Peter Scharff (* 28. Juni 1922 in München, Deutschland; † 10. Januar 2014 auf Sylt) war ein deutscher Szenenbildner und Kostümbildner bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben Scharff war der Sohn des Bildhauers Edwin Scharff und der Schauspielerin Ilona Scharff, die unter dem Namen Helene Ritscher auftrat.

Er machte in Hamburg und München eine Ausbildung in Bildender Kunst und Graphik. 1950 gab er seinen Einstand als Filmarchitekt. Zunächst entwarf er die Kulissen für bayerische Filmstoffe. 1959 war er bei Bernhard Wickis Antikriegsfilm Die Brücke erstmals auch an einer künstlerisch hochwertigen Produktion beteiligt. Trotz dieses internationalen Kritikererfolges war Peter Scharff in der Folgezeit nur unregelmäßig für das Kino aktiv. Er entwarf sowohl die Filmbauten für Nebenwerke von Vertretern des Neuen Deutschen Films (Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg) und für ambitionierte Filmdokudramen (Die Mitläufer) als auch für reine Unterhaltung (Serenade für zwei Spione) und den Heimatfilm (Schloß Hubertus).

Gelegentlich wurde Scharff auch zu internationalen Produktionen herangeholt und designte die Dekos für Jack Golds Der Mann aus Metall und Ken Annakins Papier Tiger. In den 70er und frühen 80er Jahren gehörte er zum Team des Produzenten und Regisseurs Ottokar Runze, dessen Inszenierungen Das Messer im Rücken, Die Standarte und Stern ohne Himmel er szenenbildnerisch betreute. Seit Mitte der 50er Jahre gestaltete der Münchner auch intensiv Fernsehproduktionen.

Scharff war verheiratet und lebte zuletzt in Kampen auf Sylt. Er war Träger der Bürgermedaille in Gold der Stadt Neu-Ulm. Er und seine Frau überließen dem Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm 2012 Teile des schriftlichen Nachlasses seines Vaters, darunter handgeschriebene Briefe, Dokumente und Skizzenbücher.

Filmografie 1950: Insel ohne Moral 1952: Das Dorf unterm Himmel 1954: Hochzeitsglocken 1954: 08/15 1956: II A in Berlin 1956: Hotel Allotria 1956: Oberst Chabert 1957: Zwei Bayern im Urwald 1958: Du gehörst mir 1958: Der öffentliche Ankläger 1959: Die ist nicht von gestern 1959: Die Brücke 1961: Der Mann von drüben 1961: Zeit des Glücks 1961: Der Strafverteidiger 1961: Bankraub in der Rue Latour 1962: Laura 1962: Der kleine Lord 1963: Die Legende vom heiligen Trinker 1964: Ein Abschiedsgeschenk 1965: Serenade für zwei Spione 1966: Begründung eines Urteils (Fernsehfilm) 1966: Dieser Mann aus Deutschland 1966: Der Kreidegarten 1967: Der Auswanderer 1967: Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg 1969: Das Vermächtnis 1970: Unternehmer 1970: Paradies der alten Damen 1971: Karpfs Karriere 1973: Jorden runt med Fanny Hill 1973: Schloß Hubertus 1973: Der Mann aus Metall (Who ?) 1974: Der tödliche Schlag 1975: Das Messer im Rücken (auch Kostüme) 1975: Papier Tiger (Paper Tiger) 1977: Die Standarte (auch Kostüme) 1980: Ich möchte fliehen 1981: Stern ohne Himmel 1981: Der König und sein Narr 1981: Im Fadenkreuz 1982: Urlaub am Meer 1983: Die Mitläufer 1984: Der Lehrer und andere Schulgeschichten 1983–86: Weißblaue Geschichten 1985: Paradigma 1986: Kein Alibi für eine Leiche 1988: Tagebuch für einen Mörder 1990: Lippels Traum 1991: Ich schenk‘ dir die Sterne

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R–T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 83.

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Einzelnachweise

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