mini|298px|Kleinich aus der Luft Kleinich ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an.
Geographie Lage und Ausdehnung Kleinich liegt im Hunsrück zwischen dem Tal der Mittelmosel in nordwestlicher und der Hunsrückhöhenstraße in südöstlicher Richtung. Politisch gehört die Gemeinde der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an, die einen Teil des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz bildet. Nächstgelegene Mittelzentren sind Traben-Trarbach (acht Kilometer nordnordwestlich) und Bernkastel-Kues (neun Kilometer westnordwestlich), die Kreisstadt Wittlich liegt 24 km nordwestlich. Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist acht Kilometer nordöstlich gelegen. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt wie auch die maximale Ausdehnung in West-Ost-Richtung etwa sechs Kilometer. Die Gesamtfläche des Gemeindegebietes beträgt 20,31 km2.Mein Dorf, meine Stadt: Kleinich. In: statistik.rlp.de, abgerufen am 1. März 2015. Damit ist Kleinich nach der Stadt Bernkastel-Kues die flächenmäßig größte Gemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde. Die Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend – Irmenach (Gemarkung Beuren), Hirschfeld (Hunsrück), Hochscheid, Morbach (Gemarkung Wederath), Kommen, Longkamp und Traben-Trarbach (Gemarkung Kautenbach).
Geologie und Flächennutzung Das Kleinicher Gemeindegebiet befindet sich auf einer Höhe von am nördlichsten Punkt der Gemeinde im Tal des Kleinicher Baches () bis E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 428. an der Halster Höhe (), dem höchsten Punkt der Kleinicher Hochgerichtsheide. Naturräumlich gehört der größte Teil der Gemeinde zum südwestlichen Moselhunsrück (Untereinheit 245.1), ein kleines Gebiet im Norden wird der Untereinheit „Grendericher Riedelland/Longkamper Hochfläche“ (245.2), der südliche und westliche Rand der Gemeinde der als Morbacher Mulde (243.21) bezeichneten Untereinheit zugeordnet.. In: naturschutz.rlp.de, abgerufen am 1. März 2015. Der geologische Untergrund wird von steinigem Verwitterungsboden geprägt, der vor allem Schiefer und Taunusquarzit aus dem Devon umfasst.E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 317. Südlich der Oberkleinicher Ortslage entspringt der 7,6 km lange Kleinicher Bach (GKZ 2679262), der bis zum Jahr 1969 in Teilen als Grenzbach zwischen den Landkreisen Bernkastel und Zell diente. Der Kautenbach entspringt südlich der Kleinicher Ortslage auf einer Höhe von und mündet nach 13,2 km in Traben-Trarbach in die Mosel. Das Gemeindegebiet besteht zu einem Anteil von 53,4 % aus Landwirtschaftsfläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche lag im Jahr 2007 bei 728 ha (36 %).E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 330. Etwa 760 ha der Gemeinde sind bewaldet (37,2 %),Gemeinde: Fakten. In: kleinich.de, abgerufen am 1. März 2015. neun Prozent dienen als Siedlungs- und Verkehrsfläche.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Kleinich gehören acht Ortsteile, die bis Juni 1969 respektive März 1974 als selbstständige Gemeinden bestanden. Gemäß der Hauptsatzung der Ortsgemeinde Kleinich bilden Götzeroth und Ilsbach gemeinsam den Ortsbezirk Götzeroth-Ilsbach, die anderen Ortsteile gelten jeweils als eigene Ortsbezirke. Folgende Ortsteile gehören zur Ortsgemeinde Kleinich (in Klammern die Fläche und Einwohnerzahlen aus dem Jahr 2008):E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 151–217. Emmeroth (213 Hektar, 47 Einwohner) Fronhofen (411 Hektar, 120 Einwohner) Götzeroth (170 Hektar, etwa 80 Einwohner) Ilsbach (118 Hektar, etwa 40 Einwohner) Kleinich (487 Hektar, 235 Einwohner) Oberkleinich (274 Hektar, 113 Einwohner) Pilmeroth (170 Hektar, 48 Einwohner) Thalkleinich (233 Hektar, 42 Einwohner)
Klima Zwischen Januar 1931 und November 2007 betrieb der Deutsche Wetterdienst in Kleinich auf eine Station zur Niederschlagsmessung ().. In: imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de, abgerufen am 1. März 2015. Seit Februar 2008 befindet sich in der Kleinicher Ortslage auf einer Höhe von eine hydrometeorologische Station des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum ().. In: am.rlp.de, abgerufen am 1. März 2015.
