Schorndorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Schillingsfürst im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Schorndorf liegt in der Gemarkung Stilzendorf.
Geografie Das Dorf bildet mit Leipoldsberg im Süden eine geschlossene Siedlung. Es liegt auf einer Anhöhe, im Norden Kleiner First, im Südwesten Roßkopf genannt. Westlich des Ortes entspringt Erlbacher Mühlbach, ein rechter Zufluss der Altmühl.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2246 bei Altengreuth (0,6 km nordöstlich) bzw. über die Ziegelhütte ebenfalls zur St 2246 (1,6 km westlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Leipoldsberg (0,1 km südlich) und zur Kreisstraße AN 34 (2 km östlich) zwischen Weihersmühle (0,5 km nördlich) und Hetzweiler (0,6 km südöstlich).
Geschichte Der Ort gehörte gemäß einer Auflistung von 1830 zu einem „die Brünst“ oder „die Brunst“ genannten, seit dem Mittelalter stellenweise gerodeten, umfangreichen Waldgebiet zwischen Leutershausen und Kloster Sulz mit dem Hauptort Brunst. Die Brünst war für ihre gute Rinderviehzucht bekannt; ihre 22 Dörfer galten als reich. Friedrich Oechsle: Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges in den schwäbisch-fränkischen Grenzlanden, Heilbronn 1830, S. 320, Fußnote.Friedrich Benedict Weber: Bemerkungen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Landwirthschaft, Leipzig 1815, S. 194.Heinrich Wilhelm Bensen: Kurze Beschreibung und Geschichte der Stadt Rotenburg ob der Tauber, Erlangen 1856, S. 29.
Laut 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amts Brunst aus dem Jahr 1608 bildete Schorndorf mit Altengreuth eine Realgemeinde. Für Schorndorf wurden 12 Mannschaften verzeichnet, die alle das hohenlohischen Amt Schillingsfürst als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das Amt Brunst aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 21/1, 22r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 717. Im 16-Punkte-Bericht des Amts Leutershausen aus dem Jahr 1681 sind für Schorndorf die Zahl der Mannschaften und die grundherrschaftlichen Verhältnisse unverändert. Das Hochgericht übte das Amt Leutershausen aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 22, 55. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 723.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es im Ort 16 Untertansfamilien, die alle das hohenlohische Amt Schillingsfürst als Grundherrn hatten.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 180.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Schorndorf mit der Ober- und Untermühle dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Stilzendorf zugeordnet. Am 1. Januar 1972 wurde Schorndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Schillingsfürst eingegliedert.
Baudenkmäler Haus Nr. 6: eingeschossiges Wohnstallhaus mit zweigeschossigem Zwerchhaus, Fachwerk, frühes 19. Jahrhundert Haus Nr. 13: eingeschossiges Wohnhaus, Fachwerk, frühes 19. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 103 91 83 88 109 95 89 102 85 87 86HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“ und 1885 bis 1987 als „Wohngebäude“. 17 20 21 21 20 18 18 23Quelle Schorndorf: 78 Einwohner, 18 Häuser; Obermühle: 5 E., 1 H.; Untermühle: 8 E., 1 H. Schorndorf: 78 Einwohner; Obermühle: 6 E.; Untermühle: 4 E. Schorndorf: 97 Einwohner, 19 Wohngebäude; Obermühle: 6 E., 1 Wgb.; Untermühle: 6 E., 1 Wgb.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wenzeslaus (Weißenkirchberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Schillingsfürst