Diese Liste führt erfolgreiche und versuchte Putsche und Staatsstreiche auf, die in Thailand beziehungsweise in dessen Vorgängerstaat Siam stattfanden. Liste Bis 1932 Bis 1932 war Siam eine absolute Monarchie. Beginn Beschreibung Erfolg Bemerkungen Quellen Siamesische Revolution von 1688 erfolgreich Eine schwere Erkrankung König Narais wurde zum Anlass genommen, in einem Staatsstreich den Leiter des Elefanten-Ministeriums als König Phetracha auf den Thron zu setzen. Narais Kanzler, der Grieche Constantine Phaulkon, wurde hingerichtet, die Franzosen mussten ihre Einrichtungen unter Zurücklassung zahlreicher Geiseln aufgeben und jegliche missionarischen Aktivitäten wurden verboten. Kenneth Champeon: Thailand Untamed (Besprechung von E.W. Hutchinson „1688 Revolution in Siam“), ThingsAsian.com, 25. Mai 2001 (englisch)Fessen/Kubitschek, S. 24–35.Grabowsky, 2010, S. 55.Jürgen Osterhammel: Die Entzauberung Asiens: Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert, C. H. Beck, 1998, S. 33.Peitz, 2008, S. 82. Palastrevolte gescheitert Mehrere Armeeoffiziere unter der Führung von Khun Thuayhanpitak versuchten, die absolute Monarchie unter König Vajiravudh (Rama VI.) zu stürzen. Yut Khongyu, der Mitverschwörer, der per Losentscheid auserkoren war, den König zu ermorden, verriet stattdessen den Plan. Drei Putschisten wurden hingerichtet und viele andere zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. 1917 Putschversuch gescheitert Abgebrochen. Nicholas Farrelly: Counting Thailand's Coups, New Mandala, 8. März 2011, ANU College of Asia & the Pacific Staatsstreich in Siam 1932 (oder Siamesische Revolution) erfolgreich Ein Kreis von Offizieren, Intellektuellen und Bürokraten namens Khana Ratsadon („Volkspartei“), unterstützt von einigen Militärs, stürzte die letzte absolute Monarchie unter König Prajadhipok (Rama VII.) in einem nahezu gewaltlosen Putsch und wandelte sie in eine Konstitutionelle Monarchie um. Grabowsky, 2010, S. 152.Thai Revolution of 1932

1933 bis 1946 Seit dem 24. Juni 1932 ist Siam, bzw. dessen Nachfolger Thailand, eine konstitutionelle Monarchie. Beginn Beschreibung Erfolg Bemerkungen Quellen Staatsstreich der Regierung kurzfristig erfolgreich Der erste Premierminister Phraya Manopakorn Nititada und sein Kabinett lösten die Nationalversammlung auf und setzte die erst vier Monate alte Verfassung teilweise außer Kraft. Dies war eine Reaktion auf den Ökonomischen Plan von Pridi Phanomyong, der radikale wirtschaftliche und soziale Reformen vorgeschlagen hatte. Am nächsten Tag erließ die Regierung ein Gesetz gegen kommunistische Umtriebe, das gegen Pridi und seine Unterstützer gerichtet war und diese von der Macht ausschließen sollte. Pridi verließ das Land und ging ins Exil nach Frankreich. Zahlreiche einflussreiche Offiziere und Zivilisten der „Volkspartei“ zeigten jedoch weiterhin Sympathie für ihn, die erhoffte Unterstützung für Phraya Manopakorn blieb weitgehend aus. Judith A. Stowe: Siam Becomes Thailand. S. 42–48. Putsch in Siam 1933 erfolgreich Putsch der jüngeren Offiziere der „Volkspartei“ unter der Führung von Oberst Phraya Phahon Phonphayuhasena gegen Ministerpräsident Phraya Manopakorn Nititada, der ein Jahr nach der Einführung der konstitutionellen Monarchie das Parlament geschlossen und die Verfassung teilweise wieder außer Kraft gesetzt hatte. Robert Patrick Kiener: An analysis of the 1981 unsuccessful Thai coup Boworadet-Rebellion gescheitert Prinz Boworadet, ein Mitglied der königlichen Familie, scheiterte bei dem Versuch, die Auswirkungen der Revolution von 1932 rückgängig zu machen. Wars and Conflicts of Thailand Rebellion der Feldwebel gescheitert Dieser abgebrochene Putschversuch war der einzige Putschversuch in der thailändischen Geschichte, der von Unteroffizieren geführt wurde. Die Feldwebel waren unzufrieden mit der Regierung von Phraya Phahon. Sie fühlten sich in ihrem Lebensstandard und ihrem Status von den höheren Offizieren missachtet. Einige unter den Verschwörern planten, Ministerpräsident Phraya Phahon und Verteidigungsminister Phibunsongkhram als Geiseln zu nehmen, andere wollten sogar hohe Offiziere und Regierungsmitglieder umbringen. Nach dem Scheitern des Plans wurde der Anführer der Aufständischen, Feldwebel Sawat Mahamad, zum Tode verurteilt. Supaluck Suvarnajata: The Thai military coup d'état. Origins, withdrawal/civilian control, and perspectives. Dissertation, Claremont Graduate School, 1992, S. 121.