Die nächstgelegene Wetterstation zur Messung von Temperatur und Sonnenstunden befindet sich in Hahn etwa zehn Kilometer nordnordöstlich von Kleinich auf einer Höhe von ().
Geschichte Im Jahr 1220 wurde Kleinich erstmals urkundlich erwähnt. Zusammen mit den umliegenden Weilern war es Teil der Grafschaft Sponheim.
Am 15. Mai 1936 wurde die Schreibweise des Ortsnamens von Cleinich in Kleinich geändert.Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 268. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Bis zur kommunalen rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform von 1969 gehörte der Hunsrückort zum Landkreis Bernkastel mit seiner Kreisstadt Bernkastel-Kues. Am 7. Juni 1969 wurde die Gemeinde Kleinich aus den aufgelösten Gemeinden Kleinich und Thalkleinich neu gebildet. Die heutige Gemeinde entstand am 17. März 1974 neu aus den aufgelösten Gemeinden Kleinich (260 Einwohner), Emmeroth (42), Fronhofen (144), Götzeroth (105), Ilsbach (34), Oberkleinich (122) und Pilmeroth (52).
Heute ist Kleinich Teil der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. 1996 konnte die Ortsgemeinde Kleinich den zweiten Platz in Rheinland-Pfalz beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden erreichen.
Statistik zur Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kleinich bezogen auf das heutige Gebiet der Ortsgemeinde Kleinich; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Kleinich besteht aus zwölf Ratsmitgliedern ( GemO), die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bei den Wahlen 2004–2009Kleinich – Endgültiges Ergebnis: Gemeinderatswahlen 2004 (Internet Archive)Wahlband Kommunalwahl 2009 (wahlen.rlp.de)Wahlband Kommunalwahlen 2014 (wahlen.rlp.de) erhielt der aus Bewerbern der Ortsbezirke Fronhofen, Götzeroth-Ilsbach und Oberkleinich gebildete Wahlvorschlag sieben Sitze, der Wahlvorschlag aus Bewerbern der Ortsteile Emmeroth, Kleinich, Pilmeroth und Thalkleinich erreichte fünf Sitze.
Bürgermeister Bis zur Bildung der Ortsgemeinde in ihren heutigen Grenzen im Jahr 1974 standen zwölf Bürgermeister der Gemeinde Kleinich – zwischen 1969 und 1974 bestehend aus den Ortsteilen Kleinich und Thalkleinich – vor. In den Jahren 1974 bis 1979 sowie seit 2004 hat der Ortsbezirk Kleinich außerdem einen eigenen Ortsvorsteher, der die Belange des Ortsbezirks gegenüber den Gemeindeorganen vertritt.E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 202. Ortsbürgermeister (1900–1974): 1900–1906: Wilhelm Wedertz 1906–1908: Peter Ströher 1908–1914: Gustav Tatsch 1915: Otto Göbel (interim) 1916–1919: Otto Faust 1919–1933: Otto Göbel 1934: August Trarbach (interim) 1935–1945: Wilhelm Schug 1946–1952: Adolf Weber 1952–1969: Oskar Ströher 1969: Oskar Schößler (interim) 1969–1974: Hugo HammenOrtsbürgermeister (seit 1974): 1974–1979: Richard Jochum 1979–2004: Erich Ströher seit 2004: Burkhard Born
