Altenmarkt im Thale ist ein Dorf in Niederösterreich und eine Ortschaft sowie Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Hollabrunn im gleichnamigen Bezirk Hollabrunn.
Geographie Das Dorf liegt östlich von Hollabrunn. Nachbarorte von Altenmarkt im Thale sind in der Stadtgemeinde Hollabrunn die Orte Eggendorf im Thale, Weyerburg und Enzersdorf im Thale sowie in der Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf der Ort Haslach. Altenmarkt im Thale liegt im Tal (das namensgebende Thal) des Kleinen Göllersbach und wird von diesem durchflossen. Von der Nutzung des Göllersbach für die Wasserkraft zeugen zahlreiche Mühlen, die bis heute erhalten sind. Der breite Anger ist bei der planmäßigen Besiedelung im 11. Jahrhundert erhalten geblieben.
Geschichte Im 1. und 2. Jahrhundert war die Gegend von germanischen Stämmen stark bevölkert, wie viele der bisherigen Funde bestätigen. Der Riedname Schabarn (Schorber) geht auf eine verschollene Ortschaft zurück, mit der 1299 das Schottenstift gegütert war. 1536 verkaufte das Tullner Frauenkloster seinen hiesigen Besitz an Hans von Rosenhart zu Weyerburg.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 60 Häusern erwähnt, das nach Eggendorf eingepfarrt war. Die Kinder wurden in Weyerburg eingeschult; die Herrschaft Weyerburg besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription, während die Herrschaft Leobendorf die Landgerichtsbarkeit ausübte.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Altenmarkt ein Dachdecker, ein Gastwirt, ein Gemischtwarenhändler, ein Schlosser, zwei Schuster und ein Wagner ansässig. Zudem gab es im Ort eine Mühle.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 187 (PDF). Am 1. Jänner 1971 wurde Altenmarkt im Thale nach Enzersdorf im Thale eingemeindet, das ein Jahr später in die Stadtgemeinde Hollabrunn eingemeindet wurde.
Politik Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde
Ortsvorsteher der Katastralgemeinde 1972–1975 Hogl Karl 1975–1995 Taglieber Herbert seit 1995 Edelmüller Günther
Sehenswertes Die Ortskapelle unter dem Patrozinium des hl. Bartholomäus, ein schlichter Bau mit Satteldach, rundem Schluss, Flachbogenfenstern und Rechteckportal, wurde im 18./19. Jahrhundert errichtet.
Im und um den Ort befinden sich mehrere Bildstöcke, darunter zwei reliefierte Pfeiler mit Quaderaufsatz und Steinkreuz aus dem Jahre 1730 bzw. aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sowie ein Maria-Dreieichen-Bildstock aus der Zeit um 1700.
Persönlichkeiten Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Engelbert Dollfuß, Bundeskanzler (1933 verliehen, 1938 aberkannt) Alfred Urwalek, Geistlicher Rat Pater, Pfarrverweser (1936 verliehen) Wilhelm Sekyra OSB (1970 verliehen)
Literatur Ernst Bezemek, Willibald Rosner (Hrsg.): Vergangenheit und Gegenwart. Der Bezirk Hollabrunn und seine Gemeinden. Hollabrunn 1993, .
Weblinks
Einzelnachweise
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