Martinskirche oder St. Martin, Martinikirche wird eine Kirche genannt, die dem Patrozinium des Martin von Tours (316/317–397), dem Reichsheiligen der Franken, oder dem des Papstes Martin I. unterstellt ist bzw. nach diesen benannt wurde. Eine Übersicht von Martinskirchen weltweit bietet folgender Link:St. Martini-Kirchen in der Welt Abgerufen am 19. August 2020

Martinskirchen sind überwiegend sehr alte Kirchen und waren meist Mutterkirchen, von denen später andere Pfarrkirchen abgepfarrt wurden, Taufkirchen und Sendkirchen. Oft sind es Kirchen, die der Armenmission dienten oder Stationen an Handelswegen waren. Nach manchen von ihnen wurde der jeweilige Ort benannt, sie sind im Artikel Sankt Martin zu finden. Besonders in Gebieten, die ab dem 8. Jahrhundert vom Bistum Mainz aus missioniert und kirchlich verwaltet wurden, ist das Martinspatrozinium verbreitet.

Auch einige wenige evangelische Kirchen, die nach der Reformation gebaut wurden, tragen den Namen dieses Bischofs, der neben Franz von Assisi und Elisabeth von Thüringen zu den wenigen interkonfessionellen Vorbildern zählt, zum Beispiel die Martinuskirche (Deutsch Evern) und St. Martin (Munster). Andere (evangelische) Martinskirchen, wie die Martinskirche in Hamburg-Horn, sind auch nach dem Reformator Martin Luther benannt.

Andorra Sant Martí de la Cortinada Sant Martí de Nagol

Belgien St. Martin (Aalst) Basilika St. Martin (Halle) St. Martin (Kortrijk) Basilika St. Martin (Lüttich) Sint Martinuskerk (Tessenderlo) St. Martin (Ypern)

Deutschland In Deutschland gehört das Martinspatrozinium zu den häufigeren Patrozinien.

Alphabetisch nach Ort

Estland Martinskirche in Martna

Frankreich siehe St-Martin

Italien siehe San Martino

Südtirol Pfarrkirche St. Martin in Mittewald (Franzensfeste) St. Martin (Girlan) Martinskapelle (Giernhof) Ortskirchen Sankt Martin in Südtirol siehe Sankt Martin St. Martin in Prissian Aostatal St-Martin-de-Corléans (Saint-Martin-de-Corléans)

Kroatien Ortskirchen siehe Sveti Martin

Liechtenstein Pfarrkirche St. Martin, Eschen

Luxemburg St. Martin in Junglinster St. Martin in Wasserbillig

Niederlande

Österreich

Polen Martinskirche auf der Dominsel in Breslau, Anfang 12. Jahrhundert errichtet St. Martin (Ełdyty Wielkie) St. Martin (Krzeszowice) St. Martin (Lubcz) in Lubcz (Grodków) St. Martin (Ochotz) Kollegiatstiftskirche St. Martin (Opatów) Basilika St. Martin (Pacanów) Martinskirche Siciny St. Martin (Strzelce) Martinskirche (Warschau) St. Martin (Żelazno)

Portugal São Martinho, Alvaredo

Russland St. Martin der Bekenner (Moskau)

Schweiz

Slowakei Martinsdom (Bratislava) Kathedrale des heiligen Martin (Spišská Kapitula)

Slowenien Pfarrkirche St. Martin (Bled) Pfarrkirche St. Martin (Kamnica)

Spanien Basilika San Martiño de Mondoñedo San Andrés (Asieso), früher San Martín San Martín (Artáiz) San Martín (Arto) San Martín (Frómista) San Martín (Latas) Iglesia de San Martín (Madrid) San Martín (Oliván)

Katalonien Sant Martí de Capsec Sant Martí del Corb Sant Martí del Clot Sant Martí del Corb Sant Martí de Solamal

Tschechien St. Martin (Jindřichovice) St. Martin (Nejdek) St. Martin in der Mauer (Kostel sv. Martina ve zdi) in Prag-Altstadt Rotunde St. Martin (Prag) St. Martin (Vidhostice)

Vereinigtes Königreich St Martin in the Bull Ring, Birmingham St Martin (Brackley) St Martin’s Church (Canterbury) St Martin-in-the-Fields, London St Martin, Ludgate, London St Martin’s Church (Cwmyoy), Grafschaft Monmouthshire, Wales St Martin-on-the-Hill, Scarborough St Martin’s Church (Wareham)

Siehe auch Sankt-Martini-Kirche Martinsdom Sankt Martin Kloster St. Martin Basilika St. Martin Lutherkirche

Literatur Wilhelm Classen: Die kirchliche Organisation Althessens im Mittelalter samt einem Umriß der neuzeitlichen Entwicklung, mit 21 Kartenteilen, Nachdruck der Originalausgabe, Marburg 1929; Hrsg. Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1980, ISBN 3-7708-0694-8.

Weblinks

Einzelnachweise

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