mini|hochkant|Jacek Protasiewicz (2023) Jacek Protasiewicz (* 5. Juni 1967 in Brzeg) ist ein polnischer Politiker (KLD, UW, PO, UED). Er war von 2001 bis 2004 und 2015 bis 2023 Abgeordneter des Sejm in der IV., VIII. und IX. Wahlperiode. Von 2004 bis 2014 gehörte er dem Europaparlament an.
Leben und Beruf Protasiewicz besuchte die Universität Breslau. Er arbeitete zunächst als Pressesprecher des Woiwoden der Woiwodschaft Breslau, als Assistent des Vorsitzenden des Rates der Stadt Breslau, als Direktor des Büros für Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit dem Ausland der Stadtverwaltung Breslau und als Pressesprecher der Stadt Breslau. 2025/26 gehörte er dem Verwaltungsrat des Powiatskrankenhauses in Lipno an.„Jacek Protasiewicz trafił do szpitala. Polityk został członkiem zarządu publicznej placówki“ auf zero.pl, abgerufen am 8. Juni 2026.„Jacek Protasiewicz odchodzi ze szpitala w Lipnie. W tle wulgarny konflikt z mediami“ auf bydgoszcz.tvp.pl, abgerufen am 8. Juni 2026.
Protasiewicz ist geschieden und hat einen Sohn.
Politik Protasiewicz war von 1989 bis 1991 Vorsitzender des Unabhängigen Studentenverbandes an der Universität Breslau. Er war Mitbegründer des Kongres Liberalno-Demokratyczny (KLD) in der Woiwodschaft Breslau. Zunächst war er Mitglied des Landesvorstands und Vorsitzender des Woiwodschaftsverbandes Breslau des KLD, danach Vorstandsmitglied der Unia Wolności (UW) und deren Vorsitzender in der Woiwodschaft Breslau und von 2001 an Vorstandsmitglied der Platforma Obywatelska und ihr Vorsitzender in Breslau.
Bei den Selbstverwaltungswahlen 1994 war er Wahlkampfleiter des lokalen Wahlbündnisses „Wrocław 2000“, dessen Vorsitzender Bogdan Zdrojewski als Stadtpräsident wiedergewählt wurde. Für die UW wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 in den Sejmik der neugebildeten Woiwodschaft Niederschlesien gewählt, wo er von 1998 bis 2001 Vorsitzender des Ausschusses für Fremdenverkehr, Sport und Erholung und der Fraktion war. Bei der Parlamentswahl 2001 wurde er in den Sejm gewählt,Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026. dem er bis 2004 angehörte. 2004 wurde er Beobachter, später bei den Europawahlen im selben Jahr Mitglied im Europäischen Parlament.Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9637. Bei der Präsidentschaftswahl 2005 leitete er das Wahlkampfteam von Donald Tusk. Bei der Europawahl 2009 wurde er wiedergewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026. Von 2012 bis 2014 war er dort Vizepräsident des Parlaments, davor war er Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu Belarus. Im Oktober 2013 wurde er Vorsitzender der PO in Niederschlesien.
Am 25. Februar 2014 soll Protasiewicz auf dem Flughafen Frankfurt Main im alkoholisierten Zustand zwei Zollbeamte beleidigt haben.spiegel.de: Flughafen Frankfurt: EU-Parlamentsvize soll Zollbeamten als "Nazi" beschimpft haben Am 1. März 2014 trat er dann von seinen Posten als Leiter des Europawahlkampfs der Bürgerplattform und Vorsitzender von deren Abgeordneten im Europäischen Parlament zurück.spiegel.de: Streit am Flughafen: EU-Parlamentsvize gibt Parteiposten nach Nazi-Eklat ab Am 8. März 2014 verzichtete er auf Teilnahme in den Wahlen zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014. Bei der Parlamentswahl 2015 kehrte er für die PO wieder in den Sejm zurück.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026. Im März 2016 wurde er als Vorsitzender der niederschlesischen PO abgelöst.„Schetyna robi przedświąteczne porządki w Platformie. Protasiewicz odwołany“ auf wyborcza.pl, abgerufen am 18. Mai 2026. Im Juli 2016 folgte der Ausschluss aus der PO.„Huskowski, Kamiński i Protasiewicz wykluczeni z Platformy Obywatelskiej“ auf wiadomosci.wp.pl, abgerufen am 18. Mai 2026. Er beteiligte sich daraufhin an der Gründung der „Europejscy Demokraci“ und wurde deren Fraktionsvorsitzender im Sejm.„Wyrzuceni z PO założyli nowe koło poselskie. Wśród nich Stefan Niesiołowski“ auf wiadomosci.gazeta.pl, abgerufen am 18. Mai 2026. Durch die Fusion der Europejscy Demokraci mit der Partia Demokratyczna – demokraci.pl im November 2016 wurde er Mitglied der neuen Unia Europejskich Demokratów (UED). Im Februar 2018 wurde er stellvertretender Vorsitzender der Gemeinschaftsfraktion der UED mit der Polskie Stronnictwo Ludowe (PSL).„Kosiniak-Kamysz: Powstał federacyjny klub PSL i UED“ auf www.gazetaprawna.pl, abgerufen am 18. Mai 2026.
Bei der Parlamentswahl 2019 wurde er auf der Liste des Wahlbündnisses Koalicja Polska (KP), an der sich unter Führung der PSL auch die UED beteiligte, erneut in den Sejm gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026. Anschließend wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der KP. Bei der Parlamentswahl 2023 kandidierte er für die UED auf der Liste des Wahlbündnisses Trzecia Droga (TD), verpasste aber die Wiederwahl.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2024 kandidierte er für die UED erfolglos auf der TD-Liste für den niederschlesischen Sejmik.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 18. Mai 2026.
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