Tchintabaraden (auch: Tchin-Tabaraden) ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Tchintabaraden in Niger.
Geographie Lage und Gliederung mini| („Platz der nationalen Eintracht“) in Tchintabaraden (2023) mini|Landschaft im Osten des Gemeindegebiets von Tchintabaraden (2016)
Tchintabaraden befindet sich in der nördlichen Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Tassara im Norden, Abalak im Osten, Kao im Süden und Tillia im Westen.
Der Hauptort der Stadtgemeinde ist Tchintabaraden, das aus den Stadtvierteln Tchintabaraden und Camp Gendarmerie besteht und auf einer Höhe von liegt. Bei den Siedlungen im ländlichen Gemeindegebiet handelt es sich um 21 Dörfer, 134 Weiler, 15 Lager und 21 Wasserstellen.
Die Gemeinde hat Anteil an der Landschaft Tadrès. Das Trockental Azar passiert das urbane Zentrum. Die Jagdzone von Tchintabaraden ist eines der von der staatlichen Generaldirektion für Umwelt, Wasser und Forstwirtschaft festgelegten offiziellen Jagdreviere Nigers.
Klima In Tchintabaraden herrscht trockenes Wüstenklima vor. Die klimatologische Messstation im Stadtzentrum liegt auf Höhe und wurde 1972 in Betrieb genommen.
Geschichte Der Name Tchintabaraden kommt aus dem Tamaschek und bedeutet „Tal der Mädchen“. Tchintabaraden wurde 1960, im Jahr der Unabhängigkeit Nigers, zum Hauptort des Bezirks Nomade de Tahoua, aus dem 1964 das Arrondissement Tchintabaraden und 1998 das Departement Tchintabaraden hervorging. Die Rallye Dakar führte im Januar 1985 über Tchintabaraden.
Die Unterpräfektur des Arrondissements war in den 1980er und 1990er Jahren das Ziel von Anschlägen aufständischer Tuareg. Im Mai 1985 forderte ein Angriff bewaffneter Tuareg drei Tote. Bei einem Anschlag im Mai 1990 wurden 31 Menschen getötet, bei den darauffolgenden Gegenangriffen der Streitkräfte Nigers weitere 63 Menschen. Im Jahr 2009 verursachten Überschwemmungen materielle Schäden, von denen rund 2.400 Einwohner unmittelbar betroffen waren.. Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
Bevölkerung Bei der Volkszählung 2012 hatte die Stadtgemeinde 79.889 Einwohner, die in 13.195 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 22.212 in 4.004 Haushalten.
Im Hauptort lebten bei der Volkszählung 2012 15.298 Einwohner in 2.460 Haushalten, bei der Volkszählung 2001 9.001 in 1.592 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 5.157 in 899 Haushalten. Bei der Volkszählung 1977 waren es 7.656 Einwohner.
In ethnischer Hinsicht ist die Gemeinde ein Siedlungsgebiet von Fulbe, Tuareg, Hausa. Der Brunnen in der Siedlung Inagar ist für die Nomaden der Tuareg-Gruppe Kel Fadey von Bedeutung.
Politik und Justiz Der Gemeinderat () hat 20 gewählte Mitglieder. Mit den Kommunalwahlen 2020 sind die Sitze im Gemeinderat wie folgt verteilt: 19 PNDS-Tarayya und 1 MCC-Arziki.
Jeweils ein traditioneller Ortsvorsteher () steht an der Spitze von fünf Dörfern in der Gemeinde.
Tchintabaraden ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen. Die Haftanstalt Tchintabaraden hat eine Aufnahmekapazität von 100 Insassen.
Kultur mini|hochkant|Ein Tchintabaraden-Kreuz
Das Tchintabaraden-Kreuz () ist eine der 21 Varianten des Agadez-Kreuzes, eines bekannten Tuareg-Schmucks aus Niger.
Wirtschaft und Infrastruktur Die Stadt liegt in einer Zone, in der die Weidewirtschaft die vorherrschende Erwerbsform ist. In Tchintabaraden gibt es einen Viehmarkt. Der Markttag ist Sonntag.
Gesundheitszentren des Typs (CSI) sind im Stadtzentrum sowie in den ländlichen Siedlungen Bazagor, Dambou Tane, Droum und Inagar vorhanden. Die Gesundheitszentren im Stadtzentrum und in Inagar verfügen jeweils über ein eigenes Labor und eine Entbindungsstation.
Allgemein bildende Schulen der Sekundarstufe sind der CEG Tchintabaraden vom Typ Collège d’Enseignement Général (CEG) und der CEG FA Abdel Aziz Al Wouhib Tchintabaraden als (CEG FA) mit einem Fokus auf die arabische zusätzlich zur französischen Sprache. Beim (CET Tchintabaraden) handelt es sich um eine technische Fachschule und beim (CFM Tchintabaraden) um ein Berufsausbildungszentrum.
Am 17. Mai 2000 nahm in der Stadt der nach Bankilaré landesweit zweite lokale Bürgerhörfunk () seinen Betrieb auf.
Durch Tchintabaraden verläuft die Nationalstraße 22 zwischen Mararaba Kao und Tassara.
Persönlichkeiten Abdoulaye Khamed (1956–2020), Medienmanager und Politiker
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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