1946 bis 1975 Am 9. Juni 1946 starb König Ananda Mahidol (Rama VIII.) und am 5. Mai 1950 fand die Krönung von Bhumibol Adulyadej statt. Beginn Beschreibung Erfolg Bemerkungen Quellen Putsch in Thailand 1947 erfolgreich Die „Coup-Gruppe“ um Generalleutnant Phin Choonhavan und Oberst Kat Katsongkhram zwangen Thawan Thamrongnawasawat zum Rücktritt. Thawal musste anschließend ins Exil nach Hongkong gehen. Der Putsch setzte einer dreijährigen konstitutionell-demokratischen Phase ein Ende, die von politischer Instabilität und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt war. Es folgte wieder langjährige Militärherrschaft. Grabowsky, 2010, S. 168. Staatsstreich im April 1948 erfolgreich Die „Coup-Gruppe“ zwang den zwischenzeitlich regierenden zivilen Ministerpräsidenten Khuang Aphaiwong von der Demokratischen Partei unter Gewaltandrohung zum Rücktritt. Feldmarschall Plaek Phibunsongkhram kehrte an die Regierungsspitze zurück Daniel Fineman: A Special Relationship. The United States and Military Government in Thailand, 1947–1958. University of Hawaii Press, Honolulu 1997, S. 54. Generalstabsputsch von 1948 gescheitert Eine Reihe Generalstabsmitglieder der Armee planten, auf einer am 1. Oktober angesetzten Geburtstagsfeier von Sarit Thanarat Premierminister Phibunsongkhram zu verhaften. Ihr Plan wurde im Vorfeld aufgedeckt und etwa fünfzig Personen wurden verhaftet. Daniel Fineman: A Special Relationship: The United States and Military Government in Thailand, 1947–1958 University of Hawaii Press, 1997, S. 71 ff. Putschversuch („Wang-Luang-“ oder „Grand-Palace-Rebellion“) gescheitert Pridi Phanomyong reiste verdeckt aus dem Exil nach Thailand und versuchte, gemeinsam mit Marineangehörigen, Phibunsongkhram zu stürzen und eine hauptsächlich zivile Regierung einzusetzen. Die Putschisten eroberten eine Radiostation und eine Gruppe von Studenten besetzte den Großen Palast. Der Staatsstreich scheiterte, aber die Planer konnten über den Mae Nam Chao Phraya entkommen. Peitz, 2008, S. 204.Grabowsky, 2010, S. 169. Manhattan-Putsch gescheitert Bei einer Zeremonie zur Übergabe der Manhattan, eines Baggerschiffs, von den Vereinigten Staaten an Thailand, entführte eine Gruppe junger Marineoffiziere Premierminister Phibunsongkhram und hielt ihn auf dem Flaggschiff Si Ayutthaya als Geisel. Später eroberten sie das Marinehauptquartier und die Marineradiostation. Der Putsch scheiterte nach 36 Stunden. Bei den Kämpfen töteten Polizei und Militär etwa 1200 Menschen (hauptsächlich Zivilisten) und verletzten zusätzliche 1800. Phibun konnte sich unverletzt aus der Hand seiner Entführer befreien und rettete sich schwimmend an Land. Kidnapping in Public, Life, Band 31, Nr. 3, 16. Juli 1951 (englisch)Grabowsky, 2010, S. 169 f. Stummer Staatsstreich von 1951 erfolgreich Nach dem erfolglosen Umsturzversuch vom Juni desselben Jahres konsolidierte die Armee ihre Macht, setzte die weniger demokratische Verfassung von 1932 wieder ein und erzwang eine Regierungsumstellung. Während sich der junge König Bhumibol Adulyadej in der Schweiz befand, setzten sie Premierminister Phibunsongkhram persönlich unter Druck. Dieser nahm, nach anfänglichen Zögern, das Amt des Premierministers einer provisorischen Regierung an. Putsch in Thailand 1957 erfolgreich Sarit Thanarat putschte sich unblutig an die Macht und zwang Phibunsongkhram, dem Selbstherrlichkeit, Wahlbetrug und mangelnder Respekt vor der Monarchie vorgeworfen wurden, ins Exil. Anschließend wurde eine zivile Übergangsregierung unter Pote Sarasin eingesetzt und Wahlen abgehalten. Frank C. Darling: American Policy in Thailand, The Western Political Quarterly, Band 15, Nr. 1, März 1962, S. 93–110 (englisch)September 1957 Coup, GlobalSecurity.orgHandley, S. 136–138. Putsch (Revolution von Sarit Thanarat) erfolgreich Nach dem Putsch von 1957 hatten die Militärs eine Regierung eingesetzt, die im verfassungsmäßigen Rahmen agierte, und Wahlen abhalten lassen. Die Regierung von General Thanom Kittikachorn war mit öffentlicher Kritik und Widerständen konfrontiert. Daraufhin führte Feldmarschall Sarit Thanarat eine autoritäre „Revolution“ durch. Er setzte die Verfassung außer Kraft und errichtete eine direkte Militärherrschaft. Peitz, 2008, S. 230f.Thak Chaloemtiarana: Thailand: The Politics of Despotic Paternalism. Cornell Southeast Asia Program, 2007, S. 92–98. Thanom Kittikachorn putschte sich zum Alleinherrscher erfolgreich Premierminister Thanom Kittikachorn löste das Parlament auf, rief das Kriegsrecht aus und konzentrierte die gesamte Macht auf seine Person. Er begründete den Staatsstreich mit der vermuteten, inneren Zersetzung Thailands und der Gefahren durch die kommunistische Guerillabewegung. Peitz, 2008, S. 271.

Seit 1976 Am 6. Oktober 1976 fand das Massaker an der Thammasat-Universität statt. Es gilt als einschneidendes Ereignis in der Geschichte Thailands.