mini|Dorfplatz mit Feuerwehrturm mini|Blick auf das Siedlungsgebiet mini|Biebermühle
Donsieders (Dunsiters) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rodalben an, innerhalb derer sie hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl die zweitkleinste und ihrer Fläche die kleinste Ortsgemeinde darstellt. Donsieders wurde 1295 das erste Mal urkundlich erwähnt.
Geographie Geographische Lage Donsieders liegt auf zwei parallelen Höhenrücken der Westricher Hochfläche an der westlichen Grenze des Naturparks Pfälzerwald und des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord am Übergang zur Landschaft des Westrich. Das Dorf entwickelte sich auf diesen Höhenrücken: Auf dem südlichen liegt der Eck genannte Ortsteil, er ist der Kern des historischen Donsieders. Dort lagen die Ursprünge des mittelalterlichen Weilers als Streusiedlung. Der nördliche Ortsteil, Neuland genannt, wurde ab dem Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, verstärkt seit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und dem wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerzeit.Willi Schmitt S. 396, S. 400 Verbunden wurden beide Teile lange Zeit durch die Hauptstraße. Seit den 1980er Jahren wuchsen beide Teile durch die Bebauung des lange Zeit trennenden Taleinschnitts Stockbrunnen baulich zu einer Einheit zusammen. Zu Donsieders gehört der Weiler Biebermühle im Südwesten der Gemarkung und historisch der Diederberger Hof und eine Papiermühle.Knöpp, S. 9.
Geologie Auf dem Gebiet von Donsieders herrscht der obere und mittlere Buntsandstein vor, dazu kommt, als Ausläufer vom Westrich vereinzelt unterer Muschelkalk.Alter, Karte 3 Geologische Übersichtskarte der Pfalz. An den Rändern, im Nordwesten und Westen, wo die Hochfläche zum Schwarzbachtal hin abfällt, befindet sich der mittlere Buntsandstein der Karlstalschichten. Die Hochflächen sind mit schwach lehmigem Sand bis sandigem Lehm bedeckt; die Böden sind basenarm. Die Bodentypen sind Braunerde und Ranker sowie Übergangsgleye.Alter, Karte 5 Bodenübersichtskarte der Pfalz. Landschaftsökologisch besteht die Gemarkung Donsieders aus Hochfläche und Hanglagen.Erläuterungsbericht zum Landschaftsplan der Verbandsgemeinde Rodalben S. 116 Der Buntsandstein erscheint öfter am Fuß von Hängen beispielsweise am Saufelsen, am Nesselfelsen oder am Hasterfelsen.
Erhebungen und Gewässer Die höchste Erhebung des Ortes ist mit 432 Metern der Orleberg. Im Westen des Dorfes entspringen die drei Quellen, die sich zu dem Bächlein Reezbach vereinigen. Es fließt durch das Rotzthal und mündet nach wenigen Kilometern in die Rodalb. Im Nordosten entspringt der Dietersbach.
Vegetation und Flächennutzung Die potenzielle natürliche Vegetation ist Perlgras-Buchenwald.Alter, Karte 5 Die natürlichen Vegetationsgebiete. 38,5 % der Gemarkungsfläche sind bewaldet, 49,2 % werden landwirtschaftlich genutzt. Die Wasserfläche beträgt 0,3 %, die Siedlungs- und Verkehrsfläche 12 %. Damit ist in den letzten 25 Jahren ein deutlicher Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu verzeichnen (1980: 57,1 %), Siedlungs- und Verkehrsfläche (1980: 8,2 %) und Wald (1980: 34,2 %) nahmen zu.
Orts- und Gemarkungsnamen Donsieders bedeutet langgestrecktes, zum Zwecke der Rodung ausgeschiedenes Waldland.Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer 1991. Donsieders war demnach ein in gerodetem Waldgebiet entstandenes Dorf. Flurnamen deuten auf die den Ort umgebenden Waldgebiete hin: Kühnenwäldchen (Kiefernwäldchen), In den Erlen, An de Keschdebääm (Edelkastanien) oder Orleberg (Orle: mittelhochdeutsch für Ahorn). Dazu kamen im Laufe der Zeit Gemarkungsbezeichnungen, die sich auf die Nutzung der Flächen bezogen: Lange Gärten oder Hellgärten (Hanggärten) und Viehweideplätze wie die Farrenwiese, die wohl der Halter des Gemeindebullen nutzte oder ein Schofhenriche Trift genannter Weideplatz eines Einwohners mit dem Namen Heinrich Schaf. Viehhaltung war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts allgemein üblich. In Donsieders wurde Hanf und Flachs angebaut und am Reezbach zu Naturfasern für Seile und zu spinnfähigen Fasern weiterverarbeitet, so lässt sich aus dem Gemarkungsnamen Rotzthal schließen. In der Leimenkaut wurde Lehm zum Bau von Häusern und Scheunen gewonnen.Walter Gundacker: Flurnamen in der Gemarkung Donsieders In: Willi Schmitt S. 413 ff. Die Bauweise mit aus örtlichen Steinbrüchen gewonnenem solidem Sandstein setzte sich im Ort erst im 19. Jahrhundert durch.
Seit 1594 sind Flurbezeichnungen wie „vor borg“ oder „bey dem burg, so schloß genannt“ für ein Areal am westlichen Ende des Orleberges, südwestlich des heutigen Dorfes in der Nähe der Reezbachquellen überliefert. Der heutige Flurname lautet An der Burg. An der Burgstelle dieser hochmittelalterlichen Burg – ihr Name ist nicht bekannt – befindet sich eine große rechteckige Fläche. Dort wurden Reste von Mauerwerk, aufrecht stehende Felsplatten sowie Spuren gefunden, die auf einen Brunnenschacht hinweisen.Jürgen Keddigkeit, Karl Scherer, Eckhard Braun, Alexander Thon, Rolf_Übel: Pfälzisches Burgenlexikon Bd. 1 Kaiserslautern, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde 1999, ISBN 3-927754-18-8
Nachbargemeinden Im Norden befindet sich Waldfischbach-Burgalben, im Osten Clausen und südlich liegt Rodalben. Die nächste größere Stadt ist das südwestlich gelegene Pirmasens.
Geschichte Mittelalter Heimatforscher gehen davon aus, dass Donsieders über das Schwarzbachtal aus dem Bliesgau besiedelt wurde und der Rodalb folgend man sich über das Tal des Reezbaches auf den Höhenzügen niederließ, wo im 12. Jahrhundert die Siedlung entstand.Berthold Wilhelm: Erstmalige geschichtliche Nachrichten über Burgalben und den Rodenberg S. 464 f. In: Schmitt: Donsieders.
Die älteste erhaltene Erwähnung von Donsieders stammt aus einer Urkunde über die Teilung der Grafschaft Zweibrücken von 1295, wo der Ort „Dunsutere“ genannt wird. Danach wurden unterschiedliche Schreibweisen verwandt, beispielsweise „Dunsithers“ (1315), „Donsiters“ (1470), „Dansieders“ (1522), „Dhonseuters“ (1539) oder „Tuntzetters“ (1680). Die gegenwärtige Schreibweise ist seit 1837 im Gebrauch.
Das frühe Donsieders lag im Bann des Klosterhofes Burgalba, der zur Abtei Wadgassen gehörte. Das Dorf gehörte dann im ausgehenden Mittelalter zum Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort zur gleichnamigen Amtsschultheißerei Donsieders.Knöpp, S. 8; Matt, S. 9.
Frühe Neuzeit 1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Donsieders – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.
Historisch verbürgt ist der Neuaufbau nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges auf den Resten des alten Dorfes.Willi Schmitt: Donsieders in seiner Geschichte S. 396.
Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählten aber nur drei Dorfschaften des Amtes Lemberg.
1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg dorthin. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Donsieders – 1793 an Frankreich.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend ein Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Pirmasens eingegliedert und unterstand der Mairie Rodalben. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde Münchweiler 1815 zunächst Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später wechselte der Ort in den bayerischen Rheinkreis.Beamtenverzeichniß. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Pirmasens an; aus diesem ging das Bezirksamt Pirmasens hervor.
Donsieders im 20. Jahrhundert Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde allmählich die Infrastruktur des Dorfes verbessert. Als erste moderne Errungenschaft wurde am 20. Dezember 1898 im Dorf eine eigene Postagentur – damals Postexpedition genannt – eingerichtet; sie bestand bis Anfang des 21. Jahrhunderts.Willi Schmitt S. 284.
Bis zur Jahrhundertwende wurde Wasser aus öffentlichen und privaten Brunnen geschöpft. Im Jahre 1899 wurde mit dem Bau einer Wasserleitung begonnen, diese wurde 1902 in Betrieb genommen. 1910 kostete die Jahrespauschale für die Mindestabnahmemenge von 25 Kubikmetern acht Reichsmark, für jeden Kubikmeter mehr wurden in der Winterhälfte zehn und in der Sommerhälfte zwanzig Pfennig berechnet. Ab Juni 1933 wurde der Bezug aus den öffentlichen Wasserleitungen obligatorisch.Willi Schmitt S. 366.
Weimarer Republik In den Zeiten der Weimarer Republik waren Landwirtschaft und Schuhindustrie die dominierenden Wirtschaftszweige; die erwerbstätige Bevölkerung bestand im Wesentlichen aus Bauern und Schuhfabrikarbeitern, Letztere arbeiteten in der Regel in den Schuhfabriken der umliegenden Ortschaften und bewirtschafteten noch einen eigenen Garten oder eine kleine Feldwirtschaft. Die Schuhfabrikarbeiter waren mehrheitlich in den zwanziger Jahren über längere Zeiträume arbeitslos.Bericht des Bürgermeisters Bettinger aus dem Jahr 1928 zitiert nach: Willi Schmitt S. 672
Bei den Wahlen der Weimarer Republik konnten die linken Parteien im dörflichen Milieu von Donsieders nur eine geringe Anzahl von Stimmen verbuchen. Das rechte Lager dominierte, dort behielten durchgehend die bürgerlich-katholischen Kräfte die Mehrheit.
Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 wurde in Donsieders mit 176 abgegebenen Stimmen (von 346 Wahlberechtigten) der von der Bayerischen Volkspartei und dem Zentrum nominierte Johann Sophian Richter aus Landau gewähltWilli Schmitt S. 236 und Geiger, Preuß, Rothenberger: Pfälzische Landeskunde Band 3, S. 323 Landau 1981 Selbstverlag; Richter war dort einer von sechs pfälzischen Abgeordneten.
Die Wahlen zum Reichstag 1924 zeigen eine deutliche Trennung entlang der im Dorf damals scharf gezogenen konfessionellen Trennungslinie zwischen dem katholischen und dem evangelischen Teil der Bevölkerung:
Reichstagswahlen vom 7. Dezember 1924 in Donsieders und der PfalzPartei Bayerische Volkspartei Christlich Nationale Volkspartei DVP KPD SPD Zentrum Freiheitsbewegung Stimmenanteil in % Donsieders 34,4 30,5 11,2 10,7 8,6 2,9 1,6 Stimmenanteil in % in der Pfalz 15,6 23,6 -- (nachtragen) 8,1 26,8 11,6 1,9
Die Parteien der katholischen Wähler waren bei diesen Wahlen in der Pfalz die Bayerische Volkspartei und eine neugegründete gleichfalls katholische Zentrumspartei. Evangelischerseits gab es die Christlich Nationale Volkspartei. Damit zeichnete sich für das Dorf eine politisch-konfessionelle Zweiteilung ab, die auch in der übrigen Pfalz gut dokumentiert ist.