hochkant=0.3|rahmenlos|rechts
Ensembles
Ensemble Altstadt Laufen mini|250px Das Ensemble umfasst die Stadt Laufen in den Grenzen ihrer ehemaligen, im 13. Jahrhundert zuerst genannten Befestigungsanlage, die in Resten noch aufragen oder deren Verlauf noch deutlich ablesbar ist. Die Stadt, 1041 erstmals als urbs genannt, liegt auf einem schmalen, von einem engen Flussbogen der Salzach umflossenen Sporn in Halbinsellage; dieser Stadtraum war im 13. Jahrhundert ausgebaut und ließ eine Erweiterung nicht mehr zu. Laufen gewinnt durch diese Tatsache in besonderer Weise den Rang eines Stadtdenkmals; über den Fluss hinweg ergeben sich von drei Seiten Ansichten eines an seinen Ränder unverbauten, im Wesentlichen spätmittelalterlichen Stadtbildes.
Die Siedlung entfaltete sich im 11./12. Jahrhundert bei einer Burg der Salzburger Erzbischöfe, die am Platz des jetzigen Schlosses und bei der ehemaligen ältesten Kirche St. Peter lag. Sie deckte den Zugang zur Halbinsel von Süden her; ein agilolfingisches Castellum war ihr bereits vorausgegangen. Am rechten Ufer der Salzach, die seit dem frühen Mittelalter mit Schiffen befahren wurde, entstand gegenüber der Halbinsel etwa gleichzeitig die Schiffersiedlung Altach-Oberndorf, die als Vorstadt bis 1816 politisch und wirtschaftlich zu Laufen gehörte. Grundlage für den Aufstieg und die Blüte der Stadt war der Schiffsverkehr auf dem Fluss mit seinen Salztransporten von Reichenhall und Hallein nach Passau und Donau-abwärts und den Wein- und Getreidetransporten flussaufwärts. Die notwendige Umladung und Stapelung der Waren wegen der nicht passierbaren Stromschnellen im engsten Bereich des Flussbogens und die teilweise Weiterführung der Frachten auf einer die Laufener Salzachbrücke querenden Straße brachten der Stadt weitere Vorteile. Sie war seit dem 12. Jahrhundert der wichtigste Handelsplatz des Erzstifts Salzburg, zu dem sie bis 1803 gehörte.
Die Laufener Schiffs- und Handelsherren, zu denen im Spätmittelalter auch zahlreiche Angehörige des Salzburger Adels stießen, stellten sich als Patrizier dar; ihre Lebenshaltung wird u. a. in den großen, meist im Kern spätmittelalterlichen Bürgerhäusern und in dem Bau der monumentalen Hallenkirche und ihren zahlreichen Rotmarmor-Grabdenkmälern noch anschaulich. Im Gegensatz zu dem bürgerlichgroßbürgerlichen Gepräge der Stadt auf der Halbinsel zeigen die Vorstädte mit ihren Reihungen kleiner Wohnhäuser mit Flachsatteldächern einen anderen Charakter; in ihnen hatten sich die Schiffer, Handwerker und Taglöhner niedergelassen (vgl. Ortsteil Obslaufen, Ensemble Freilassinger Straße/Steinerne Gasse).
Durch die politische Neuordnung 1816 kam Laufen an Bayern, die Vorstädte rechts der Salzach verblieben bei Salzburg bzw. Österreich. Die Stadt geriet dadurch in eine Rand- und Grenzlage. Durch die Einrichtung der München-Salzburger Eisenbahn 1860 und den Anschluss Laufens an diese Linie 1890 kam der Schiffsverkehr auf der Salzach zum Erliegen; die Stadt verlor ihre alte Bedeutung als Handels- und Umschlagsplatz und als Verkehrsknotenpunkt von Wasser- und Landstraßen.
Bestimmend für den Stadtgrundriss sind die von Süden nach Norden gerichtete Durchgangsstraße mit zwei Platzausbildungen, dazu der Schlosskomplex im Süden und der ehemalige Stiftsbereich mit der Kirche im Norden. Die Straße tritt beim Oberen Tor (Salzburger Tor) in die Stadt ein. Vor dem Tor, wo die Tittmoninger und die Freilassinger Straße zusammenlaufen, hatte sie bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts den Schießgraben zu queren, der sich in den Grünanlagen noch ebenso abzeichnet wie die Bebauung der Straße Am Stadtpark noch dem Verlauf der Stadtmauer an dieser Stelle folgt oder Teile davon sogar enthält. Östlich des Tores beherrscht das Schloss, das der Stadt an dieser Stelle zusätzliche Sicherung bot, den Bereich bis zum Salzachufer. Es war ehemals eigens befestigt. Als Schlossstraße erreicht die Durchgangsstraße den Marienplatz, einen geschlossen umbauten Rechteckplatz mit einem nordwestlich angeschlossenen kleineren Platzraum, der zum Zug der Hauptstraße (Rottmayrstraße) weiterleitet. Der Marienplatz ist der historische Schrannenplatz und obere Markt der Stadt. Seine Öffnung in der Nordostecke erfolgte erst 1902 beim Bau der neuen Salzachbrücke. Über diese Brücke wird seitdem der Verkehrsstrom gelenkt, während er bis 1899 durch die Rottmayrstraße bis zum Rupertusplatz, dann nordwestlich über den abschüssigen Stadtberg zum Unteren Tor und zur alten Salzachbrücke nach Alt-Oberndorf lief. Der Rupertusplatz, eine kleine Rechteckanlage, ist der historische Hauptmarkt (Unterer Markt) der Stadt; hier befindet sich auch das alte, im 16. Jahrhundert errichtete Rathaus. – Die hintere Rottmayrstraße, an der sich neben bürgerlichen Bauten auch das alte Pfleg- (Finanzamt) und das Amtsgericht befinden, führt in den stillen Bereich der Stiftskirche mit dem ehemaligen Friedhof, den Grabgewölben und der Michaelskapelle; dazu gehören die in Gärten oder auf kleinen Plätzen meist freistehenden ehemaligen Kanonikerhäuser und Schulen.
Während an der Ostseite der Rottmayrstraße die großen Parzellen der ehemaligen Patrizieranwesen mit ihren Rückgebäuden zwischen Marienplatz und Stiftskirche den gesamten Raum geschlossen einnehmen, ist die Westseite stärker durch Gassen aufgelockert, die unregelmäßig und mit Gefälle zur Salzach führen (Schiffmeistergasse, Wallygaßl, Färbergaßl, Stadtberg, Almsche Gasse, Kirchberg). Sie sind meist nicht geschlossen bebaut. Das Stadtbild wird von dem hochaufragenden Bau der Stiftskirche im Norden und dem Schloss im Süden beherrscht. Die Kirche, eine seit 1330 errichtete Halle mit eingestelltem romanischen Turm eines Vorgängerbaus, weist als einziger Bau der Stadt ein monumentales Satteldach auf, das für das Stadtbild charakteristisch ist. Das Schloss ist ein nüchterner, von Erzbischof Wolf Dietrich seit 1608 errichteter Vierflügelbau im salzburgisch-italienischen Palazzo-Stil. Zwischen diesen beiden Monumentalbauten drängen sich die bürgerlichen Wohnbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, die nach der Bauweise der Inn-Salzach-Bürgerhäuser mit hinter Vorschussmauern eingesenkten Grabendächern versehen wird. Die nach zahlreichen Überschwemmungen und Stadtbränden mehrfach erneuerten Häuser entstammen in ihren Untergeschossen überwiegend dem Spätmittelalter. Es handelt sich häufig um hohe, bis zu drei und vier Geschossen aufragende Bauten, regelmäßig mit verputztem zum Teil gegliederten Fassaden und in der Regel mit waagrechten Vorschussmauern, die – oft in einer Hohlkehle auslaufend – die Fronten oben anschließen und das Dach verbergen. An der Ostseite der Stadt sind die mit Galerien und Verbretterungen versehenen Krüppelwalmdächer der Hinterhäuser charakteristisch.
Aktennummer: E-1-72-122-1
Ensemble Weiler Daring mini|250px In dem kleinen, auf einer Hochfläche zwischen dem Laufener Salzachtal und dem Abtsdorfer See gelegenen Bauernweiler hat sich in ungewöhnlich großem Ausmaß die historische Bausubstanz der sechs alten Anwesen erhalten. Sie zeigen eindrucksvoll die Merkmale der historischen Bauernhaustypen des Salzburger Flachgaus.
Es handelt sich um Einfirstanlagen und um Höfe mit Widerkehr, sämtlich mit Flachsatteldächern. Sie sind von Kraut- und Obstgärten umgeben und vorwiegend nach Osten ausgerichtet. Ein urtümlicher Blockbau des 17. Jahrhunderts vertritt den ältesten Typus im Ort, aus dem 18. Jahrhundert haben sich Häuser mit Blockbau-Obergeschossen erhalten, das mittlere 19. Jahrhundert ist mit den für diese Zeit im Flachgau charakteristischen unverputzten Schlackenstein-Bauten vertreten. Schon seit dem frühen 20. Jahrhundert konnten nicht mehr alle Bauernhäuser landwirtschaftlich genutzt werden; aus diesem Grunde entstanden die Aussiedlerhöfe Nrn. 11 und 25 am alten Ortsrand, darüber hinaus auch ein kleines Wohnhaus, Nr. 1. Diese Gebäude gehören nicht zum Ensemble.
Die kleine Kapelle an der Straße setzt einen besonderen Akzent.
Aktennummer: E-1-72-122-2
Ensemble Weiler Kulbing mini|250px Das Ensemble umfasst die neun alten, durch Zusammenlegungen auf sechs reduzierten bäuerlichen Anwesen des Weilers Kulbing. Der Ort liegt im Moränengebiet des Salzburger Flachgaus, westlich der Salzach, auf einer Anhöhe. Die Höfe reihen sich in Süd-Nord-Richtung, längs eines Weges, in der Regel nach Osten gerichtet. Die Einzigartigkeit des Ensembles ergibt sich aus dem großen Bestand an historischen Bauernhäusern und aus der Tatsache, dass charakteristische Vertreter aus mehreren Jahrhunderten erhalten sind. Es handelt sich um Einfirstanlagen und solche mit Widerkehr. Zwei altertümliche Bauten sind als zweigeschossige unverputzte Blockhäuser des 17./18. Jahrhunderts erhalten. Aus dem frühen 19. Jahrhundert sind verputzte, aus der Zeit um 1900 ein charakteristisches Schlackensteinhäus erhalten. Das große massive Bauernhaus Nr. 18 ist mit seinem für die Mitte des 19. Jahrhunderts typischen steileren Dach für das Ortsbild wichtig; im Übrigen sind Flachsatteldächer die Regel. Details an den einzelnen Bauten, wie das mehrfach auftretende Giebelbundwerk steigern den Rang dieses kleinen Dorfensembles. Aktennummer: E-1-72-122-3.
Baudenkmäler nach Ortsteilen Laufen
Arbisbichl
Burgfeld
Daring
Froschham
Haiden
Kulbing
Leobendorf
Moosham
Niederheining
Obslaufen
Straß
Triebenbach
Weitere Ortsteile
Ehemalige Baudenkmäler
Anmerkungen
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Laufen (Salzach)
Literatur
Weblinks
In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.
Laufen !