mini|Blick auf Oberdiebach Oberdiebach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Seit 2002 ist Oberdiebach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Geographie Oberdiebach liegt im Mittelrheintal zwischen Koblenz und Mainz am Fuße des Hunsrücks. Die nächstgelegene größere Stadt ist das ca. 10 Kilometer (Luftlinie) südwestlich gelegene Bingen am Rhein.

Ortsteile der Gemeinde sind Oberdiebach, Rheindiebach und Winzberg. Zudem gehören die Wohnplätze Petersackerhof und Schloss Fürstenberg zum Ort.

Nachbarorte von Oberdiebach sind die Ortsgemeinden Niederheimbach im Osten, Oberheimbach im Süden, das bereits zum Rhein-Hunsrück-Kreis gehörende Dichtelbach im Südwesten, Manubach im Westen, die Stadt Bacharach im Norden sowie – auf dem rechten Rheinufer – die zu Hessen gehörende Stadt Lorch im Nordosten.

Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Oberdiebach stammt von 893. 1220 errichtete der Kölner Kurfürst an der Grenze zu Kurmainz die Burg Fürstenberg. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540). Von 1461 stammt die älteste erhaltene Erwähnung von Rheindiebach (Dyepach Ryne). 1689 zerstörten die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg Fürstenberg. 1822 wurde der MGV „Eintracht“ gegründet, einer der ältesten Gesangvereine in Rheinland-Pfalz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oberdiebach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberdiebach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 663 1835 825 1871 797 1905 838 1939 876 1950 964 Jahr Einwohner 1961 918 1970 905 1987 935 2005 916 2022 849

Politik mini|Oberdiebach: Fürstenberghalle und Gemeindeverwaltung Gemeinderat Der Gemeinderat in Oberdiebach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl CDU WG 1 WG 2 WG 3 WG 4 Gesamt 2024 – – – 8 4 12 Sitze 2019 – 9 3 – – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen Abgerufen am 29. Juli 2019 2014 – 9 3 – – 12 Sitze 2009 – 8 4 – – 12 Sitze 2004 3 7 2 – – 12 Sitze WG 1 = Wählergruppe Laudert WG 2 = Wählergruppe Dr. Stelter WG 3 = Wählergruppe Straßburger WG 4 = Wählergruppe Krämer

Bürgermeister Oliver Straßburger wurde am 21. August 2025 Ortsbürgermeister von Oberdiebach. Die einstimmige Neuwahl des bisherigen 1. Beigeordneten zum Bürgermeister erfolgte in einer Ratssitzung. Unterstützt wird der frisch gewählte Ortsbürgermeister vom neuen 1. Beigeordneten Thomas Staßen und dem Beigeordneten Markus Pudlo.

Zuvor war das Amt zeitweise vakant. Im Rahmen der Kommunalwahl 2019 wurde Bernhard Laudert mit 90,4 Prozent der Stimmen erneut direkt zum Ortsbürgermeister gewählt.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Direktwahlen der Orts- und Stadtbürgermeister. Abgerufen am 29. Juli 2019. Für die Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde kein Wahlvorschlag eingereicht. Die Neuwahl eines Bürgermeisters war daher gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung durch den Rat der Gemeinde durchzuführen. Bei der konstituierenden Sitzung am 22. August 2024 gab es jedoch keine Kandidaten. Der bisherige Ortsbürgermeister Bernhard Laudert legte sein Amt am 1. September 2024 nieder. Die Amtsgeschäfte wurden zunächst vom Ersten Beigeordneten Oliver Straßburger und den weiteren Beigeordneten der Gemeinde fortgeführt.

Bauwerke mini|hochkant|Oberdiebach: Evangelische Pfarrkirche mini|hochkant|Rheindiebach: Ortsbefestigung, Eckturm

im Ortsteil Oberdiebach die Pfarrkirche St. Mauritius (1414) mit Altarbild und eiserner Kanzel. im Ortsteil Rheindiebach die Burgruine Fürstenberg und der halbe Turm, ehemals Teil der gotischen Ortsbefestigung. Große Teile der Ortsbefestigung und Teile des Turmes fielen dem Ausbau der Bundesstraße 9 in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Opfer. südöstlich von Oberdiebach befindet sich der Sender Lorch (Rheingau).

Söhne Oberdiebachs Johann Henrich Reitz (1665–1720), bekannter Radikalpietist und Autor (Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie) Johann Wilhelm Theobald (1726–1816), Lazaristenpater, erster Provinzial seines Ordens in der Kurpfalz und Pfarrer von Neustadt an der Weinstraße Klaus Wagner (1937–2005), Hispanist in Sevilla

Wirtschaft Oberdiebach ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt. Der Weinbau in Kaub gehört innerhalb des Anbaugebiets Mittelrhein zum Bereich Loreley. Die Einzellagen sind der Oberdiebacher RheinbergOberdiebacher Rheinberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 26. Januar 2024., der Oberdiebacher FürstenbergOberdiebacher Fürstenberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 26. Januar 2024., der Oberdiebacher KräuterbergOberdiebacher Kräuterberg – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 26. Januar 2024. und der Oberdiebacher BischofshubOberdiebacher Bischofshub – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 26. Januar 2024.. Der Tourismus spielt eine kleine, aber ausbaufähige Rolle. Nicht nur um den Tourismus zu fördern, sondern auch die eigene Identität als Ort wurden alte Traditionen wiederbelebt. So entstand neu die Zunft der Weinschröter, die in alter Zeit für den Transport der schweren und wertvollen Weinfässer zuständig waren und heute alte Traditionen pflegt.

Verkehr Der nächste Bahnhof ist in Niederheimbach an der Bahnlinie von Mainz–Koblenz. Direkt durch den Gemeindeteil Rheindiebach verläuft die Bundesstraße 9, die Mainz mit Koblenz verbindet. Durch das Seitentälchen verläuft die Rheingoldstraße (hier K 27), mit der man über den Nachbarort Manubach die Bundesautobahn 61 nach etwa 11 km an der Anschlussstelle Rheinböllen erreicht. Die Rheingoldstraße selbst führt beginnend in Rheindiebach über die linksrheinischen Höhen nach Boppard. Sie ist besonders bei Motorradtouristen beliebt. Am Rhein entlang führt der Rheinradweg. Der Fernwanderweg Rheinburgenweg tangiert den Ort auf der Etappe Trechtingshausen–Bacharach. Außerdem ist Oberdiebach der Start- und Zielort des Rundwegs Schellengang.

Literatur Peter Bahn: Die Geschichte des Diebachtals. Oberdiebach 1989.

Weblinks

Ortsgemeinde Oberdiebach Zur Geschichte von Oberdiebach. Website „regionalgeschichte.net“ des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V. Bild von Rheindiebach aus: J. F. Dielmann, A. Fay, J. Becker (Zeichner): F. C. Vogel’s Panorama des Rheins: Ansichten des rechten und linken Rheinufers von Mainz bis Coblenz. Lithographische Anstalt F. C. Vogel, Frankfurt 1833

Einzelnachweise

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