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Diese Liste gibt den Fortschreibungsstand vom 17. April 2020 wieder und enthält 110 Baudenkmäler. mini|250px|Merian: Ansicht von Amorbach
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Ensemble Altstadt Amorbach Das Ensemble umfasst den Kernbereich der am Rande des Odenwaldes eindrucksvoll im Talgrund der Mud gelegenen Stadt Amorbach. Die Entfaltung der Siedlung ist mit der Entstehung des bedeutenden Benediktinerklosters im 8. Jahrhundert an der Kreuzung zweier alter Straßen eng verbunden. mini|Amorbach, Klosteranlage Nördlich der ausgedehnten Klosteranlage, die im Spätbarock weitgehend neugestaltet wurde, entwickelte sich zunächst die Obere Stadt, die unter dem Schirmvogt des Klosters, Konrad von Dürn, 1253 Stadtrecht erhielt. Sie wurde im 14. Jahrhundert mit Wall und Graben, im 15. mit einer Mauer befestigt. Reste dieser Anlagen sind vor allem nördlich der Schenk- und der Kellereigasse erhalten geblieben und bilden dort die Ensemble-Begrenzung, oder sie zeichnen sich noch in der Führung von Straßen ab, wie am Geisgraben.
Die Stadt, die seit 1272 unter der Herrschaft des Erzstifts Mainz stand, entfaltete im 15. Jahrhundert eine reiche Bautätigkeit. Das Rathaus am Marktplatz und das ehemalige Kaufhaus (Am Stadttor 5) manifestieren das Selbstverständnis der bürgerlichen Stadt, die am Ende der Pfarrgasse, am Eingang zur Löhrstraße und am Übergang in den Klosterbezirk beim Freihof durch je ein Tor abgeschlossen war. Durch die Teilnahme am Bauernkrieg verlor die Stadt 1528 allerdings ihre Selbstverwaltung. Auch das Wirken der kurmainzischen Oberamtsverwaltung in dieser Epoche ist mit den stattlichen spätgotischen Bauten der Amtskellerei und der Zehentscheune in der Kellereigasse noch anschaulich.
Südlich der Oberen Stadt und des im Mittelalter gleichfalls befestigten Klosterbezirks entstand im Spätmittelalter die Untere Stadt in großräumiger, planmäßiger Ausdehnung. Ihre beiden Hauptachsen, Löhrstraße und Abteigasse, schieben sich südwärts bis an den Mudfluss vor und sind unmittelbar vor der Abtei durch die Schmiedsgasse verbunden. Zwischen ihnen dehnen sich Gartenbereiche aus, die wesentlich zum Gepräge der Stadt gehören. Das 18. Jahrhundert brachte – initiiert durch die Tausendjahrfeier der Klostergründung – die großartige barocke Neugestaltung der Abtei, die 1742 mit dem Neubau der Stiftskirche durch Maximilian von Welsch begann, mit der Weihe von 1747 einen ersten Höhepunkt fand und sich mit der großzügigen Um- und Neuformung der Stiftsgebäude bis unmittelbar an den Zeitpunkt der Säkularisation hin fortsetzte.
Das Fürstliche Haus Leiningen, das 1803 nach dem Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation in den Besitz der Anlage gelangte, bereicherte die zur Barockresidenz angewachsene Abtei im frühen 19. Jahrhundert um den Seegarten, einen Englischen Park, der zum Ensemble gehört und nach Süden in die offene Odenwaldlandschaft übergeht, sowie um einige klassizistische Bauten wie den Marstall und den Bauhof. In Konkurrenz zu dieser geistlichen Bautätigkeit wurde auch die Obere Stadt unter der mainzischen Oberamtsverwaltung im 18. Jahrhundert barock ausgebaut. Die beherrschenden Bauten sind das 1727 vollendete Oberamtshaus am nördlichen Ende des Marktplatzes, seit 1803 Fürstliches Palais, und daneben die katholische Pfarrkirche, 1754 vollendet und hat mit ihrer barocken Doppelturmfassade den gleichen städtebaulichen Rang wie die doppeltürmige Stiftskirche. mini|Pfarrkirche St Gangolf In den einzelnen Plätzen und Straßen herrscht geschlossene zweigeschossige Bebauung vor. Der Marktplatz wird von auch dreigeschossigen Halbwalm- oder Walmdachhäusern bestimmt, meist aus dem 17. bis frühen 19. Jahrhundert. In der Pfarrgasse stehen an der Südseite Traufhäuser des 18./19. Jahrhunderts, an der Nordseite meist Fachwerkgiebelhäuser des 16./17. Jahrhunderts. Die Schenkgasse, ein schmaler Straßenzug von kleinbürgerlichem Charakter mit ein- und zweigeschossigen Trauf- und Giebelhäusern meist des 16. bis 18. Jahrhunderts zeichnet sich auch durch ihre Pflasterung, durch Vortreppen und Kellerluken aus; die anschließende Bahnhofstraße ist vorwiegend mit Fachwerkhäusern des 17./18. Jahrhunderts bebaut. Die kurzen Straßenzüge Am Stadttor, Geisgraben, Johannesturmstraße mit geschlossener bürgerlicher Bebauung meist des 16./18. Jahrhunderts vermitteln von der Oberen zur Unteren Stadt bzw. zur Abtei, dazwischen stehen die großen klassizistischen Baukörper des Badischen Hofes und des als Kaufhaus errichteten Gebäudes von Peter Speeth, beide von 1805.
