Morlitzwinden (auch Marolzwinden genannt) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Buch am Wald im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Morlitzwinden liegt in der Gemarkung Hagenau.

Geografie Der Weiler liegt am Hirtenbachl, einem linken Zufluss Froschbächleins, der mit dem Traisdorfer Bach zum Hagenbach zusammenfließt. 0,5 km östlich befindet sich der Bucher Wald, im Süden grenzt das Deutschholz an. 1,25 km nordwestlich erhebt sich der Ameisberg ().

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberndorf zur Kreisstraße AN 7 (1,5 km nördlich) bzw. die Staatsstraße 2249 kreuzend zur Kreisstraße AN 5 bei Gastenfelden (1,8 km südlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Unterbreitenau (1 km nordwestlich) und nach Buch am Wald zur AN 5 (2,5 km östlich).

Geschichte Aus der Ortsnamensendung –winden kann man schließen, dass der Ort zu den Wendensiedlungen zählt, die im Mittelalter von den Obrigkeiten in größerer Zahl planmäßig angelegt wurden. Der Ortsname enthält den germanischen Personennamen Marold, der als Gründer der Siedlung angesehen werden kann.

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Morlitzwinden 6 Mannschaften verzeichnet. 5 Anwesen unterstanden dem hohenlohischen Amt Schillingsfürst und 1 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 7r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 704. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 sind die grundherrschaftlichen Verhältnisse für Morlitzwinden unverändert. Das Hochgericht wurde jedoch von Hohenlohe-Schillingsfürst strittig gemacht, 1710 aber dem Oberamt Colmberg vertraglich zugesichert.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 709.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Morlitzwinden 7 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Colmberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das hohenlohe-schillingsfürstische Amt Schillingsfürst. Grundherren waren das Amt Schillingsfürst (1 Hof, 4 Köblergüter, 1 halbes Köblergut) und die Reichsstadt Rothenburg (1 Hof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 890. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 993.

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wurde der Ort folgendermaßen beschrieben:

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Morlitzwinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Buch am Wald und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Buch am Wald zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Morlitzwinden in die neu gebildete Ruralgemeinde Hagenau umgemeindet. Am 1. Januar 1974 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Buch am Wald eingemeindet.

Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 1. Massives erdgeschossiges Wohnstallhaus mit aufgestocktem Wohnteil. Daran Giebel mit Geschossgesimsen und Haustafel. Darauf Adlerrelief und Inschrift „Johann Georg Binder 1804“. Zwerchgiebel mit Walmdach.H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 71. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 41 48 50 44 52 51 49 97 54 30 33HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 10 10 11 11 11 13 11 8Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria Magdalena (Gastenfelden) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.

Trivia Der Text des Hits Verdamp lang her wurde 1981 von Wolfgang Niedecken in Morlitzwinden geschrieben.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Buch am Wald) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach