Obernheim-Kirchenarnbach ist die am weitesten nördlich liegende Ortsgemeinde des Landkreises Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Geographie Obernheim-Kirchenarnbach liegt in einem Tal unterhalb der Sickinger Höhe am Rande des Pfälzerwaldes und bildet den nördlichen Abschluss des Landkreises Südwestpfalz. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Oberarnbach, Bann, Queidersbach, Weselberg, Hettenhausen, Gerhardsbrunn und Mittelbrunn. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Obernheim, Kirchenarnbach und Neumühle.

Geschichte Obernheim und Kirchenarnbach waren vor 1791 geteilt in einen leiningischen und einen sickingischen Anteil. Der sickingische Anteil gehörte zur Herrschaft Landstuhl. 1791 erwarben die Sickinger auch den leiningischen Anteil. 1801 fiel die Herrschaft mit dem Linken Rheinufer an Frankreich.

Die Gemeinde Obernheim und Kirchenarnbach kam zum Kanton Landstuhl im Département Donnersberg. Von 1798 bis 1814, als die Region Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, unterstand sie der Mairie Gerhardsbrunn.

1815 wurde die Region dem Kaisertum Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte die Gemeinde wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Kirchenarnbach und Obernheim“ – weiterhin Teil des fortan bayerischen Kantons Landstuhl – dem Landkommissariat Homburg an; aus diesem ging 1862 das Bezirksamt Homburg hervor.

Der Gemeindename wurde 1911 von Kirchenarnbach-Obernheim in Obernheim-Kirchenarnbach abgeändert.Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. S. 487. Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte die Gemeinde in das Bezirksamt Kaiserslautern, 1939 umbenannt in Landkreis Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pfalz innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des 1946 neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde am 22. April 1972 in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) umgegliedert und kam zur neu geschaffenen Verbandsgemeinde Wallhalben und 2014 zur Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Obernheim-Kirchenarnbach, bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 428 1835 683 1871 779 1905 789 1939 1.077 1950 1.169 Jahr Einwohner 1961 1.525 1970 1.746 1987 1.810 1997 2.016 2005 1.833

Religion Ende 2014 waren 79,4 Prozent der Einwohner katholisch und 11,9 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik KommWis, Stand: 31. Dezember 2014

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Obernheim-Kirchenarnbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl CDU FWG N FWG O WGH WGF Gesamt 2024 7 7 2 – – 16 Sitze 2019 7 6 3 – – 16 Sitze 2014 7 4 1 4 – 16 Sitze 2009 6 2 1 3 4 16 Sitze FWG N = Freie Wählergemeinschaft Neumühle e. V. FWG O = Freie Wählergemeinschaft Obernheim-Kirchenarnbach e. V. WGH = Wählergruppe Heintz WGF = Wählergruppe Flickinger

Bürgermeister Katharina Bäcker (FWG Neumühle) wurde am 19. August 2024 Ortsbürgermeisterin von Obernheim-Kirchenarnbach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 50,7 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Bäckers Vorgänger Andreas Traub (CDU) hatte das Amt 2004 übernommen. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 62,53 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Bei der Kommunalwahl 2024 kandidierte er nicht erneut für das Amt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|hochkant|Denkmalgeschütztes Wegekreuz im Ort

Kulturdenkmäler In Obernheim-Kirchenarnbach gibt es 15 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die Katholische Kirchenruine aus dem 14. Jahrhundert, die im Verhältnis zum Ort ungewöhnlich große St.-Johannes-Kirche mit einer Orgel von Orgelbau Friedrich Weigle, die Wallfahrtskapelle Maria Bildeich und die protestantische Kirche mit einer Orgel von Hugo Mayer Orgelbau. .

Natur

Eine Linde im Siedlungsgebiet ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr Durch den Ort führen die Kreisstraßen 16 und 20; erstere verläuft in West-Ost-Richtung und letztere verbindet die Gemeinde mit Wallhalben. Über die nahegelegene A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr. Nächstgelegene Bahnstation ist Landstuhl.

Tourismus Auf Gemarkung der Gemeinde befindet sich die 1981 eingeweihte auf 320 Meter Höhe liegende Hütte zur Saudell, die von der in Obernheim-Kirchenarnbach ansässigen Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betrieben wird.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Ludwig Habelitz (1889–1970), Politiker (CVP, CDU)

Personen, die mit Obernheim-Kirchenarnbach verbunden sind Joseph Sales Miltenberger (1777–1854), katholischer Priester, war 1809 Pfarrer in Kirchenarnbach Johannes Kriebitzsch (1857–1938), Glasmaler, malte 1899 die Fenster in der örtlichen Johanneskirche

Weblinks

Ortsgemeinde Obernheim-Kirchenarnbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Südwestpfalz