Das dänische Küstenpanzerschiff Peder Skram entstand als drittes Schiff der drei sehr ähnlichen Schiffe der Herluf-Trolle-Klasse. Mit diesen drei Schiffen hatte die dänische Marine ab 1908 die jahrelang geforderte homogene Verteidigungsflotte. Die offizielle Bezeichnung des Schiffes lautete anfangs „pansret kystforsvarsskib“ (gepanzertes Küstenverteidigungsschiff), ab 1912 nur „kystforsvarsskib“, ab 1922 „orlogsskib“ (Kriegsschiff) und ab 1932 „artilleriskib“.
Ab 1936 war die Peder Skram das einzige verbliebene Küstenpanzerschiff, da die nach dem Ersten Weltkrieg ausgelieferte Niels Juel keine schweren Waffen mehr erhalten hatte. Am 29. August 1943 versenkte die dänische Besatzung das Schiff im Kriegshafen Holmen von Kopenhagen selbst, um der Übernahme durch die deutsche Besatzungsmacht zu entgehen. Diese hob das Schiff und schleppte es nach Kiel, um es als stationäres Schulschiff Adler zu nutzen.
Baugeschichte mini|links|Plan der Peder Skram Die Peder Skram war mit dem modernsten Panzerstahl der Firma Krupp gepanzert. Ihre 24-cm-Geschütze wurden von der schwedischen Firma Bofors geliefert und hatten eine verbesserte Reichweite von 15.200 m gegenüber den Geschützen der gleichen Firma für die Olfert Fischer, die nur 13.700 m erreichten. Auch erhöhte sich die Feuergeschwindigkeit von 1,8 auf 3 Schuss pro Minute. Die ebenfalls von Bofors gelieferten längeren 15-cm-Geschütze hatten eine von 10.400 m auf 14.300 m erhöhte Reichweite und eine verbesserte Feuergeschwindigkeit von 7 Schuss pro Minute.
Die als Bau-Nr. 99 auf der Staatswerft Kopenhagen gebaute Peder Skram lief am 2. Mai 1908 als drittes Panzerschiff der Herluf-Trolle-Klasse vom Stapel. Das Schiff wurde benannt nach dem dänischen Adligen und Admiral Peder Skram († 1581). Dessen Namen hatte zuvor eine Panzerfregatte (mit 3373 t) geführt, die von 1866 bis 1885 zur Flotte gehörte.
Einsatzgeschichte Die Peder Skram machte noch 1908 erste Probefahrten im Skagerrak und wurde Ende des Jahres in die Flotte eingegliedert. Im Mai 1912 begleitete sie die Königsyacht Dannebrog, die den Leichnam des in Hamburg verstorbenen Königs Friedrich VIII. von Travemünde nach Kopenhagen überführte. Das neue Küstenpanzerschiff blieb bis 1913 im Sommer und im Winter durchgehend im Dienst. Ende 1913 reduzierte man die Besatzung und es wurde zum Reserve-Stammschiff der dänischen Kriegsmarine. Am 15. April 1914 wurde sie für das Übungsgeschwader aktiviert und am 1. August Flaggschiff des 1. Geschwaders, das den Öresund bewachte.
Während des Ersten Weltkrieges war Peder Skram mit ihren beiden Schwesterschiffen das Rückgrat der Überwachung der dänischen Minenfelder und der Wahrung der dänischen Neutralität. Sie wechselten während der bis zum 12. Dezember 1918 andauernden Dienstzeit zwischen dem 1. Geschwader am Öresund und dem 2. Geschwader, das den Großen Belt bewachte. mini|links|Japanische W.29, wie HM-1 1919 wurde die Peder Skram aufgelegt. 1920 wurde sie als Kommandoschiff für U-Boot- und Torpedoboot-Divisionen reaktiviert und machte in dieser Funktion Reisen nach Südjütland (Nordschleswig) und Göteborg. Im August 1921 verlegte das Schiff in die Køgebucht, wo es als stationäres Schulschiff diente. Sie führte zusammen mit der Olfert Fischer Versuche mit HM-1-Seeflugzeugen durch. Vom Typ Hansa-Brandenburg W.29 waren 15 Maschinen in Lizenz gebaut worden. 1922 wurde sie Ausbildungsschiff für Seekadetten. 1929 übte sie mit Reservisten besetzt, gemeinsam mit der Niels Juel, welche die Aufgabe als Schulschiff übernahm. 1932 wurde die Peder Skram Kasernenschiff für Marinebewerber. 1934 wurde sie für ein Manöver aktiviert und im Mai 1935 begleitete sie die königliche Yacht Dannebrog nach Stockholm. Das in den Jahren zwischen den Weltkriegen wenig genutzte Schiff befand sich 1939 in gutem Zustand. Es lief mit 15,9 KnotenWeyers FTB 1940/41 fast gleich schnell wie bei der Indienststellung und hatte moderne Flugabwehrwaffen erhalten. Angesichts der Spannungen in Europa übte die dänische Marine mit diesem letzte aktiven Küstenpanzerschiff von Mai bis zum 8. Juli 1939 zusammen mit der Niels Juel.
