Schwabsroth ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Geslau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schwabsroth hat eine Fläche von 14,333 km². Sie ist in 1101 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.017,97 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Lauterbach, Oberbreitenau, Oberndorf, Reinswinden und Unterbreitenau.
Geografie Das Dorf liegt am südlichen Rand der Frankenhöhe. Die Kreisstraße AN 7 führt an Reinswinden vorbei nach Oberndorf (1,7 km südlich) bzw. nach Geslau zur Staatsstraße 2250 (1,2 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kreuth (2,3 km östlich).
Geschichte Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Schwabsroth 7 Mannschaften verzeichnet, die alle das Kastenamt Colmberg als Grundherrn hatten. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 7v. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 705. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 waren für Schwabsroth 8 Mannschaften verzeichnet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 710.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schwabsroth 11 Anwesen (3 Höfe, 4 Halbhöfe, 3 Söldengütlein, 1 Leerhaus). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Colmberg als Grundherrn. Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 910. Es gab zu dieser Zeit 12 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 225. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
1806 kam Schwabsroth an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Schwabsroth gebildet, zu dem Lauterbach, Oberbreitenau, Oberndorf, Reinswinden und Unterbreitenau gehörten. Die Ruralgemeinde Schwabsroth entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 gehörte Schwabsroth zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamts Ansbach).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1009. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,351 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Schwabsroth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Geslau eingemeindet.
Baudenkmäler zehn Grenzsteine, 1617; zwischen dem Heiligenbaum und der Speier Steige am westlichen Höhenrand der Frankenhöhe
Einwohnerentwicklung Gemeinde Schwabsroth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 436 438 409 409 437 432 453 450 457 436 438 427 434 440 442 428 407 408 385 499 488 412 328 347HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 89 88 86 83 81 78 75 75 73 Quelle Für die Gemeinde Schwabsroth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lauterbach (S. 53), Oberbreitenau (S. 65), Oberndorf (S. 68), Reinswinden (S. 75) und Unterbreitenau (S. 93).
Ort Schwabsroth Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 79 71 72 80 69 67 74 91 62 59 56Häuser 15 14 15 15 14 14 13 11Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Geslau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.
Persönlichkeiten Rudolf Schwemmbauer (1943–2022), Landrat des Landkreises Ansbach von 2002 bis 2012, in Schwabsroth geboren
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Geslau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach