Antidesma ist eine Gattung von etwa 100 Arten aus der Familie Phyllanthaceae, die als Bäume oder Sträucher wachsen. Die meisten Arten findet man im tropischen Asien, einige auch in Afrika, Australien und auf pazifischen Inseln. Eine Art, Antidesma bunius, wird häufig, einige weitere selten als Obstbäume genutzt.
Beschreibung Die Arten der Gattung Antidesma wachsen als Bäume und aufrechte Sträucher. Sie sind zweihäusig. Die Behaarung aller Teile besteht aus einfachen Haaren. Die Laubblätter sind wechselständig und drüsenlos. Die Nebenblätter sind klein, der Blattstiel meist kurz. Die Blattspreite ist einfach, ganzrandig und fiedernervig.
Die Blütenstände sind Ähren oder Trauben, die in Blattachseln oder selten scheinbar an den Enden der Zweige oder direkt am Stamm wachsen. Männliche Blüten haben einen drei- bis fünffach, selten bis achtfach, dachziegelartig gelappten, becherförmigen Kelch. Kronblätter fehlen. Der Diskus ist ring- oder kissenförmig und umschließt die Basis der Staubblätter oder besteht aus freien Lappen. Es werden drei bis fünf, selten ein oder bis sieben Staubblätter gebildet, die in der Knospe eingebogen sind, später gerade stehen. Die Staubfäden sind länger als die Kelchlappen, die Staubbeutel sind zweikammerig mit U-förmigen Konnektiven. Die Theken sind getrennt und bilden die verbreiteten Enden des U. Die weiblichen Blüten haben einen ähnlichen Kelch wie die männlichen, Kronblätter fehlen ebenfalls. Der Diskus ist kissenförmig und umgibt den Fruchtknoten. Der Fruchtknoten ist länger als die Kelchlappen und meist einkammerig. Je Kammer werden zwei Samenanlagen gebildet. Die zwei bis vier Narben sind kurz mit gegabeltem Ende. Die Früchte sind eiförmige, elliptische oder linsenförmige, meist einsamige Steinfrüchte mit bleibenden Griffeln. Die Samen sind kurz mit fleischigem Endosperm. Die Kotyledone ist abgeflacht und breit.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x=13.
Verbreitung Die meisten Arten wachsen im tropischen Asien, etwa acht Arten in Afrika, fünf bis acht auf pazifischen Inseln und fünf bis sieben in Australien.
Systematik und Forschungsgeschichte Antidesma ist eine Gattung in der Familie Phyllanthaceae. Dort wird sie der Unterfamilie Antidesmatoideae, Tribus Antidesmateae, Untertribus Antidesmatinae zugeordnet. Häufig wird sie auch der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Unterfamilie Stilaginaceae zugeordnet. Die Gattung wurde von Carl von Linné 1753 in seinem Werk Species Plantarum erstbeschrieben.
Nach R. Govaerts (WCSP) werden folgende Arten anerkannt: Antidesma acidum : Vom Indischen Subkontinent bis China und Indochina, Java. Antidesma alexiteria : Südliches Indien und Seri Lanka. Antidesma ambiguum : Yunnan und Vietnam. Antidesma annamense : Vietnam. Antidesma baccatum : Molukken und Neuguinea. Antidesma bhargavae : Südliche Andamanen. Antidesma brachybotrys : Borneo. Antidesma brevipes : Nordöstliches Sulawesi. miniatur|Zweige mit Früchten von Antidesma bunius Antidesma bunius : Tropisches und subtropisches Asien. Antidesma catanduanense : Philippinen. Antidesma celebicum : Sulawesi, Molukken und Timor. Antidesma chalaranthum : Papua-Neuguinea. Antidesma chonmon : Yunnan und Vietnam. Antidesma cochinchinense : Kambodscha und südliches Vietnam. Antidesma comptum : Tamil Nadu und Sri Lanka. Antidesma concinnum : Südöstliches Neuguinea. Antidesma contractum : Neuguinea. Antidesma coriaceum : Nikobaren bis westliches Malesien. Antidesma costulatum : Sichuan und Yunnan. Antidesma cruciforme : Malaiische Halbinsel. Antidesma curranii : Philippinen. Antidesma cuspidatum : Westliches Malesien. Es gibt zwei Varietäten. Antidesma dallachyanum : Queensland. Antidesma digitaliforme : Philippinen. Antidesma eberhardtii : Laos und nördliches Vietnam. Antidesma edule : Philippinen. Mit zwei Varietäten. Antidesma elassophyllum : Fidschi (Viti Levu und Vanua Levu). Antidesma elbertii : Zentrales und südliches Malesien. Antidesma erostre : Papua-Neuguinea bis Queensland. Antidesma excavatum : Östliches Borneo bis Inseln im westlichen Pazifik. Es gibt zwei Varietäten. Antidesma ferrugineum : Östliches Neuguinea. Antidesma forbesii : Thailand bis Sumatra. Antidesma fordii : Südliches China bis Indochina. Antidesma fruticosum : Vietnam. Antidesma fruticulosum : Myanmar. miniatur|Illustration von Antidesma ghaesembilla Antidesma ghaesembilla : Tropisches und subtropisches Asien bis nördliches Australien. Antidesma gillespieanum : Fidschi. Antidesma hainanense (Syn.: Antidesma fleuryi ): Südliches China bis Indochina. Antidesma helferi: Südliches Myanmar bis nördliches Sumatra. Antidesma heterophyllum : Java bis Molukken. Antidesma insulare : Fidschi (südöstliches Viti Levu). miniatur|Blätter von Antidesma japonicum Antidesma japonicum : China bis gemäßigten Ostasien und Malaiische Halbinsel. Es gibt zwei Varietäten. Antidesma jayasuriyae : Sri Lanka. Antidesma jucundum : Südöstliches Neuguinea. Antidesma keralense : Indische Bundesstaaten Kerala und Tamil Nadu. Antidesma khasianum : Arunachal Pradesh bis Assam. Antidesma kunstleri : Malaiische Halbinsel. Antidesma laciniatum : Westliches tropisches Afrika bis Uganda. Antidesma laurifolium : Thailand, Malaysia und Kambodscha. Antidesma leucocladon : Südliches Thailand bis östliches Sumatra. Antidesma leucopodum : Thailand bis zu den südwestlichen Philippinen. Antidesma macgregorii : Nördliche und zentrale Philippinen. Antidesma maclurei : Hainan und Vietnam. Antidesma madagascariense : Inseln im westlichen Indischen Ozean. Es gibt zwei Varietäten. Antidesma membranaceum : Tropisches und südliches Afrika. Antidesma messianianum : Zentrales Neukaledonien. Antidesma microcarpum : Philippinen. Antidesma minus : Südwestliches Sumatra bis westliches Java. Antidesma montanum : Tropisches und subtropisches Asien bis nördliches Queensland. Es gibt vier Varietäten. Antidesma montis-silam : Borneo. Antidesma myriocarpum : Neuguinea. Antidesma neurocarpum : Südliches Myanmar bis westliches Malesien. Es gibt drei Varietäten. Antidesma nienkui : Guangdong und Hainan. Antidesma nigricans : Assambis Myanmar. Antidesma oblongum : Liberia und Elfenbeinküste. Antidesma orthogyne : Thailand und Malaysia. Antidesma pachybotryum : Östliches Kamerun. Antidesma pachystachys : Malaiische Halbinsel. Antidesma pacificum : Fidschi. Antidesma pahangense : Malaiische Halbinsel. Antidesma parvifolium : Nördliches Australien. Antidesma pendulum : Thailand bis westliches Malesien. Antidesma petiolatum : Neuguinea. Antidesma phanrangense : Vietnam. Antidesma platyphyllum : Hawaii. Antidesma pleuricum : Taiwan bis zu den Philippinen. Antidesma poilanei : Südliches Vietnam. Antidesma polystylum : Borneo. Antidesma pulvinatum : Hawaii. Antidesma puncticulatum : Indochina bis südwestliche Philippinen, dazu Sri Lanka. Antidesma pyrifolium : Sri Lanka. Antidesma rhynchophyllum : Neuguinea. Antidesma riparium : Malesien bis Neuguinea. Es gibt zwei Unterarten. Antidesma roxburghii : Arunachal Pradesh bis Myanmar. Antidesma rufescens : Tropisches Afrika bis nordöstliches Namibia. Antidesma sinuatum : Queensland. Antidesma sootepense : Südliches Yunnan bis Indochina. Antidesma spatulifolium : Molukken und südliches Neuguinea. Antidesma stipulare : Südliches Myanmar bis Malesien. Antidesma subbicolor : Südliches Vietnam. Antidesma subcordatum : Philippinen und Kleine Sundainseln. Antidesma tetrandrum : Nikobaren, Sumatra bis Bali. Antidesma tomentosum : Thailand bis westliches und zentrales Malesien. Es gibt zwei Varietäten. Antidesma tonkinense : Nördliches Vietnam. Antidesma trichophyllum : Fidschi (Viti Levu). Antidesma vaccinioides : Östliches Neuguinea. Antidesma velutinosum : Indochina bis westliches Malesien. Antidesma velutinum : Bangladesch bis Malaysia. Antidesma venenosum : Borneo. Antidesma venosum : Tropisches und südliches Afrika, Madagaskar, südliches China bis Indochina. Antidesma vogelianum : Tropisches Afrika.
Verwendung Die Art Antidesma bunius ist ein häufig verwendeter Obstbaum, auch andere Arten werden gelegentlich lokal als Obstbäume gepflanzt.
Nachweise Literatur
Einzelnachweise Bingtao Li, Petra Hoffmann: Antidesma in Flora of China, Band 11, S. 209
Nowak, Schulz: Taschenlexikon tropischer Nutzpflanzen und ihrer Früchte, S. 61
Weblinks
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