Die Tour de France 2013 war die 100. Austragung des wichtigsten Etappenradrennens der Welt. Sie begann am 29. Juni 2013 in Porto-Vecchio und endete am 21. Juli 2013 nach 21 Etappen traditionsgemäß auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris. Es gingen 198 Fahrer aus 22 Mannschaften und 34 Nationen an den Start. Die Fahrer legten während der Tour de France 2013 eine Strecke von 3403,5 Kilometern zurück.
Als Sieger der 100. Tour de France ging der Brite Chris Froome hervor, der nach dem zweiten Platz im Vorjahr seinen ersten Toursieg erzielte. Insgesamt erreichten 169 Fahrer das Ziel in Paris.
Ausgangslage Teilnehmerfeld mini|links|hochkant=0.5|Jens Voigt ist erneut ältester Teilnehmer. An der Tour de France 2013 nahmen 22 Teams mit jeweils 9 Fahrern teil. Startberechtigt waren die 19 ProTeams, eines mehr als im Vorjahr. Daher lud der Organisator A.S.O. für 2013 nur drei Professional Continental Teams zusätzlich ein, nämlich die französischen Mannschaften Team Europcar, Sojasun und Cofidis, Solutions Crédits. Die 198 zu Rennbeginn angetretenen Fahrer stammten aus 34 verschiedenen Nationen, darunter Deutschland mit zehn und die Schweiz mit drei Startern. Wie üblich stammten die meisten Teilnehmer der Rundfahrt aus Frankreich (42 Fahrer), gefolgt von Spanien mit 27 und Italien mit 18 Fahrern. Erstmals seit Jahren gingen keine Sportler aus Österreich und der Ukraine an den Start.198 Teilnehmer aus 34 Nationen – Österreich und Ukraine fehlen
Der Deutsche Jens Voigt war mit 41 Jahren der älteste Teilnehmer an der Tour de France 2013, der 19-jährige Danny van Poppel war der jüngste Starter im Feld.Teampräsentation auf Korsika – Startliste der Tour de France Zum 17. Mal nahm Stuart O’Grady an der Rundfahrt teil und zog damit mit George Hincapie gleich, der diese Bestmarke erst im Jahr zuvor aufgestellt hatte. In die Nachwuchswertung fielen in diesem Jahr alle Fahrer ab Jahrgang 1988, insgesamt waren es zum Start der Tour 35 (ca. 18 %).
Eine detaillierte Starterliste mit einem Überblick über die Nationalitäten, Erfolge und Ausstiege der einzelnen Fahrer und Teams während der Tour de France 2013 findet sich auf der separaten Seite → Fahrerfeld 2013. ProTeams (ALM) (AST) (BEL) (BMC) (CAN) (EUS) (FDJ) (GRS) (KAT) (LAM) (LTB) (MOV) (OPQ) (OGE) (RLT) (SKY) (ARG) (TST) (VCD) Professional Continental Teams (COF) (SOJ) (EUC)
Kurz vor Beginn der Tour konnte das ehemalige Rabobank-Team einen neuen Hauptsponsor präsentieren. Die in dieser Saison unter dem Namen Blanco Pro Cycling Team gestartete Mannschaft ging als Belkin-Pro Cycling Team ins Rennen. de.eurosport.yahoo.com vom 24. Juni 2013. Das Team FDJ ging ab Beginn der Tour unter dem Namen FDJ.fr an den Start. Infolgedessen wurde die Trikotfarbe von Weiß in Blau geändert. equipecyclistefdj.fr vom 24. Juni 2013.
Favoriten mini|Der Vorjahreszweite Chris Froome Die beiden Topfavoriten um den Gesamtsieg waren in Abwesenheit von Vorjahressieger Bradley Wiggins der letztjährige Zweitplatzierte Chris Froome (SKY) und der zweimalige Tour-Sieger Alberto Contador (TST). Froome gewann dieses Jahr bereits die Tour de Romandie und das Critérium du Dauphiné und hat mit dem Australier Richie Porte den Gewinner von Paris–Nizza als Edelhelfer an seiner Seite. Weitere Anwärter um einen Platz auf dem Podest waren die Spanier Joaquim Rodríguez (KAT) und Alejandro Valverde (MOV). Rodríguez beendete letztes Jahr die Spanien- und die Italien-Rundfahrt auf dem Podium, außerdem war er der Gewinner der Einzelwertung der UCI WorldTour. Valverde wurde letztes Jahr Zweiter der Vuelta. Zum starken spanischen Movistar-Team gehörten unter anderem der Costa-Ricaner Andrey Amador, der Sieger der Tour de Suisse 2013, Rui Costa, und der Sieger der Baskenland-Rundfahrt 2013, Nairo Quintana. Zum erweiterten Favoritenkreis zählten vom Team BMC der Tour-Sieger von 2011, Cadel Evans, und der Sieger der Kalifornien-Rundfahrt 2013, Tejay van Garderen. Um einen Platz in den Top Ten kämpften der Belgier Jurgen Van Den Broeck (LTB), der Niederländer Bauke Mollema (BLA) sowie der Achte der Tour von 2012, Pierre Rolland (EUC). Dazu kamen noch der diesjährige Sieger der Katalonien-Rundfahrt, Daniel Martin, und der letztjährige Giro-Sieger Ryder Hesjedal vom Team Garmin Sharp.Radsport News stellt die Tour-Favoriten vor radsport-news.com vom 28. Juni 2013.
Zu den Favoriten im Kampf um das Weiße Trikot des besten Jungprofis zählten vor allem der Kolumbianer Nairo Quintana (MOV) sowie die US-Amerikaner Tejay van Garderen und Andrew Talansky (GRM). Für die Siege in den Massensprints auf den Flachetappen kamen im Vorfeld vor allem der 23-fache Etappensieger Mark Cavendish (OPQ) und der letztjährige Gewinner des Grünen Trikots, Peter Sagan (CAN), infrage. Weitere Favoriten waren die Deutschen John Degenkolb, Marcel Kittel (beide ARG) sowie der vierfache Etappensieger André Greipel (LTB).
Im Mannschaftszeitfahren galten die Weltmeister von Omega Pharma-Quick-Step und die mit vielen guten Zeitfahrern besetzte Sky-Mannschaft als Favoriten.2. Juli 2013: 4. Etappe, MZF Nizza – Nizza, 25,0 km radsport-news.com aufgerufen am 29. Juni 2013. In Abwesenheit von Olympiasieger Bradley Wiggins und Zeitfahrspezialist Fabian Cancellara war Weltmeister Tony Martin (OPQ) der große Favorit bei den beiden Einzelzeitfahren. Es wurde erwartet, dass seinem größten Gegner Chris Froome vor allem die Streckenführung des zweiten Einzelzeitfahrens entgegenkommen dürfte.10. Juli 2013: 11. Etappe, EZF Avranches – Mont Saint-Michel, 33,0 km radsport-news.com aufgerufen am 29. Juni 2013.17. Juli 2013: 17. Etappe, EZF Embrun – Chorges, 32,0 km radsport-news.com aufgerufen am 29. Juni 2013.
Tourverlauf Etappen Anders als im Jahr 2012 begann die Rundfahrt nicht mit einem Prolog, sondern mit einer Flachetappe. Die ersten drei Etappen wurden komplett auf der Mittelmeerinsel Korsika gefahren, die zum ersten Mal im Programm der Tour war. Danach betrat die Tour in Nizza mit einem Mannschaftszeitfahren das französische Festland und setzte am nächsten Tag von Cagnes-sur-Mer aus die Rundfahrt fort. Nach den relativ flachen Abschnitten zu Beginn der Rundfahrt standen am Beginn der zweiten Rennwoche die ersten beiden Hochgebirgsetappen in den Pyrenäen an. Die 8. Etappe endete, nachdem die Fahrer den Col de Pailhères (2001 m/HC) überquert hatten, mit einer Bergankunft der ersten Kategorie in Ax-3 Domaines auf 1372 Metern. Am Tag darauf folgte eine Bergetappe mit fünf Pyrenäenpässen. Nach dem Ruhetag setzte sich das Rennen im Westen Frankreichs fort. Das erste der beiden Einzelzeitfahren wurde auf der 11. Etappe ausgetragen. Im weiteren Verlauf durchquerten die Fahrer Frankreich in südöstlicher Richtung. Die erste Bergankunft in den Alpen fand am französischen Nationalfeiertag statt. Die mit 242 Kilometern längste Etappe endete auf dem Mont Ventoux (HC) auf 1912 Metern. Die letzte Woche begann mit einer Mittelgebirgsetappe mit Ziel in Gap. Darauf folgte das zweite Einzelzeitfahren auf einem welligen Kurs. Auf den abschließenden drei schweren Hochgebirgsetappen mussten unter anderem der Col de la Madeleine und der Col du Glandon überquert werden, Bergankünfte waren in L’Alpe d’Huez und Semnoz. Die Rundfahrt endete traditionsgemäß auf der Avenue des Champs Élysées in Paris. Etappe Datum Startort Zielort Typ km Etappensieger20px|verweis=Rote Rückennummer Kämpferischster Fahrer 1 Porto-Vecchio Bastia Flachetappe 213,0 2 Bastia Ajaccio hügelige Etappe 156,0 3 Ajaccio Calvi hügelige Etappe 145,5 4 Nizza Nizza (MZF) verweis=Mannschaftszeitfahren 25,0 nicht vergeben 5 Cagnes-sur-Mer Marseille Flachetappe 228,5 6 Aix-en-Provence Montpellier Flachetappe 176,5 André Greipel 7 Montpellier Albi Flachetappe 205,5 8 Castres Ax 3 Domaines Bergetappe 195,0 9 Saint-Girons Bagnères-de-Bigorre Bergetappe 168,5 R Ruhetag in Saint-Nazaire Ruhetag 10 Saint-Gildas-des-Bois Saint-Malo Flachetappe 197,0 11 Avranches Mont-Saint-Michel verweis=Einzelzeitfahren 33,0 nicht vergeben 12 Fougères Tours Flachetappe 218,0 13 Tours Saint-Amand-Montrond Flachetappe 173,0 14 Saint-Pourçain-sur-Sioule Lyon hügelige Etappe 191,0 15 Givors Mont Ventoux Bergetappe 242,5 R Ruhetag in der Vaucluse Ruhetag 16 Vaison-la-Romaine Gap Bergetappe 168,0 17 Embrun Chorges verweis=Einzelzeitfahren 32,0 nicht vergeben 18 Gap Alpe d’Huez Bergetappe 172,5 19 Bourg-d’Oisans Le Grand-Bornand Bergetappe 204,5 20 Annecy Semnoz Bergetappe 125,0 21 Versailles Paris Champs Élysées Flachetappe 133,5 nicht vergeben
Erste Woche + Gesamtwertung nach der 7. Etappe 20px|verweis=Gelbes Trikot|Gesamtwertung (OGE) 27:12:29 h 2. (SKY) + 0:03 min 3. (OGE) + 0:05 min 4. (OGE) + 0:05 min 5. (OPQ) + 0:06 min 6. (OPQ) + 0:06 min 7. (SKY) + 0:08 min 8. (SKY) + 0:08 min 9. (TST) + 0:14 min 10. (TST) + 0:14 min
In der ersten Tourwoche verlief die Rundfahrt noch durch weitgehend flaches Terrain, sodass sich die Favoriten noch nicht im vorderen Gesamtklassement platzierten. Die erste Etappe bot als Flachetappe die perfekte Voraussetzung für einen Sprinter, als Erster ins Gelbe Trikot des Gesamtführenden zu fahren. Dies gelang dem Deutschen Marcel Kittel (ARG), der am ersten Tag gleichzeitig auch die Führung in der Punkte- und der Nachwuchswertung übernahm. Juan José Lobato (EUS) wurde erster Träger des Gepunkteten Trikots. Besonders war die erste Etappe auch durch einen ungewöhnlichen Vorfall im Zielbereich. Der Mannschaftsbus des Orica-GreenEdge-Teams blieb an einem Gerüst an der Zieldurchfahrt hängen und konnte erst kurze Zeit vor dem Eintreffen des Feldes aus dem Weg gefahren werden.
Die zweite Etappe machte es dem Gesamtführenden Kittel schwer, sein Gelbes Trikot zu verteidigen. Sie hatte vier Bergwertungen, darunter eine der zweiten Kategorie, deren Anstiege die reinen Sprinter im Feld zurückfallen ließen. So erreichte auch Kittel das Ziel mit einem deutlichen Rückstand hinter dem neuen Gesamtführenden Jan Bakelants (RLT), konnte aber die Führung in der Punktewertung behaupten. Das Trikot des besten Nachwuchsfahrers ging an den Polen Michał Kwiatkowski (OPQ), das Gepunktete Trikot übernahm der Franzose Pierre Rolland (EUC). Das Team RadioShack Leopard übernahm die Teamwertung vom Vacansoleil-DCM Pro Cycling Team.
mini|links|hochkant=0.6|Simon Gerrans vor dem Beginn der 6. Etappe Jan Bakelants behauptete auf der dritten Etappe die Gesamtführung, jedoch übernahm Peter Sagan (CAN) das Grüne Trikot von Marcel Kittel. Während dieser Etappe kam es auch zu den ersten Aufgaben: Andrei Grigorjewitsch Kaschetschkin (AST) und Yohann Bagot (COF) beendeten das Rennen. Die vierte Etappe der Tour de France am 2. Juli 2013 wurde als Mannschaftszeitfahren ausgetragen. Die australische Orica-GreenEdge-Mannschaft gewann die Etappe mit nur einer Sekunde Vorsprung vor dem favorisierten Omega Pharma-Quick-Step Cycling Team. Orica-GreenEdge übernahm mit dem Sieg die Führung in der Mannschaftswertung. Der bestplatzierte Fahrer des Teams, Simon Gerrans, wurde neuer Gesamtführender. Er ließ sich nach der eher unspektakulären fünften Etappe, die Mark Cavendish (OPQ) gewann, am Ende der sechsten Etappe absichtlich zurückfallen, um dem Südafrikaner und seinem Mannschaftskollegen Daryl Impey die Übernahme des Gelben Trikots zu ermöglichen. Impey ging während dieser Etappe als erster afrikanischer Gesamtführender der Frankreich-Rundfahrt in die Tourgeschichte ein.