miniatur|Svitlana Azarova Svitlana Azarova (; * 9. Januar 1976 in Ismajil, Ukrainische SSR) ist eine ukrainisch-niederländische Komponistin Neuer Musik.
Leben und Werk Azarova ging nach dem Abschluss am Pädagogischen Institut als Musiklehrerin im Jahr 1996 ans Konservatorium Odessa, wo sie Komposition bei Olexander Krasotov und Karmella Tsepkolenko studierte. Das Studium schloss sie im Jahr 2000 ab.
2003 war sie für sechs Monate Stipendiatin des Kulturministeriums der Republik Polen an der Musikakademie Frédéric Chopin in Warschau bei Marcin Błażewicz. Im Jahr 2003 wurde sie vom Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM, heute Europäisches Zentrum der Künste Hellerau) eingeladen, an einem Projekt im Rahmen der Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik teilzunehmen.Projekt "Pass_ΠΟΡΤ" spielt Azarova 2004 im Festspielhaus Hellerau vgl. , PassPORT 1 in: Dresdner Neueste Nachrichten und
Ihre Komposition Asiope wurde am 6. Oktober 2004 im Festspielhaus Hellerau uraufgeführt. Darin werden die Grenzen unterschiedlicher Kunstgattungen sowie der Grenze zwischen Publikum und Bühne durch das Einbauen von Textsequenzen in die Musik aufgelöst. Die Ensemblespieler zitieren aus Anträgen für ein Visum, gleichzeitig werde so die Demütigung musikalisch spürbar, denen man sich dabei ausgesetzt fühlt. Das Werk spiele auf die Konfrontation westlicher und östlicher Idiomatik an, so wie ihre Komposition WestEast.
2005 nahm sie an der 9. Internationalen Akademie für neue Komposition und AudioKunst in Seefeld in Tirol teil, die von Bogusław Schaeffer und Richard Boulanger geleitet wurde. Danach siedelte sie in die Niederlande über und absolvierte ein Aufbaustudium am Conservatorium van Amsterdam bei Theo Loevendie mit einem Master of Music im Jahr 2007. Als Composer in Residence wirkte sie 2007 am Visby International Centre for Composers (VICC) in Gotland,Svitlana Azarova am Visby International Centre for Composers (VICC) und 2008 am Czech Music Information Centre in Prag.
Ihre Komposition Mover of the Earth, Stopper of the Sun aus dem Jahr 2011 war eine Auftragsarbeit für das Orchestre National d' Île-de-France. Das Werk behandelt den revolutionären Umbruch, der durch das von Kopernikus vorgestellte heliozentrische Weltbild in der europäischen Geistesgeschichte ausgelöst wurde.
Von 2015 bis 2016 arbeitete sie an der von der Königlichen Dänischen Oper in Auftrag gegebene Oper Momo and the time thieves; the story of the child, who brought the stolen time back to the people. Diese Oper hatte am 15. Oktober 2017 auf der großen Bühne des Kopenhagener Opernhauses (Holmen) Weltpremiere.
Azarovas Werke werden von internationalen Ensembles und Orchestern aufgeführt. Dazu gehören Petra Stump (Klarinette), Mariko Nishioka und Yuka Sugimoto (Schlagwerk),Mariko Nishioka and Yuka Sugimoto percussion (Japan) Nieuw Ensemble (Niederlande),Nieuw Ensemble performing Azarova at and Stephan Vermeersch,Stephan Vermeersch performs Outvoice, outstep and outwalk (youtube)Stephan Vermeersch performs Trojaborg (youtube) at ClarinetFest 2008 in Kansas City, Missouri, USA Marcel Worms (Niederlande),Marcel Worms 10 year of New Blues for Piano. Recorded live at the Bimhuis on the 11th of September 2006. Ensemble pass_ПОРТ unter der Leitung von Kevin John Edusei,pass_ПОРТ performing Azarova at das polnische Ensemble Sinfonia Iuventus unter der Leitung von Roman Rewakowicz,Sinfonia Iuventus performs Azarova und das Eastern Connecticut Symphony Orchestra unter der Leitung von Toshiyuki Shimada.The ECSO's e-symphony premieres Saturday The DayEastern Connecticut Symphony Orchestra (PDF; 9,4 MB)
Am 25. März 2023 spielte Ulrich von Wrochem in der Jakobuskirche Tübingen u. a. Azarova's I fell into the Sky als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.