Ortsvorsteher (seit 1974): 1974–1979: Erich Ströher 2004–2019: Karl-Heinz Molz seit 2019: Arno Wilhelm Ortsbürgermeister Burkhard Born wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 72,14 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 66,1 % für jeweils weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Der Ortsvorsteher Arno Wilhelm wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 17. Juni 2019 erstmals gewählt und in der folgenden Wahlperiode am 9. Juli 2024 für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Reichstagswahlen Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in allen Orten der heutigen Gemeinde Kleinich mehrheitlich die Nationalliberalen gewählt. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung im Januar 1919 wurde die DDP stärkste Kraft auf dem Gemeindegebiet. Nach der Ratifizierung des Versailler Vertrages verlor die mitregierende DDP bei der Reichstagswahl im Folgejahr einen Großteil ihrer Stimmen, während die DVP die Mehrheit der Stimmen verbuchen konnte. Infolge der Hyperinflation 1923 erreichte die nationalkonservative DNVP bei der Wahl im Mai 1924 die Stimmenmehrheit. Im Dezember 1924 wurde die DVP in Oberkleinich und Pilmeroth stärkste Kraft, in den anderen Orten erzielte die DNVP die Mehrheit und kam in Kleinich auf 70 Prozent. Vier Jahre später wurde die rechtsgerichtete CNBLP, die auch die Interessen der Klein- und Mittelbauern vertrat, stärkste Partei in allen Orten und erreichte im Wahlbezirk Götzeroth-Ilsbach 85 von 86 abgegebenen Stimmen (98,8 Prozent). Die NSDAP erhielt insgesamt nur eine Stimme. In den folgenden 29 Monaten konnte die Partei jedoch eine größer werdende Anhängerschaft gewinnen und erreichte bei den Wahlen 1930 einen Stimmenanteil von 17,8 Prozent; in Oberkleinich erhielt die NSDAP 49,1 Prozent der Stimmen, während in den anderen Orten die CNBLP ihre Mehrheit behaupten konnte. Bei der Wahl im Juli 1932 wurde die NSDAP in allen Orten mit absoluter Mehrheit stärkste Kraft, in Emmeroth mit 96,2 Prozent Stimmenanteil. Dabei profitierte sie vom schlechten Abschneiden der Bauernpartei, die von knapp 70 Prozent abstürzte und nur noch zwei Stimmen erhielt. Auch bei allen folgenden Wahlen zum Reichstag konnte sich die NSDAP als stärkste Kraft behaupten.E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 94–111.
Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 wurde mehrheitlich Paul von Hindenburg gewählt, bei der Wahl 1932 erhielt dessen Gegenkandidat Adolf Hitler in den Orten die Mehrheit der Stimmen.E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 109. Im November 1933 fand sich bei der Volksabstimmung eine klare Mehrheit für den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund.E. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 115.
WahlE. Zimmermann: Das Kirchspiel Kleinich. 2009, S. 523–525.Die Ergebnisse aus Thalkleinich, das bis Juni 1969 zum Landkreis Zell (Mosel) gehörte, sind in den Ergebnissen nicht enthalten. KPD SPD Zentrum DDP1930, Juli 1932 unter dem Namen Deutsche Staatspartei (DStP) DVP BauernDezember 1924 Bauernliste Coblenz-Trier-Birkenfeld, 1928, 1930 CNBLP (Juli 1932 unter dem Namen Deutsches Landvolk, DLV) DNVP NSDAPDezember 1924 NSFP AndereGesondert aufgeführt sind nur Parteien mit einem Stimmenanteil von mindestens fünf Prozent. 1924 (Dezember) 0,3 2,3 0,0 2,6 31,0 0,0 63,3 0,0oder in „Andere“ enthalten 0,5 1928 0,0 2,4 0,0 0,8 2,1 81,1 8,4 0,3 4,9 1930 0,0 2,1 0,0 0,0 0,8 68,4 8,6 17,8 2,3 1932 (Juli) 0,2 0,9 1,6 0,0 7,3 0,5 12,0 76,2 1,3
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