mini|Der Raiffeisenplatz mit Linde und gusseiserner Schwengelpumpe ist der Dorfmittelpunkt Wierschem ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maifeld an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Polch hat.
Geographie Wierschem liegt zweieinhalb Kilometer südwestlich der Stadt Münstermaifeld sowie drei Kilometer nordwestlich der Mosel. Die Ortschaft erstreckt sich auf einem von Osten nach Westen abfallenden Gelände und umfasst Höhenlagen zwischen und . Östlich erhebt sich die Wierschemer Höhe, westlich beginnt der zum Elzbach entwässernde Wierschemer Bach. Naturräumlich lässt sich der Norden des Gemeindegebiets mit dem Hauptort der weitgehend waldfreien Niedermaifelder Terrasse zuordnen, der südliche Abschnitt hingegen dem Elztal mit dem Gräflich Elzschen Wald. Dort erreicht es mit etwa seinen tiefsten Bodenpunkt, seinen höchsten mit östlich des Hauptortes. Zu Wierschem gehören die Wohnplätze Burg Eltz, Forsthaus Rotherhof, Neuhof und Sannenhof.
Geschichte Als wigersheim taucht Wierschem im Jahr 1100 im Güterverzeichnis des Stiftes Karden auf. Im 15. Jahrhundert war die Ortschaft ein Lehen der Herren zu Eltz.
Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wierschem, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 275 1835 363 1871 373 1905 300 1939 303 1950 350 1961 293 Jahr Einwohner 1970 310 1987 300 1997 309 2005 329 2011 340 2017 3142022328
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Wierschem besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Michael Kopp wurde 2009 Ortsbürgermeister von Wierschem. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 92,49 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 91,2 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Burgen Eltz und Trutzeltz Die Burgen Eltz und Trutzeltz liegen südwestlich der Ortslage in der Gemarkung der Gemeinde Wierschem.
Kirche mini|rechts|alt=Die katholische Filialkirche St. Apollonia in Wierschem, erhöht auf dem Friedhof gelegen|Die katholische Filialkirche St. Apollonia in Wierschem Die katholische Filialkirche St. Apollonia liegt erhöht über dem Dorf inmitten des historischen, ummauerten Friedhofs.Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Mayen-Koblenz. Mainz 2026, S. 104 (PDF; 5,4 MB). Der im Kern spätromanische Ostchor besitzt ein Kreuzrippengewölbe des 14. Jahrhunderts sowie original erhaltene gotische Wandfresken aus der Erbauungszeit.Hanna Adenauer, Josef Busley, Heinrich Neu: Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen. Die Kunstdenkmäler der Ämter Mayen-Stadt und Mayen-Land, Münstermaifeld, Niedermendig und Polch. (= Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 17, II. Abteilung, 2. Halbband). L. Schwann, Düsseldorf 1943 (Nachdruck/Rekonstruktion 1985, ISBN 3-590-32144-X). Aufgrund des 1735 eingeführten Apollonia-Patroziniums zog die Kirche als regional bedeutender Wallfahrtsort für von Zahnschmerzen geplagte Pilger zeitweise hunderte Gläubige an, weshalb das Langhaus um 1738 als barocke Saalkirche erweitert werden musste.Pfarrei Maifeld: Filialkirche St. Apollonia, Wierschem. Abgerufen am 2. September 2026. Im Chor befindet sich unter anderem die Grablege von Martha Wilhelmine zu Eltz.
Die barocke Innenausstattung ist weitgehend im Original erhalten. Das Prunkstück bildet der monumentale Altaraufsatz mit einer Darstellung der Himmelfahrt Mariä. Die spätgotische Kanzel aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt ursprünglich aus der Stiftskirche St. Martin und St. Severus in Münstermaifeld. Sie zeigt neben dem herrschaftlichen Wappen derer von Eltz das Familienwappen des ritterlichen Adelsgeschlechts Hagen – eine heraldische Allianz, die unter anderem auf die Ehe von Johann Wilhelm von Hagen mit Maria Anna Charlotte von Eltz-Rodendorf zurückgeht. Im Glockenturm befindet sich eine Bronzeglocke, die im Jahr 1752 von dem kurpfälzischen Glockengießer Anselm Franz Speck in Heidelberg gegossen wurde und eine Reliefabbildung der Kirchenpatronin mit ihren Attributen (Märtyrerpalme und Zahnzange) trägt.
Die enge Tradition der Verwaltung und personellen Bindung zur nahegelegenen Burg Eltz spiegelt sich bis heute auf dem Friedhof wider. Hier befindet sich die letzte Ruhestätte von Inge Ritzenhofen (* 1942 † 2024), welche die Burg als Kastellanin in der Epoche von 1970 bis 2005 administrativ und touristisch maßgeblich prägte und dort gemeinsam mit ihrem Ehemann Dieter Ritzenhofen lebte und wirkte.
Persönlichkeiten
Jakob III. von Eltz (1510–1581), Erzbischof von Trier 1567–1581 Paul Frost (1891–1976), Maler und Kunsterzieher, starb hierArtikel Paul Frost auf Marjorie-Wiki
Verkehr Im ÖPNV verkehrt die VRM-Linie 365 (Burg Eltz – Münstermaifeld – Hatzenport), betrieben durch die Verkehrsbetriebe Mittelrhein (VMR).
Literatur
Manfred Rüttgers: Ortsfamilienbuch Gierschnach – Kalt – Pillig – Wierschen. 2. Auflage. (= Familien im Maifeld 5) Cardamina, Weißenthurm 2018; ISBN 978-3-86424-413-1
Weblinks
Offizielle Website der Ortsgemeinde Wierschem Ortsgemeinde Wierschem auf den Seiten der Verbandsgemeinde Maifeld
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mayen-Koblenz
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