Kompositionen (Auswahl)
1999: Symphonic Poem für großes Symphonieorchester 1999: Diagram für fünf Celli 1999: Punished by Love Lied-Zyklus nach Versen von Ludmyla Olijnyk (auf Russisch) für Sopran und Klavier 2000: The Dance of Birds für Streichorchester 2000: Chronometer für PianoVojzizka, E. review of Chronometer in 2001: As for the Clot it is Slowly... für solo Tuba 2002: ...is there no alternative for you? für Ensemble 2002: Axis of Every Karuss... für Klarinette, Piano und Cello 2003: Symphonic Lana Sweet für großes Symphonieorchester 2003: West – East für Ensemble 2003: Feet on Fire für zwei Schlagwerke 2004: Asiope für Ensemble 2005: Hotel Charlotte für Streicher-Quartett 2005: The Violinist's morning espresso für Violine 2006: Model Citizens für Violoncello und Piano, beauftragt von Doris Hochscheid und Frans van Ruth 2006: Valentina's Blues für Piano. Beauftragt von Marcel Worms, veröffentlicht auf seiner CD Red, White and Blues, 32 New Dutch Blues (Attacca Records #27103) 2007: Trojaborg für solo Klarinette 2007: Epices für Sopran, Bassklarinette, Trompete, Schlagwerk, Piano, ViolineLuisterSalon 13 December 2008 (PDF; 34 kB) 2007: Onderdrukte Haast (Suppressed Haste) für Blechbläserquintett 2007: On Tuesdays für Ensemble inspiriert durch Texte von Daniil Harms. Uraufgeführt durch Nieuw Ensemble 2008: Beyond Context für Kammerorchester, in Auftrag gegeben vom Polnischen Institut in Kiew 2008: From this kind... für Chor, Blechbläser und Schlagwerk inspiriert durch Texte von Oksana Zabuzhko 2010: Pure thoughts transfixed, Symphonie für großes Orchester League of American Orchestras 2011: Mover of the Earth, Stopper of the Sun für Sinfonieorchester (Ouvertüre), in Auftrag gegeben von ONDIFWorld premiere 2013: Concerto Grosso für Violine solo, Viola solo und Streichorchester 2014: Hundred thirty one Angstrom Symphonie für großes Orchester 2015–2016: MOMO und die Zeit-Diebe; die Geschichte von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Oper für großes Orchester, Solisten, Chor (gemischt und Kinder), in Auftrag gegeben von der Königlichen Oper Kopenhagen (Holmen). Basiert auf dem Roman Momo von Michael Ende. 2019: Hoc Vinces! für großes Orchester 2023: Awesome Stories für 6 Gitarren 2024: Trojaborg 2 (Ukrainisch) für Klarinette 2025: Hyperion für Ensemble
Weblinks
Website von Svitlana Azarova
Quellen
Zdeněk K. Slaby, Petr Slaby.: Svitlana Azarova. In: The Encyclopedia of the World of Another Music (Svìt jiné hudby), vol. 2. Volvox Globator Publishing House, Prag, S. 73–74 D. Kötter: Svitlana Azarova, Asiope, WestEast 8. Musica Viva Veranstaltung 2006 | 2007 [Sonderveranstaltung] S. 7, 10 Von Adelbert, R. R. Reif: pass_PORT und Svitlana Azarova. In: Applaus #6/2007 S. 32. S. Schwarz.: Svitlana Azarova in Offene Grenzen. In: Süddeutsche Zeitung Wochenendeausgabe 30. Juni/1. Juli 2007. D. Desiateryk: Svitlana Azarova und pass_PORT in Kiev The Day #28, 26. Oktober 2004 O. Perepelytsya: Svitlana Azarova in Contemporary composers of Ukraine reference guide-book, Issue 1. Odessa 2002 Association New Music, p. 100–101
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Ukraine) Kategorie:Komponist (Niederlande) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Frau