mini|Die in Holmen versenkte Peder Skram
Am 1. September 1939 versammelte sich das dänische Sicherungsgeschwader in Århus. Am 9. April 1940 befand sich die Peder Skram in Frederikshavn auf der Ostseite der Nordspitze Jütlands und sah vom deutschen Überfall auf Dänemark und Norwegen nichts. Der dortige Kriegshafen gehörte nicht zu den ersten Zielen der Deutschen. Vom 13. April 1940 bis zum 11. Juni 1941 verblieb das Küstenpanzerschiff aufgelegt in Horsens und verlegte dann zum Kriegshafen Holmen von Kopenhagen. Es blieb dort 1942 aufgelegt, wurde aber als Kommandostelle der Sicherungskräfte verwendet. Am 29. August 1943 versenkte die Besatzung der Peder Skram das Schiff befehlsgemäß am Liegeplatz. Weit über 20 Schiffe und Boote der dänischen Marine versenkten sich in den dänischen Marinebasen.Rohwer, S. 379
Einsatz durch die Kriegsmarine und Ende Das eingedrungene Seewasser machte die Maschinenanlage unbrauchbar. Die Deutschen hoben jedoch das Schiff und schleppten es nach Kiel, um es als schwimmende Flakbatterie und stationäres Artillerieschulschiff Adler einzusetzen. Kurz vor dem Kriegsende sank die ehemalige Peder Skram im April 1945 vor Friedrichsort nach einem alliierten Luftangriff.Hildebrandt, Bd. VII, S. 53, keine Abgaben zu einer Umrüstung!
Nach dem Kriegsende wurde die Peder Skram erneut gehoben und noch im September 1945 nach Kopenhagen überführt. 1949 wurde das Wrack endgültig verschrottet. Beim Abbruch wurde ein Panzerturm abgenommen und der Versuchsstation Risø für Versuche mit radioaktivem Material überlassen.
Die dänischen Küstenpanzerschiffe NameStapellaufVerdrängungGeschwindigkeit HauptbewaffnungTordenskjold30. September 18802.534 t13,3 kn1 × 35,5 cm L/25Iver Hvitfeldt14. April 18863.478 t15,1 kn2 × 26 cm L/35Skjold8. Mai 18962.195 t13,4 kn1 × 24 cm L/40Herluf Trolle2. September 18993.505 t15,6 kn2 × 24 cm L/40Olfert Fischer9. Mai 19033.650 t15,8 kn2 × 24 cm L/43Peder Skram2. Mai 19083.735 t16,0 kn2 × 24 cm L/43
Erneute Verwendung des Namens Peder Skram mini|Das Museumsschiff Peder Skram und der historische Kran, unter dem die Namensvorgängerin versenkt wurde 1966 bis 1990 hatte die dänische Marine die Fregatte Peder Skram von 2371 t im Dienst. Sie ist als Museumsschiff in der Marinestation Holmen in Kopenhagen erhalten. Sie war das Typschiff ihrer Klasse und ihr einziges Schwesterschiff führte den Namen Herluf Trolle.
Literatur Hans H. Hildebrand, Albert Röhr, Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford, Søren Nørby: Flådens sænkning 29. august 1943. Forlaget Region, 2003, ISBN 87-91354-01-3. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching 1968, ISBN 3-88199-009-7. R. Steen Steensen: Vore panserskibe, Marinehistorisk Selskab, 1968. Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten 1941/42. J.F. Lehmann Verlag, München 1941.
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Herluf Trolle-Klasse
Einzelnachweise
Kategorie:Herluf-Trolle-Klasse Kategorie:Schiff im Zweiten Weltkrieg