In der Unteren Stadt weist die westliche Seite der Schmiedsgasse fast einheitlich Halbwalmdachhäuser des 18. und frühen 19. Jahrhunderts auf, die Löhrstraße meist Giebelhäuser des 17./18. Jahrhunderts, vielfach als Geschäftshäuser umgebaut. In der Abteigasse stehen zwei- und dreigeschossige ackerbürgerliche Traufseithäuser meist des 18. bis frühen 19. Jahrhunderts. In der Umgebung des Ensembles, insgesamt eine kleine barocke Residenzstadt, deren Silhouette sich durch die beiden Turmpaare ihrer Kirchen und den Rotsandstein ihrer Monumentalbauten auszeichnet, sind die Blickbeziehungen zwischen der Stadt und dem Gotthardsberg mit seiner romanischen Kirchenruine, zwischen der Stadt und dem Wolkmanns-Berg, jenseits der Mud, zwischen Schloßplatz, Seegarten und dem südwestlich angrenzenden Wiesen- und Waldgebiet und zwischen der Stadt und dem Ort Schneeberg von Bedeutung.
Umgrenzung: Am Oberen Tor 13 (Bereich des ehemaligen Stadtgrabens), Schenkgasse 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20 (jeweils Nordgrenze der Grundstücke), Bahnhofstraße 12, Schüttstraße 1, Katholische Pfarrkirche (Westseite des ehemaligen Friedhofs), Marktplatz 12 (Parkgrenze Nord und West), Marktplatz 11, 10, 9, 8, 7, 5, Am Stadttor 2, 4, Löhrstraße 4/6, 8, 12, 14, 16, 18/20, 22, 24, 26, 28/30, 32, 34, 36, 48, Fischergäßchen 1, Steinerne Brücke 1, 3, 5, 7, 9, Steinerne Gasse 2, Löhrstraße 55, 53, 51, 49, 47/45, 43, 31/29, 27, 25/23, 11, 7, 5, 3, 1, Schmiedsgasse 2, 4, 6, 8, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 46, 48/50, Abteigasse 2–42 (jeweils gerade Hausnummern), 29–1 (jeweils ungerade Hausnummer), Hintere Gasse 2, Schloßplatz 2, 4, Seegartenanalage, Sandstraße 1 (Südgrenze), Konventstraße, Am Oberen Tor.
Aktennummer: E-6-76-112-1.
Stadtbefestigung Amorbach
Baudenkmäler nach Gemeindeteilen Amorbach
Ehemalige mainzische Amtskellerei Kellereigasse 6 (): Amtshaus, 1848–1931 Landgericht, 1932–1997 Heimatmuseum, freistehender zweigeschossiger Satteldachbau mit quer dazu stehendem kurzem Seitenflügel und polygonalem Treppenturm mit Fachwerkobergeschoss vor dem West- sowie zweigeschossigen Standerker mit verschiefertem Walmdach vor dem Ostgiebel, Putzfassade mit Werksteinkanten und -rahmungen, spätgotisch, bezeichnet „1483“, „1487“; mit Ausstattung Kellereigasse 4 (): ehemaliges Fürstlich-Leiningensches Rentamt, zweigeschossiger Satteldachbau mit einseitigem Krüppelwalm und Zwerchhaus auf L-förmigem Grundriss, Erdgeschoss verputzt mit Werksteinrahmungen, teilweise vorkragendes verschindeltes Fachwerkobergeschoss, erstes Drittel 19. Jahrhundert, wohl mit älterem Kern Kellereigasse 12 (): Zehntscheuer, 1988 Umbau zur Kleinkunstbühne, freistehender traufständiger eingeschossiger Satteldachbau mit Treppengiebeln, verputzte Fassade mit Werksteinrahmungen, spätgotisch, 1485 von Peter Kraft Kellereigasse 2 (): eingeschossiger verputzter Bau über polygonalem Grundriss Kellereigasse (): Hofeinfriedung, Mauer mit rundbogiger Einfahrt, 18./19. Jahrhundert, teilweise an Stadtmauer angelehnt einzelne Ausstellungsstücke aus der Zeit der Museumsnutzung Aktennummer: D-6-76-112-27
Ehemaliges Benediktiner-Kloster
