Eggendorf im Thale (1964 bis 1966 Eggendorf am Göllersbach) ist ein Dorf in Niederösterreich, eine Katastralgemeinde sowie Ortsteil / Ortschaft der Stadt Hollabrunn im gleichnamigen Bezirk Hollabrunn.
Geographie Das Dorf liegt östlich von Hollabrunn. Nachbarorte von Eggendorf im Thale in der Stadtgemeinde Hollabrunn sind Altenmarkt im Thale, Kleinstetteldorf, Weyerburg und Wieselsfeld sowie in der Marktgemeinde Wullersdorf Hart und in der Marktgemeinde Nappersdorf-Kammersdorf Haslach.
Eggendorf im Thale liegt im Tal des Kleinen Göllersbach (das namensgebende Thal) und wird von diesem durchflossen. Von der Nutzung des Göllersbaches für die Wasserkraft zeugen zahlreiche Mühlen, die bis heute erhalten sind.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im September 1135 in einem Dokument, in dem Markgraf Leopold III. der Heilige zugunsten des Diözesanbischofs von Passau auf den Zehent im Sprengel von 13 Babenbergischen Eigenpfarren, darunter auch »Echindorfh«, verzichtete. Nach der Erhebung Österreichs zum Herzogtum im Jahre 1156 wies Heinrich II. Jasomirgott die Pfarren Pulkau und Eggendorf der neuen Benediktinerabtei Unserer lieben Frau zu den Schotten in Wien als Gründungsdotation zu. Während der Reformationszeit war Eggendorf ab 1565 protestantisch und in den Jahren 1571 und 1580 fanden in Eggendorf evangelische Synoden statt. Nach der Gegenreformation, die in Eggendorf im Jahre 1604 begann, wurde die Pfarre wieder katholisch.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Eggendorf im Thale ein Arzt, ein Tierarzt, ein Bäcker, ein Binder, eine Fleischerin, ein Friseur, drei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Müller, ein Sattler, ein Schmied, ein Schuster, ein Tischler, ein Wagner und einige Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 232 (PDF).
Mit 29. April 1964 wurde Eggendorf im Thale in Eggendorf am Göllersbach umbenannt, ehe es am 4. Juli 1966 wieder auf den alten Namen rückbenannt wurde. Mit 1. Jänner 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenmarkt im Thale, Eggendorf im Thale, Kleinkadolz, Kleinstetteldorf und Weyerburg nach Enzersdorf im Thale eingemeindet,LGBL. NÖ. Nr. 116/1971 - Kundmachung der NÖ Landesregierung vom 11. Februar 1971 über die Vereinigung von Gemeinden ein Jahr danach dann fusionierte Enzersdorf im Thale gemeinsame mit Aspersdorf, Breitenwaida, Groß, Kleinstelzendorf, Oberfellabrunn, Sonnberg und Suttenbrunn nach Hollabrunn.
Öffentliche Einrichtungen In Eggendorf im Thale befindet sich eine Volksschule.
Politik Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Eggendorf im Thale
Ortsvorsteher der Katastralgemeinde Eggendorf im Thale 1972 Franz Loicht 1972–1979 Josef Travnitschek 1979–1980 Franz Loicht jun. 1980–1990 Johann Zeitlberger 1990–1995 Anton Kellner 1995–2015 Josef Travnitschek jun. seit 2015 Gerhard Einsiedl
Sehenswertes Pfarrkirche Eggendorf im Thale
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Thomas Gschlatt (Gschlad, Gschlacht), (*16. Dezember 1721 in Eggendorf im Thale - †27. Februar 1806 in Olmütz), österreichischer Musiker, Sohn von Johannes und Rosina Gschlad, Posaunist der Salzburger Hofkapelle, Freund der Familie Mozart. Leopold Mozart war sein Trauzeuge bei der Verehelichung mit Maria Anna Pichler am 22. Mai 1758 im Salzburger Dom.
Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Eggendorf im Thale Pater Ernest Hauswirth, Abt des Stiftes Schotten, in Anerkennung um die Verdienste um Kirche und Drainage-Anlage(1896 verliehen) Eduard Müller, in Anerkennung um die Verdienste der Drainageanlage (1896 verliehen) Baron Eduard Hohenbruck, Bezirkshauptmann des Bezirks Hollabrunn (1905 verliehen) Josef Kühschelm, Ritter des Franz Joseph-Ordens, Reichsratsmitglied und NÖ Landtagsabgeordneter (1905 verliehen) Johann Wolf, Oberlehrer und Feuerwehrhauptmann (1907 verliehen) Pater Amand Opitz OSB, Abt des Stiftes Schotten (1917 verliehen) Pater Rupert Exler OSB, Pfarrverweser (1917 verliehen) Karl Semsch, Bezirkshauptmann des Bezirks Hollabrunn (1918 verliehen) Engelbert Dollfuß, Bundeskanzler (1934 verliehen) Josef Reither, NÖ Landeshauptmann (1934 verliehen) Alois Fischer (1935 verliehen) Johann Eichinger, Abgeordneter zum Nationalrat (1935 verliehen) Pater Wilhelm Sekyra, Prior des Schottenstiftes (1970 verliehen)
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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