mini|hochkant|2013 rekonstruierter Grenzstein von 1804 am Speierhofer Dreiländereck zwischen dem preußischen Fürstentum Ansbach, gekennzeichnet durch „PG = Preußisches Gebiet“ und das Hohenzollern-Wappen, der in der Mediatisierung sich befindlichen Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber, gekennzeichnet durch das Stadtwappen (rechts) und einem „R“ auf der Rückseite, sowie dem Fürstentum Hohenlohe-Schillingsfürst, gekennzeichnet durch „HG = Hohenlohisches Gebiet“ (auf der Rückseite)
Speierhof ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Gebsattel im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Speierhof liegt in der Gemarkung Kirnberg.
Geografie Unmittelbar westlich des Weilers entspringt der Kirnberger Mühlbach, ein rechter Zufluss der Tauber. Einen halben Kilometer südöstlich befindet sich der Straßensee. Im Norden grenzt das Waldgebiet Waldeck an. Ein Anliegerweg führt zur Staatsstraße 2249 (0,1 km östlich), die nach Schönbronn (1,5 km südöstlich) bzw. nach Kirnberg führt (2,3 km nordwestlich).
Geschichte Ursprünglich war der Ort in Besitz der Herren von Kirnberg, die es schließlich an Herold Rain und Ulrich Lösch vererbt haben. Diese verkauften den Hof im Jahr 1384 an Heinrich Doppler. In der Folgezeit wechselte oftmals der Besitzer. Hektor von Heßberg verkaufte schließlich 1605 u. a. auch den Speierhof an die Reichsstadt Rothenburg.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 382 f.
Laut 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 bestand Speierhof aus zwei Höfen, die der Reichsstadt Rothenburg unterstanden. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 6v. Zitiert nach 1617 wurde der Reichsstadt Rothenburg auch das Hochgericht zugestanden, was jedoch von Hohenlohe-Schillingsfürst strittig gemacht wurde. 1710 erhielten diese durch Vertrag das Hochgericht.Staatsarchiv Nürnberg, Rentamt Colmberg 47, 147. Zitiert nach
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Speierhof dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Gastenfelden zugewiesen. Spätestens 1840 wurde der Ort nach Kirnberg umgemeindet. Am 1. Januar 1972 wurde der Ort im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Gebsattel eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 39 30 32 29 31 27 30 31 22 22 17HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“ und 1885 bis 1987 als „Wohngebäude“. 5 6 4 4 6 6 6 5Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria und Michael (Kirnberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Laurentius (Gebsattel) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Gebsattel) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach