Wildenholz ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Schnelldorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Wildenholz hat eine Fläche von 8,061 km². Sie ist in 811 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9939,01 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Steinbach an der Holzecke.

Geografie Das Pfarrdorf liegt am Schwarzenbach, einem rechten Zufluss der Wörnitz. Im Norden grenzt das Flurgebiet Röthlein an, im Südosten liegt der Vogelbuck. 0,5 km südwestlich erhebt sich der Pfeifbuck (), 1,5 km südlich der Schloßberg (). Beides sind Erhebungen der Schnelldorfer Hardt, die Teil der Frankenhöhe ist.

Die Kreisstraße AN 27 führt nach Steinbach an der Holzecke (1,4 km nordwestlich) bzw. zur AN 4 (2,1 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur AN 5 nördlich von Bottenweiler (1,7 km östlich).

Geschichte Wildenholz lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahre 1732 bestand der Ort aus 31 Anwesen (2 Höfe, 1 Anwesen mit Wirtschaft, 1 Mühle, 3 Anwesen mit Backrecht, 1 Anwesen mit Badstube, 1 Anwesen mit Schmiede, 13 Gütlein, 9 Söldenhäuslein) und aus 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 Hirtenhaus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die hohenlohische Amt Schillingsfürst.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Wildenholz (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). 1804 gab es 63 Haushalte, die alle Hohenlohe-Schillingsfürst untertan waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 238.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 18. Jahrhundert) wurde das Steuerdistrikt Wildenholz gebildet. Zu diesem gehörten Bottenweiler, Großmühlen, Steinbach an der Holzecke und Waldhausen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Wildenholz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen. Spätestens 1840 löste sich Bottenweiler mit Mühlen und Waldhausen und bildete eine eigene Ruralgemeinde. Ab 1858 gehörte Wildenholz zum Landgericht Schillingsfürst und zum Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das neu gebildete Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde Wildenholz hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,690 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 Wildenholz nach Schnelldorf eingemeindet.

Baudenkmäler In Wildenholz gibt es drei Baudenkmäler: Am Kirchbuck 3: eingeschossiges Wohnstallhaus, Fachwerk, frühes 19. Jahrhundert Am Kirchbuck 9: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Jakobus, ehemalige Chorturmanlage mit abgewalmtem Satteldach, um 1300, neuer Ostturm mit Zeltdach 1818 angefügt; mit Ausstattung; Friedhofsmauer, im Kern wohl mittelalterlich Neugasse 1: Gasthaus, zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerk-Obergeschoss, 18. Jahrhundert.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Wildenholz gibt es vier Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Wildenholz Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 626 550 563 531 551 558 534 550 561 565 547 533 525 542 499 510 503 476 460 521 509 459 412 430HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 131 91 124 122 115 113 110 101 101 Quelle Für die Gemeinde Wildenholz zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bottenweiler (S. 11), Mühla (S. 61), Steinbach (S. 88) und Waldhausen (S. 99).

Ort Wildenholz Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 364 429 409 403 430 413 374 369 314 332 292Häuser 69 70 95 87 84 77 78 84Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Jakobus und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Schnelldorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach