mini|296px|Niederheimbach mit Heimburg

Niederheimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Seit 2002 ist Niederheimbach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Geographie Niederheimbach liegt zwischen Koblenz und Bingen direkt am Mittelrhein, nur etwas nordwestlich des Rheinknies. Der Ort, der sich unterhalb bzw. östlich des Binger Walds befindet, erstreckt sich mit seinem bebauten Gebiet auf 80 bis ; der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Franzosenkopf (), der sich südlich des Orts im Niederheimbacher Wald befindet.

Zu Niederheimbach gehören auch die Wohnplätze Burg Hohneck (Heimburg), Burg Sooneck, Landgut Farm sowie Finkenhof.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Heimbach findet sich in einer Urkunde vom 14. Juni 983, in der Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis seine Rechte im Bann Bingen bestätigte.Anton Joseph Weidenbach: Regesten der Stadt Bingen, des Schlosses Klopp und des Klosters Rupertsberg, Bingen 1853, S. 3 (Google Books)

Nieder-Heimbach gehörte dem Mainzer Domkapitel. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540). Oberhalb des Dorfes liegt auf einem Berg die Ruine des Schlosses Heimburg, das 1353 dem Kurverwalter Kuno II. von Falkenstein pfandweise eingeräumt, 1362 dem Erzstift Mainz zurückgegeben wurde. Die Zeit seines Verfalls ist unbekannt. Unweit des Dorfes liegen auch die Burg Sooneck oder Saneck, die an der äußersten Spitze des Soon- oder Sanwald erbaut war. 1282 als ein Raubnest auf Befehl des Kaisers Rudolf zerstört, späterhin wieder aufgebaut und dem Rheinischen Rittergeschlecht von Waldeck übergeben wurde. Dies ward 1346 vom Erzbischof Heinrich III. von Virneburg damit belehnt und starb ums Jahr 1450 aus.Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 595 (Google Books)

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederheimbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 550 1835 710 1871 794 1905 965 1939 1.085 1950 1.229 Jahr Einwohner 1961 1.131 1970 1.081 1987 827 1997 825 2005 809

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Niederheimbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WNF Gesamt 2024 5 7 – – 12 Sitze 2019 2 3 5 2 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 2 3 5 2 12 Sitze 2009 1 4 5 2 12 Sitze 2004 2 3 5 2 12 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Niederheimbach e. V. WNF = Wählergemeinschaft Niederheimbacher Frauen e. V.

Bürgermeister Marion Pohl (SPD) wurde am 2. März 2026 Ortsbürgermeisterin von Niederheimbach. Bei der Direktwahl am 25. Januar 2026 war sie als einzige Bewerberin mit 90,48 % der abgegebenen Stimmen gewählt worden.

Pohls Vorgänger Richard Paul Mézes hatte das Amt am 18. Oktober 2021 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war er mit einem Stimmenanteil von 65,7 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit einem Stimmenanteil von 50,3 % gegen einen weiteren Bewerber durch und wurde damit für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Am 1. September 2025 legte er es jedoch mit sofortiger Wirkung vorzeitig nieder, womit eine Neuwahl erforderlich wurde. Der Vorgänger von Mézes, Ole Wysotzki (FWG) hatte sein Amt Ende Mai 2021 niedergelegt. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 61,79 % gewählt worden und damit Nachfolger von Heinz Wagner, der nach 15 Jahren im Amt nicht erneut angetreten war.

Gemeindepartnerschaften Eine Partnerschaft besteht seit 1981 mit der ehemaligen Gemeinde Champtoceaux aus Frankreich, heute Orée d’Anjou.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|links|Burg Sooneck mini|hochkant|Aussichtsturm Siebenburgenblick

Burg Sooneck, (auch Saneck oder Sonneck genannt) steht auf einem Steilhang des Soonwaldes oberhalb der Gemeinde. Sie kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Heimburg, (auch Burg Hoheneck genannt) liegt über der Gemeinde. Die Burg ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Aussichtsturm Siebenburgenblick, ein 9,6 m hoher Holzturm, der oberhalb der Burg Sooneck unmittelbar am Prädikats-Fernwanderweg Rheinburgenweg errichtet wurde. Von der 8,5 m hoch liegenden Aussichtsplattform hat man Aussicht ins Rheintal und zu sieben Burgen in der Umgebung auf der Website der Gemeinde Niederheimbach

Märchenhain mini|Märchenhain-Figur Der Froschkönig

Bis zu seiner Schließung in den 1980er Jahren war der Märchenhain ein touristischer Anziehungspunkt. Ein Großteil der Märchenfiguren wurde restauriert und haben an einem idyllisch gelegenen Weg nahe der Ortschaft ihren neuen Platz gefunden. Dort sind nun Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und viele weitere in neuem Glanz auf dem „Kuhweg“ und in der Burggärtnerei zu betrachten.

Regelmäßige Veranstaltungen Am Wochenende vor Maria Himmelfahrt (15. August) wird vom Freitag bis zum Dienstag die Bratwurst-Kerb veranstaltet. Rhein in Flammen am 1. Samstag im Juli: Großfeuerwerke und Schiffsrundfahrt am Mittelrhein von Trechtingshausen mit Burg Reichenstein, entlang Burg Rheinstein, Assmannshausen, Mäuseturm, Ruine der Burg Ehrenfels (Hessen), Bingen am Rhein mit Burg Klopp nach Rüdesheim am Rhein mit der Brömserburg.

Vereine Bereits 1924 wurde der „Verkehrsverein Niederheimbach e. V.“ (VVN) gegründet. Seine Mitglieder arbeiten Ehrenamtlich zur Verschönerung des Ortsbildes und sind für Touristen der Ansprechpartner vor Ort. Der VVN betreut auch die Wanderwege rund um Niederheimbach.Verkehrsverein Niederheimbach e. V. (VVN). Hier auch mit den Wanderwegen um Niederheimbach. Am 6. September 2015 eröffnete der 2011 gegründete Verein „Dorfmuseum Heimbachtal e. V“ in der Wohnung im ersten Stock des Bahnhofs Niederheimbach ein kleines Museum zur Geschichte des Ortes. Ortsgemeinde Niederheimbach auf der Homepage des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal. Hier auch Öffnungszeiten.

Wirtschaft und Infrastruktur Energie Die Stadtwerke Mainz AG plant auf dem Franzosenkopf oberhalb von Niederheimbach den Bau des Pumpspeicherwerks „Heimbach-Speicher“ mit einer Leistung zwischen 400 und 600 MW.www.psw-heimbach.de

Verkehr Direkt durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die Niederheimbach u. a. mit Mainz und Koblenz verbindet. Die Bundesautobahn 61 wird nach etwa 13 km an der Anschlussstelle Rheinböllen erreicht.

Der Bahnhof Niederheimbach liegt an der linken Rheinstrecke und wird stündlich von den Zügen der MittelrheinBahn (RB 26) Köln – Mainz bedient.

Linie Verlauf Takt

Eine Autofähre verbindet die Gemeinde mit Lorch auf der anderen Rheinseite. Außerdem liegt Niederheimbach am Fernwanderweg Rheinburgenweg und am Rundweg Schellengang.

Söhne und Töchter Joseph Fink (* 1868; † nach 1933), Politiker (Zentrum)

Weblinks

Ortsgemeinde Niederheimbach Geschichtliche Informationen zu Niederheimbach bei regionalgeschichte.net

Einzelnachweise und Anmerkungen Angaben laut privat durchgeführter Messungen

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