gemmrich Girondins Bordeaux 14 Isaak Peretz Racing Strasbourg 14 Johnny Rep AS Saint-Étienne 14 Olivier Rouyer AS Nancy 1414 Bernard Genghini FC Sochaux 13 Pierre Pleimelding OSC Lille 13

Siehe auch Division 2 1980/81 Coupe de France 1980/81

Literatur Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 2-84253-762-9 Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2009. Vecchi, Paris 2008, ISBN 978-2-7328-9295-5 Jean-Philippe Rethacker: La grande histoire des clubs de foot champions de France. Sélection du Reader’s Digest, Paris/Bruxelles/Montréal/Zurich 2001, ISBN 2-7098-1238-X

Weblinks Statistiken auf lfp.fr

Anmerkungen und Nachweise

#1980/81 Kategorie:Fußballsaison 1980/81