Gegründet im frühen 8. Jh. mehrfach umgebaut und im 18. Jh. bis auf wenige Bereiche völlig neu errichtet, ab 1803 Umnutzung als Fürstlich-Leiningensches Schloß mit evangelischer Hofkirche. Adresse: Aktennummer: Schloßplatz 1. Aktennummer: D-6-76-112-62. Ehemalige Abteikirche (), seit 1803 evang.-luth. Hofkirche, dreischiffige Pfeilerbasilika auf kreuzförmigem Grundriss, westliches Turmpaar vom romanischen Vorgängerbau übernommen, Putzbau mit Werkstein-Lisenengliederung und Schallarkaden, 1. Hälfte 12. Jh., barock ergänzt durch welsche Hauben mit geschweiften Laternen sowie einer reich gegliederten Werkstein-Blendfassade mit Volutengiebel, das basilikale Langhaus mit Sattel- bzw. Pultdächern gedeckt, die Querhäuser abgewalmt und in Anlehnung an Chortürme durch Giebelreiter mit gebrochenen welschen Hauben bekrönt, die verputzten Wandflächen mit zurückhaltenden Werksteingliederungen und -rahmungen, sämtliche Dächer mit Schiefer gedeckt, 1742–45 nach Plänen von Maximilian v. Welsch durch Valentin Schick und Franz Häffelein Treppenanlage (), mehrläufige Freitreppe mit Balustrade und Figuren in engem Bezug zur Kirchenfassade, um 1745 sogenannter Kirchgang (), schmaler eingeschossiger Gang parallel zur Südwand der Kirche, ab 1786, mit 22 wiederverwendeten Säulen vom romanischen Kreuzgang, Sandstein, um 1220; umfriedeter Garten, auf dem Gelände des ehem. Kreuzhofes, Mauer mit vasenbekrönter Pforte, 18. Jh., erweitert 1903, sowie Wandbrunnen, Sandstein, bez. 1919 Westtrakt (), ehemalige Prälatur, langgestreckter dreigeschossiger Satteldachbau, verputzt mit sparsamen Werksteingliederungen und -rahmungen, Mitte 17. Jh., 1783 nach Norden bis zur Kirche verlängert und mit Walm abgeschlossen, an der Ostseite zwei zweigeschossige unverputzte Anbauten zum Osttrakt Osttrakt (), sogenannter Neuer Konventsbau, repräsentativer dreigeschossiger unverputzter Sandsteinbau mit Werksteingliederungen, im mittleren Teil Satteldach und übergiebelter Mittelrisalit, seitliche Pavillons mit Mansardwalmdach, sämtlich verschiefert ehemaliger Klostergarten, Gartenanlage vor der östlichen Schaufassade des Neuen Konventbaus
Weitere Bilder
Ehemalige Klosterökonomie Schloßplatz 2 (), Ehemalige Klosterkanzlei, langgestreckter zweigeschossiger Walmdachbau über Hanggeschoss, Putzfassade mit Werksteingliederungen, bezeichnet „1785“, rückwärtig anstoßend verschindelter Fachwerkbau mit Satteldach, 17./18. Jahrhundert Schloßplatz 4 (), Ehemalige Klostermühle, zweigeschossiger Satteldachbau, Steildach mit Aufzugsgaube, Schleppgauben und Treppengiebeln, auf Teilen der Klostermauer errichtet, Putzfassade mit Werksteinkanten und -rahmungen, Spitzbogenblenden und -türen, spätgotisch, bezeichnet „1448“ Schloßplatz 3, Ehemalige Klosterscheuer (), zweigeschossiger Flachsatteldachbau, Putzfassade mit Spitzbogentür im Erdgeschoss, spätgotisch, bezeichnet „1494“, 1806 Umbau zum Theater Schloßplatz 5 (), Wirtschaftsflügel, zweigeschossiger Bau auf L-förmigem Grundriss, Dach mit Walm- bzw. Krüppelwalmgiebel, Putzfassaden mit Werksteinrahmungen, 16.–18. Jahrhundert, Südflügel (ehemaliges Metzelhaus) mit spätgotischem Stabwerkportal, 1549 Schloßplatz 8 (), Schlossökonomie, östliche Erweiterung des Wirtschaftshofes um einen geschlossenen Hof mit verschiedenen ein- bzw. zweigeschossigen verputzten Satteldachbauten, 19./20. Jahrhundert Klostermauer, Mauerabschnitte, zum Teil mit Stützpfeilern, mittelalterlich
Amorsbrunn
Beuchen
Boxbrunn im Odenwald
Neidhof
Pulvermühle
Reichartshausen
Schafhof
Nicht nachqualifiziert
Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Amorbach
Anmerkungen
Literatur Gisela Bergsträsser: Amorbach. Die kleine Residenz im Odenwald. Amorbach im Odenwald 1968.
Weblinks
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