Vorderbreitenthann ist ein Gemeindeteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Vorderbreitenthann hat eine Fläche von 14,460 km². Sie ist in 1589 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9099,79 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Charhof, Charmühle, Glashofen, Hinterbreitenthann, Oberdallersbach, Steinbach, Tauberschallbach, Unterdallersbach und Wolfsmühle und die Orte Bronnenmühle, Oberglasmühle und Unterglasmühle.
Geografie Das Dorf liegt auf den nordöstlichen Sulzachrandhöhen, einem Abschnitt der Frankenhöhe. 1 km westlich des Ortes fällt sie hinter dem Waldgebiet Im Schor ab, 1,5 km nordöstlich hinter dem Hafnerberg (). Im Ort entspringt der Gründleinsbach, ein linker Zufluss des Krummbachs, der wiederum ein linker Zufluss der Sulzach ist.
Die Staatsstraße 1066 führt zur Bundesstraße 25 bei Feuchtwangen (5 km südlich) bzw. nach Weinberg (2,7 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Hinterbreitenthann (0,8 km nordwestlich), nach Westheim zur Kreisstraße AN 36 (2,2 km nordöstlich) und zur Kreisstraße AN 37 (1 km südöstlich).
Geschichte Vorderbreitenthann lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahr 1732 bestand der Ort aus elf Anwesen und einem Hirtenhaus. Grundherren waren feuchtwangische Ämter (4 Anwesen, Stiftsverwalteramt Feuchtwangen: 1 Hof, Stadtvogteiamt Feuchtwangen: 1 Hof, 1 Gütlein, Vogtamt Ampfrach: 1 Gütlein), das eichstättische Vogtamt Aurach (1 Halbhof, 4 Gütlein) und die Reichsstadt Rothenburg (2 Gütlein).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Vorderbreitenthann (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). An diesen Verhältnissen änderte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Band 6, Sp. 51. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Im Jahre 1806 kam Vorderbreitenthann an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Ort dem Steuerdistrikt Tauberschallbach zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Vorderbreitenthann mit den Orten Aichamühle, Charhof, Charmühle, Glashofen, Hinterbreitenthann, Lohmühle, Oberdallersbach, Oberglasmühle, Steinbach, Tauberschallbach, Unterdallersbach, Unterglasmühle und Wolfsmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Vorderbreitenthann zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,606 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Feuchtwangen eingemeindet.
1923 wurde in Vorderbreitenthann eine Schule errichtet, die mittlerweile aufgelöst wurde.
Eine frühere Bezeichnung des Orts lautete „Vor der Breitenthann“.Vor der Breitenthann im BayernAtlas, historische Karte von 1887.
Baudenkmal Haus Nr. 1: Kreuzstein, spätmittelalterlich; nahe der Bronnenmühle
Einwohnerentwicklung Gemeinde Vorderbreitenthann Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 491 534 539 538 548 596 617 610 636 611 579 563 558 566 583 603 593 599 563 834 823 758 603 561HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 93 102 113 114 115 114 114 120 122 Quelle Für die Gemeinde Vorderbreitenthann zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aichamühle (S. 4), Charhof und -mühle (S. 16), Glashofen (S. 30), Hinterbreitenthann (S. 41), Lohmühle (S. 56), Oberdallersbach (S. 65), Steinbach (S. 88), Tauberschallbach (S. 88), Unterdallersbach (S. 94) und Wolfsmühle (S. 105). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 521 Einwohner.
Ort Vorderbreitenthann Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 85 97 121 150 163 157 157 250 212 212 211Häuser 18 23 29 29 32 38 40 55Quelle
Religion Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Feuchtwangen gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Sieben Schmerzen (Weinberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Feuchtwangen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach