Lothar von Kunowski (* 8. Dezember 1866 in Ober-Wilkau bei Namslau, Provinz Schlesien; † 12. Januar 1936DKA-Bestandsliste (PDF; 136 kB), online unter gnm.de. - Kölnische Zeitung, 13. Januar 1936, Nr. 22. in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben Lothar von Kunowski, ein Direktorensohn aus Breslau, besuchte die Lateinschule in Halle,Biografische Angaben – Kunowski, Lothar, siehe ersten Link der Tabelle in der Datenbank zu den Einzelhandschriften in den historischen Archivabteilungen der Franckesche Stiftungen, online unter fas.francke-halle.de absolvierte zunächst ein wissenschaftliches Studium, anschließend eine künstlerische Ausbildung an den Akademien in Breslau und München, wo er sich 1895 als Schüler der Malschule Marr immatrikulierte.Matrikelbuch , online unter matrikel.adbk.de Anfang des 20. Jahrhunderts betrieb er eine private Kunstschule in Berlin und schrieb Bücher über Kunst und Techniken für Kunstschüler.Otto Freundlich: Schriften. Köln, DuMont, 1982 Von 1907 bis 1908 war er Lehrer für Aktzeichnen an der Königlichen Kunstschule zu Berlin. Im Jahre 1909 wurde Kunowski Professor und Leiter des staatlichen Zeichenlehrerseminars an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, die 1919 in der Kunstakademie Düsseldorf aufging. Nach dem Weggang von Berlin gründete Heinrich Richter-Berlin eine Malschule an gleicher Adresse und vermittelte dort das System L. v. Kunowski weiter., online unter bluemountain.princeton.edu Er war mit der Künstlerin Gertrud von Kunowski (* 1877; † 1960) verheiratet, die an mindestens zwei seiner programmatischen Buchveröffentlichungen beteiligt war.

Er publizierte Durch Kunst zum Leben und Unsere Kunstschule. Durch Kunst zum Leben bestand aus mehreren Einzelbänden, von denen die ersten beiden die Titel Gesetz Freiheit und Sittlichkeit des künstlerischen Schaffens und Ein Volk von Genies trugen. Diese beiden Bücher wurden von Rudolf Steiner in den Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus 1901, II. Jahrgang, Nr. 52, rezensiert. Steiner hielt vieles in diesen Schriften für unreif und nichts für neu erdacht, fand jedoch den Idealismus, der sich darin aussprach, „im höchsten Maß erfrischend.“Steiners Rezension, online unter bluemountain.princeton.edu Hatte Kunowskis erstes Werk noch zur Verbreitung von Volks- und Rassenantipathien missbraucht werden können, so stellte Steiner jetzt zufrieden fest, dass der Autor sich z. B. dezidiert gegen den Antisemitismus aussprach und alle Völker zum Kunstschaffen aufrief – wenn auch unter der Ägide der Deutschen, wie er mit einem Kunowski-Zitat belegte: „Wir Deutschen sind bestimmt, daß wir die Form der umzubildenden Welt allen Völkern vorbehalten, sie alle herbeirufen, das Werk durchzuführen, vornehmlich die Romanen und Semiten, denen wir Unendliches verdanken, mit denen wir, im Unendlichen einig, auch die Endlichkeit des Irdischen gemeinsam erweitern werden. In dieser liebevollen Gerechtigkeit liegt die Zukunft des Deutschen, liegt sein Weltreich geborgen, seine Verjüngung zu einem neuen Menschen, zu einem neuen Volk.“

Kunowski äußerte sich auch programmatisch zu Gebrauchsgegenständen, etwa dem Telefon: „Der Besitzer des Telefons oder eines Telegraphen wird zum sinnlosen Schwätzer werden, wenn nicht die kunstvolle Gestalt dieser Apparate oder ihrer Umgebung ihn zwingen, ihnen nur würdige Dinge anzuvertrauen“.Immer schön sachlich, online unter immer-schoen-sachlich.de

Schüler mini|hochkant|Sommerschule in Eppan (1909) Zu Lothar von Kunowskis Schülern gehörten Gerd ArntzArntz' Biographie, online unter remmertundbarth.de, Otto Freundlich, Heinrich Kamps Kamps, Heinrich, Kurzbiografie auf der Website der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, online unter exilarchiv.de., Lothar Homeyer, Anton LamprechtLamprechts Biographie, online unter kunst-sandra.de, Robert Pudlich, online unter schaffendesvolk.sellerie.de, Heinrich Richter-Berlin, Kurt Hermann Rosenberg (1884–1975)Allgemeines Künstler-Lexicon S. 239, online unter archive.org., Arnold ToppTopps Biographie, online unter kettererkunst.de, Werner Vogel, Albert Wigand, online unter albertwigand.de, John DähmckeAllgemeines Künstler-Lexicon, S. 59, online unter archive.org, Anton Räderscheidt und Gerta Overbeck.

Bibliographie mini|hochkant|Rhythmus und Bilderbogen (1903), mit Buchschmuck von Johann Vincenz Cissarz Durch Kunst zum Leben. Bände 1–8. Eugen Diederichs Verlag, Jena Band 1: Gesetz, Freiheit und Sittlichkeit des künstlerischen Schaffens. 220 Seiten. Diederichs, Leipzig 1901 Band 2: Ein Volk von Genies. Jena 1901 Band 3: Schöpferische Kunst. Diederichs, Leipzig 1902 Band 4: Band 5: Licht und Helligkeit. Zusammen mit Gertrud von Kunowski.Lothar Kunowski: Licht und Helligkeit. Diederichs, 1906 (). 390 Seiten. 8 Tafeln. Diederichs, Jena 1906. Band 6: Band 7: Rhythmus und Bilderbogen. Grundsätze meiner Zeichenschule. Eugen Diederichs Verlag, Leipzig 1903 Band 8: Unsere Kunstschule. Zusammen mit Gertrud von Kunowski. 218 Seiten. Dr. Albrecht von Kunowski, Verlag für Nationalstenographie, 1910 Orpheus : Philosophie der Kunst und Kunsterziehung. Diederichs, Jena 1925 Die Kunsthochschule. Einführung in Lehrgang und Ziele. Verlag der staatlichen Kunstakademie zu Düsseldorf, Düsseldorf 1929

Literatur Herbert Eulenberg: Die Kunowskis. Über Lothar und Gertrud von Kunowski. Manuskript im Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf.eMuseum, online unter duesseldorf.emuseum.net

Weblinks

Einzelnachweise

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