mini|296px|Ortsansicht mini|Burgen an der Mosel Burgen ist eine Ortsgemeinde an der Untermosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat. Burgen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Geographische Lage Burgen liegt an der Mündung des Baybachs in die Mosel.

Zur Gemeinde Burgen gehören auch die Wohnplätze Birkenhof, Gänshof, Haus in der Au, Moselkerner Fähre und Ölmühle.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 661 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte Auf prähistorische Zeit weist der nahegelegene Abschnittswall Burgener Druidenstein.

Erstmals erwähnt wurde Burgen im Jahr 928 in einer Landleihe-Urkunde (Prekarie) des Herzogs Giselbert von Lothringen mit dem Trierer Erzbischof Ruotger von Trier. Besiedelt war der Ort vermutlich aber schon früher, da sich bei Bauarbeiten römische und keltische Reste fanden.

Bis 1780 gehörte Burgen zum "Dreiherrischen" Kondominium Beltheimer Gericht, nach dessen Aufteilung fiel der Ort an Kurtrier. Das Kollegiatstift von Münstermaifeld verfügte über Besitz im Ort und übte bis zur Hälfte des 16. Jahrhunderts auch die Seelsorge aus. Andere Grundbesitzer waren die Bistümer Köln und Trier, verschiedene Klöster und Stifte, die den regionalen Adelsfamilien Verwalter- bzw. Lehensnehmerfunktionen übertrugen.

Der rechts des Baybachs liegende Ortsteil Rom, früher auch Roma, Room, Rhom war bis zum Ende der kurtrierischen Herrschaft 1798 ein Ort im Gerichts- und Verwaltungsbezirk Gallscheider Gericht. Größter Grundbesitzer war das Koblenzer Stift St. Kastor.

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) kam Burgen zu Frankreich und gehörte von 1798 bis 1814 zum Kanton Treis im Rhein-Mosel-Departement. Burgen wurde im Jahr 1800 Hauptort (chef-lieu) einer Mairie, zu der auch Brodenbach, Dommershausen, Macken und Morshausen gehörten.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde die Region 1815 dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Burgen zur Bürgermeisterei Brodenbach im 1816 gebildeten Kreis Sankt Goar im Regierungsbezirk Koblenz.

Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz und gehört seit 1970 gehört zum Landkreis Mayen-Koblenz.

Im Dezember 1993 litt Burgen unter dem Jahrhunderthochwasser, welches Teile des Dorfes unter Wasser setzte.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Burgen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 701 1835 836 1871 781 1905 772 1939 694 1950 819 Jahr Einwohner 1961 763 1970 819 1987 762 1997 902 2005 786

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Burgen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den vorangegangenen Wahlen wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl bestimmt, da mehrere Wahlvorschläge eingereicht wurden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU F.W.G. FWG Gesamt 2024 per Mehrheitswahl 12 Sitze 2019 – 1 4 7 12 SitzeLandeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahlen 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 – – 7 5 12 Sitze 2009 1 3 6 2 12 Sitze 2004 2 1 3 6 12 Sitze F.W.G. = Freie Wählergruppe Sigmar Pfeiffer FWG = Freie Wählergruppe Burgen e. V.

Bürgermeister Fritz M. Bär wurde 2014 Ortsbürgermeister von Burgen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 83,25 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als Einzelbewerber ohne Gegenkandidat mit 89,9 % der Stimmen erneut wiedergewählt.

Sehenswürdigkeiten mini|Fachwerkhäuser in der Pützstraße Die Burg Bischofstein befindet sich auf der gegenüberliegenden Moselseite am westlichen Ufer auf einem Felssporn. Unterhalb der Burg Bischofstein befindet sich die Pauluskapelle aus dem 13. Jahrhundert. Im Ort finden sich viele moselländische Fachwerkhäuser, die teilweise gut erhalten oder auch restauriert sind. Einige der alten Gebäude stehen leer und drohen zu verfallen. Erhalten sind aber die Zehnthäuser der Eltzer und Waldecker.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Burgen

Feste Das wohl größte Fest von Burgen ist das Schützenfest. Es findet immer am ersten Wochenende im August statt. Bis 2006 feierte man das Fest auf der großen Moselwiese. Ab 2007 feierten die Schützenbrüder ihr Fest am Ende von Burgen am Sportplatz und Schützenhalle. Seit 2022 findet das Schützenfest auf dem Marktplatz statt.

Infrastruktur Burgen liegt unmittelbar an der Bundesstraße 49 Koblenz – Treis-Karden – Cochem. Zwischen Koblenz und Burgen verkehren Busse, die die Moselgemeinden mit der Stadt verbinden. Bis in die 1980er Jahre war Burgen zudem über eine 1994 eingestellte Fähre und einen auf dem anderen Moselufer nahe der Burg Bischofstein gelegenen Bahnhof an der Moselstrecke Koblenz – Treis-Karden – Cochem zu erreichen.

Weinbau Weinlagen (moselabwärts gesehen)Joachim Krieger: Terrassenkultur an der Untermosel. Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003. Burgener Bischofstein

Panorama

Literatur Manfred Rüttgers: Ortsfamilienbuch Burgen. (= Familien an der Untermosel 8) Cardamina, Koblenz 2021; ISBN 978-3-86424-534-3.

Weblinks

Internetauftritt der Ortsgemeinde Burgen Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz für Burgen (PDF); siehe hierzu Erläuterungen zum historischen Ortslexikon Ortsgemeinde Burgen auf mosel-reisefuehrer.de

Einzelnachweise

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