Als Fügung wird in der Namenkunde ein Vorname bezeichnet, der aus zwei Vornamen unter Weglassung von Teilen derselben zusammengesetzt ist. Eine besondere Bedeutung hat diese Art der Namensbildung für die ostfriesischen Personennamen.Manno Peters Tammena: Namengebung in Ostfriesland. Soltau-Kurier-Norden, Norden 2008, ISBN 978-3-939870-59-3, S. 18 ff. Die beteiligten Namen können männliche und weibliche Vornamen sein, wobei die Geschlechter gemischt werden können.

Verbreitung Durch Fügung gebildete Namen erlauben es, einem Kind die Namen von mehreren Verwandten gleichzeitig zu geben. Derartige Namen haben sich im 19. Jahrhundert in Ostfriesland verbreitet.

Beispiele Abrahanne, aus Abraham und Johanna Ahrendbertus, aus Ahrend und Albertus Dirkobus, aus Dirk und Jakobus Elsabea, aus Elsa und BeateFriedrich-Wilhelm Weitershaus: Das neue große Vornamenbuch. Mosaik-Verlag, München 1992, ISBN 3-576-10540-9. Friedith, aus Frieda und Edith Grethard, aus Grethe und Eberhard Walsemar, aus Walse und Waldemar

Abgrenzung zu anderen Namensbildungen Die Fügung unterscheidet sich von der Bildung von Doppelnamen wie Hanspeter durch das Weglassen von Teilen der ursprünglichen Namen. Sie unterscheidet sich von der Bildung der alten, zweistämmigen Vornamen zeitlich und dadurch, dass sie nicht auf feste Stämme zurückgreift.

Auch die Movierung und die Bildung von Diminutiven sind keine Fügungen.

Begriffsgeschichte Der Begriff „Fügung“ erscheint bereits 1988 bei Weitershaus im Lemma Elsabea. Tammena beschreibt die Fügung als eine Quelle der typisch ostfriesischen Vornamen.

Einzelnachweise

Kategorie:Onomastik Kategorie:Vorname